Star Trek Resurgence: Entscheidungen, Diplomatie, Exploration - klingt gut, aber wird es das auch?
Special
Der Weltraum. Unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs ... äh, weiter wissen wir noch nicht, denn Infos zu Star Trek Resurgence sind rar.
Star-Trek-Fans, Trekker, Trekkies - wie man sie auch nennen mag, sie hatten es in den letzten Jahren nicht leicht. Eine gewöhnungsbedürftige, aber größtenteils unterhaltsame neue Kino-Reihe (sieht man von Into Darkness einmal ab) und zwei prominente neue Serien, die unterschiedlicher und dennoch gleichsam unpassender nicht sein könnten. Auf der einen Seite Star Trek Discovery, das Star Trek zu billigem Action-Käse verarbeitete, auf der anderen Seite Picard, das den über viele Jahre etablierten Charakter des Captains völlig über den Haufen wirft und die Ideale von The Next Generation mit Füßen tritt. Star Trek im Jahr 2022 ist zumindest aktuell düster, dreckig, zynisch, brutal und hoffnungslos und somit genau das Gegenteil dessen, was Gene Roddenberry einst vorschwebte: eine utopische Science-Fiction-Welt, in der die Menschheit Rassismus, Krieg, Armut und Nöte weitestgehend überwunden hatte und nun das Weltall erforscht.
Etwas Hoffnung macht allerdings Star Trek: Resurgence. Der Titel wurde bei den Game Awards im letzten Jahr angekündigt und verschlägt euch ins Jahr 2380, also ziemlich genau an das Ende der TNG-Filmreihe. Federführend dabei ist das neu gegründete Studio Dramatic Labs, das sich aus rund 20 ehemaligen Mitarbeitern der Adventure-Schmiede Telltale Games zusammensetzt. Dementsprechend lässt sich erahnen, in welche Richtung das Gameplay geht. Ihr verkörpert zwei verschiedene Charaktere, der Wechsel zwischen beiden Figuren findet dabei an festgelegten Punkten der Geschichte statt - das kennt man aus diversen Telltale-Abenteuern. Bei den beiden Protagonisten Jara Rydek und Carter Diaz handelt es sich um komplett neue Personen im Star-Trek-Universum, ihr schlüpft also nicht in die Rolle eines bekannten Serien- oder Film-Helden. Auch das Schiff, mit dem ihr in Resurgence unterwegs seid, ist komplett neu.
Neue Crew-Mitglieder
Das heißt aber nicht, dass ihr keine vertrauten Gesichter trefft. In einem ersten Gameplay-Video war kürzlich beispielsweise zu sehen, dass Spock, der zu diesem Zeitpunkt als Botschafter tätig ist, auf eurem Schiff vorbeischaut - schön, dass uns das vulkanische Kultspitzohr nach Leonard Nimoys Tod immerhin in virtueller Form noch erhalten geblieben ist. Überhaupt macht die Gameplay-Demo Lust auf mehr, zeigte sie sich doch betont actionarm und storylastig. Spock ist an Bord gekommen, um bei der Vermittlung zwischen zwei Alien-Rassen zu helfen, die nach langer Zweckpartnerschaft nun kurz vor einem Krieg stehen. Im Star-Trek-typischen Briefing Room erläutert er den Offizieren der Crew - darunter einer unserer Charaktere - die Situation, während wir an wichtigen Stellen unseren Senf dazu abgeben und Position beziehen. Hoffen wir, dass dieser Ansatz konsequent durchgezogen wird und wir unsere Figur als Picard'esken Diplomaten oder Kirk'schen Draufgänger spielen können.
Quelle: Dramatic Labs
Typisch Telltale: Im Fokus des Spiels soll neben der Exploration des Alls vor allem die dialoglastige Erzählung stehen. Dazu gehören natürlich auch Entscheidungen. (1)
Neben diesen ausufernden Storyabschnitten samt Entscheidungsfreiheit warten natürlich weitere Betätigungsfelder auf uns. So versuchen wir uns beispielsweise als Shuttle-Pilot, führen Scans per Tricorder aus, bestreiten Phaser-Gefechte und schleichen hier und da auch mal durch gefährliche Bereiche. Zu sehen war davon bisher kaum etwas, mit Ausnahme von wenigen Sekundenschnipseln im ersten Trailer, damals auf den Game Awards. Ob sich diese Abschnitte gut ins Gesamtpaket einfügen oder eher aufgesetzt wirken, lässt sich noch nicht beurteilen. Sofern sie aber nur als Auflockerung der Story-Abschnitte dienen sollen, dürfte nicht allzu viel schiefgehen. Einen weitaus größeren Anteil am Gameplay sollen indes neben den Entscheidungen in der Story der Aufbau von Beziehungen mit anderen Charakteren und die Exploration einnehmen - hierzu war bisher wirklich gar nix zu sehen, auf dem Papier klingt das immerhin klasse.
Quelle: Dramatic Labs
Wie Riker schon in Sinnlos im Weltraum sagte: „Ich will au ma Captain sein.“ Protago-nistin Jara ist zwar eigentlich nur Offizier, darf aber offenbar ab und an Chef spielen.
Grafisch keine Next Generation
In technischer Hinsicht können wir nur die bisher veröffentlichten Trailer bewerten, und das, was da zu sehen war, ging in Ordnung. Auch die Telltale-Spiele rissen grafisch keine Bäume aus, schafften es aber, die Atmosphäre dennoch gut zu transportieren. Bisher sieht es bei Resurgence ähnlich aus: Die Spielgrafik auf Basis der Unreal-Engine wirkt nicht allzu detailliert und effektreich, aber fängt die Post-TNG-Stimmung bisher ganz gut ein. Die bislang zu hörenden englischen Sprecher tun ihr Übriges, dass auch ohne Edeloptik Stimmung aufkommt.
Positiv ist des Weiteren, dass der Titel nicht im Episoden-Format so wie manches Telltale-Spiel erscheinen wird, sondern komplett in einem Stück. Und: Es wird keine Mikrotransaktionen, DLCs oder NFTs geben. Im zweiten Quartal 2022 sollen wir uns bereits selbst in die unendlichen Weiten aufmachen dürfen.
Meinung
Mehr Infos zu den kommenden Spielen und allen aktuellen Serien sowie Filmen aus dem Star-Trek-Universum findet ihr auf unserer Themenseite. Die nächste Star-Trek-Serie, Strange New Worlds, startet übrigens bereits im Mai. Wir sind gespannt, ob die neue Serie sich wieder stärker an alten Star-Trek-Tugenden orientiert.
