Star Wars Jedi: Survivor im Test
Test
Lange mussten Fans warten, jetzt steht Star Wars Jedi: Survivor endlich vor der Tür. Wir prüfen im Test, ob das Spiel inhaltlich und spielerisch überzeugt.
Bärte, Pflanzen und Minispiele
All die sportliche Fortbewegung dient natürlich in erster Linie dazu, die Geheimnisse der Spielwelt zu entdecken. Dazu scannt BD-1 interessante Objekte oder Cal wendet seine Psychometry-Fähigkeit an, um in Echos der Macht etwas über vergangene Ereignisse zu erfahren. Versteckte Machtessenzen verbessern den Pool an Lebenspunkten und Machtpunkten von Cal oder gewähren zusätzliche Skillpunkte. Es lassen sich auch wieder Pflanzensamen einsammeln, die diesmal aber nicht auf der Mantis, sondern in einem Garten auf dem Dach von Greez' Cantina angepflanzt werden. Schließlich gibt es auch wieder diverse Truhen und Kisten zu finden, in denen sich vor allem kosmetische Gegenstände entdecken lassen.
Die Individualisierungsmöglichkeiten wurden dabei im Vergleich zum Vorgänger noch einmal deutlich ausgebaut. Unserem Lichtschwert verpassen wir neue Bauteile, bestimmen deren Material und Farbe. Ein ähnlich modulares System gibt es jetzt auch für BD-1, der so auf verschiedenste Weise gestaltet werden kann. Auch Cal selbst können wir vielfältig an unsere eigenen Vorlieben anpassen. Mit verschiedenen Hosen, Hemden und Jacken, die jeweils noch unterschiedlich gefärbt werden können, erschaffen wir unseren bevorzugten Jedi-Look. Auch Frisuren und Bärte stehen uns zur Auswahl. Cals rote Haarfarbe steht allerdings nicht zur Diskussion.
Neben der Erkundung der Spielwelt bietet Jedi: Survivor aber noch andere interessante Beschäftigungen abseits der Hauptgeschichte. Im Gespräch mit freundlichen NPCs schnappen wir Gerüchte auf, die entweder kleine Geschichten erzählen oder uns zu optionalen Bossen führen. Nach einiger Zeit lernen wir auch eine Kopfgeldjägerin kennen, die uns eigenen Kopfgeldmissionen versorgt. In der Cantina auf Koboh können wir uns zudem mit dem Holotaktik-Minispiel die Zeit vertreiben. Dabei treten wir an einem Holotisch gegen einen unserer Freunde an. Mit einer bestimmten Anzahl an Kampfpunkten kaufen wir Einheiten aus den Reihen des Imperiums, der Räuber und der Monster, denen wir im Spiel begegnen, und lassen diese virtuell gegen die Einheiten des Gegenspielers antreten. Welche Truppentypen uns dabei zur Verfügung stehen, hängt davon ab, welche Gegner wir mit BD-1 in der Spielwelt bereits gescannt haben.
Technisch unsauber
Unsere größte Kritik am Spiel und der Grund, warum es am Ende nicht ganz für eine 9er-Wertung gereicht hat, ist leider die Technik. In unserem Anspielbericht vor einigen Wochen beklagten wir in der gespielten PC-Version aufgetretene Framerate-Einbrüche. Für den Test stand uns nun nur die PS5-Version zur Verfügung. Probleme mit der Framerate gab es hier kaum noch zu beklagen, vor allem, wenn wir im Performance-Modus gespielt haben. Allerdings wird die Stabilität mit manchmal doch sehr deutlicher Reduzierung der Auflösung erkauft. So entsteht ein Eindruck von der grafischen Qualität, den man umgangssprachlich als mal Hü, mal Hott bezeichnen würde. Es gelingt dem Spiel immer wieder, schöne Landschaftsbilder zu zeichnen, und auch in den Zwischensequenzen ist zu sehen, wie gut die Grafik ausschauen kann. Aber im normalen Spielablauf kommt es aufgrund der im Hintergrund gedrosselten Auflösung auch immer wieder zu einer sehr krümeligen Grafikdarstellung.
Quelle: PC Games
Cal und Merrin reiten durch die Wüste von Jedah. Schöne Landschaftsbilder werden aber auch immer wieder durch Krümmelgrafik gestört.
Es gibt zudem auch immer wieder nicht zu übersehende Nachlader bei den Texturen. Besonders in der Cantina auf Koboh sind uns immer wieder Türen begegnet, die verschlossen blieben, bis das Spiel den nächsten Raum geladen hat. Hier kommt die Engine offenbar nicht mit den zahlreichen NPCs auf engem Raum klar. Die Unterschiede in der grafischen Darstellung im Qualitätsmodus sind kaum der Rede wert, um dafür auf die höhere Framerate zu verzichten. Letztere ist bei solch Action-orientierten Spielen in jedem Fall vorzuziehen.
Löblich sind auf jeden Fall die umfangreichen Spieloptionen. Neben den fünf Schwierigkeitsgraden lässt sich damit das Spielerlebnis noch individueller anpassen. So haben die Entwickler zum Beispiel auf Feedback von Betroffenen gehört und einen Arachnophobie-Schutzmodus eingebaut. Dabei gibt es in Jedi: Survivor bis auf ein bestimmtes Skorpion-Monster gar keine Spinnen mehr. Wer kein Interesse an übermäßiger Gewaltdarstellung hat, kann zudem das Abtrennen von Körperteilen bei Menschen abschalten. Wem die Bewegungsabläufe in den Kämpfen mit ihrem präzisen Timing zu schwer sind, kann sich zudem einen Langsam-Modus zuschalten. Dabei geht das Spiel in eine Art Zeitlupe, deren Stärke mit einem Schieberegler zwischen 30 und 90 Prozent eingestellt werden kann.
Genau wie Star Wars an sich, richtet sich Jedi: Survivor also trotz seiner komplexen Mechaniken auch an ein breites Publikum. Mit dem Action-Adventure bekommen Fans ein tolles Erlebnis, das je nach Spielweise und Schwierigkeitsgrad einige Zeit begeistern kann. Die Hauptgeschichte ist in gut 20 Stunden zu bewältigen. Spieler, die gerne alles sehen, was das Spiel zu bieten hat, dürfen gerne mindestens noch einmal das gleiche obendrauf schlagen. Star Wars Jedi: Survivor (jetzt kaufen ) präsentiert sich dabei als eine gelungene und sinnvolle Weiterentwicklung seines Vorgängers. Die technischen Unzulänglichkeiten sind schade, sollten aber nicht vom sonst guten Gesamteindruck ablenken.
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Star Wars Jedi: Survivior ist der Nachfolger von Star Wars Jedi: Fallen Order. Entwickelt wird das Spiel von Respawn Entertainment und vertrieben von Electronic Arts. Das Spiel erscheint am 28. April 2023 für PC, Playstation 5 und Xbox Series S/X zum Preis von rund 70 Euro (PC) beziehungsweise 80 Euro (Konsolen).
