Star Wars Battlefront Classic Collection ist eine absolute Katastrophe - Test

Test Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Star Wars Battlefront Classic Collection ist eine absolute Katastrophe - Test
Quelle: Aspyr

Dieser X-Wing legt eine gewaltige Bruchlandung hin: Im Test entpuppt sich Star Wars Battlefront Classic Collection als absolute Katastrophe - wie konnte das geschehen?

Immerhin hat sich Aspyr inzwischen zu Wort gemeldet: Gut fünf Tage nach den Release kam der erste Patch - zunächst für den PC, dann für die Konsolen. Dennoch raten wir zum jetzigen Zeitpunkt dringend vom Kauf der Star Wars: Battlefront Classic Collection ab.

Das Spiel befindet sich in einem schlechten Zustand, den Aspyr nicht von heute auf morgen verbessern kann. Das Patchen des Spiels und der Ausbau der Serverstrukturen brauchen Zeit. Wer also sofort mit Freunden in knackige Weltraumschlachten eintauchen möchte, sollte mit dem Kauf warten und die Entwicklung beobachten.

In die Jahre gekommen wie Obi-Wan

Denn nicht nur technische und Serverprobleme plagen die Star Wars: Battlefront Classic Collection. Auch spielerisch merkt man den beiden Titeln ihr Alter deutlich an. Dies zeigt sich auch im Einzelspielermodus.

Dieser entpuppt sich in beiden Titeln als Star-Wars-Schießbude. Denn egal, ob wir im ersten Teil Eroberung oder im Nachfolger Heldenangriff spielen - die Grundmechaniken sind altbekannt und die Computer-Kameraden rennen vogelwild und unkoordiniert durcheinander.

Da Kommandofunktionen wie "Stellung halten" oder "Flaggenpunkt angreifen" fehlen, herrscht auf den Schlachtfeldern vor allem Chaos. Taktik? Fehlanzeige! Zumindest ein Teil der Armee orientiert sich grob an unserem Verhalten, aber wirklich koordinierte Angriffe oder gar Teamwork sind im Singleplayer nicht möglich.

Und so kommen wir aus den Runden teilweise mit 100 und mehr Abschüssen heraus. Die Kämpfe mit den KI-Schergen sind insgesamt weder taktisch anspruchsvoll noch besonders knifflig. Aus heutiger Sicht fallen auch viele kleine und große Probleme auf: Zum Beispiel ist das Waffen- und Trefferfeedback zu minimalistisch.

Han Solo vs. AT-AT Quelle: Aspyr Speziell auf große Distanz erkennen wir kaum, ob wir einen Feind erwischt haben oder nicht. In den wenigen funktionierenden Online-Matches wurde die Problematik aufgrund von Lags noch deutlicher. Hier rannten wir teils mit anderen Spielern nebeneinanderher und schossen, ohne dass einer dem anderen nennenswerten Schaden zufügte.

Während sich beide Battlefront-Spiele problemlos mit Maus und Tastatur kontrollieren lassen, ist die Gamepad-Anpassung fragwürdig. Trotz Zielhilfen ist die Controller-Steuerung höchst fragil und bisweilen sogar unpräzise.

Diese Problematik kommt im Online-Modus noch deutlicher zum Tragen als im Solo-Betrieb. Störend fällt auch das allzu dezente optische Feedback bei bestimmte Aktionen wie etwa dem Beschleunigen der Raumgleiter auf. Ein paar Effekte mögen zwar 2005 gereicht haben, 2024 aber sollte man es besser wissen!

Gleiches gilt übrigens auch für die Farbgestaltung: Bei den Schlachten auf Endor sind die Rebellenstreitkräfte massiv im Vorteil, da ihre Ausrüstung in den Grün- und Brauntönen des Sumpfes fast verschwindet. Die Darstellung der Vegetation ist ohnehin ein großes Problem. Auch gibt es natürlich tonnenweise Clipping-Fehler und andere Grafikpatzer - aber diese gehörten schon zur Spielerfahrung der Originale dazu.

Dass die Klassiker auch in 4K keine Augenweide sind, dürfte klar sein. Dennoch erkennt man den damaligen Anspruch und die Ideen dahinter mehr als deutlich. So bestechen die Karten zum Teil durch ihre Vertikalität und bieten vielfältige Angriffs- und Verteidigungsmöglichkeiten. Und auch wenn Star Wars: Battlefront Classic Collection technisch sicherlich mehr als in die Jahre gekommen ist, schafft es das Spiel immer wieder, seine Momente zu kreieren.

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