Das ist der Beweis, dass sich die spannenden Aspekte des Sportschießens nicht auf PC übertragen lassen.
Wenn der Begriff »Schießen« im Zusammenhang mit PC-Spielen fällt, denkt man irgendwie automatisch an Maschinenpistolen, Plasmakanonen und andere Ballermänner, mit denen Aliens, Terroristen oder Zombies in Einzelteile zerlegt werden. All das gibt es in Sportschießen 2006 nicht, denn hier stehen Wettbewerbe wie der Dreistellungskampf (50m) mit dem Kleinkaliber-Gewehr, Trap oder Olympische Schnellfeuerpistole (25m) auf dem Programm.
Allerdings gestalten sich die Schießeinlagen gegen die KI (ein Multiplayer-Modus fehlt) äußerst zäh und langweilig, zumal sie selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad vergleichsweise einfach ausfallen. Da Sie recht schnell durchschauen werden, wie weit Sie daneben zielen müssen, um den Wind auszugleichen, sind Podestplätze an der Tagesordnung. Die bringen allerdings nur den Eintrag in eine Bestenliste; es fehlen ein Karrieremodus oder jede andere Motivation, sich länger mit Sportschießen 2006 zu beschäftigen.
Alles im Fadenkreuz
In allen Disziplinen zielen Sie auf die Scheiben durch ein Fadenkreuz, das bei Pistole, KK-Gewehr und Armbrust mehr oder weniger stark zittert -- also müssen Sie im richtigen Moment abdrücken. Das macht ein paar Minuten Spaß, aber: Problem dabei ist, dass die Aspekte, die das echte Sportschießen spannend machen, auf dem PC einfach nicht rüberkommen. Den Wind von einer Anzeige abzulesen ist halt etwas anderes, als ihn tatsächlich zu spüren. Und das Stressmeter, das den erhöhten Puls durch stärkeres Zittern des Fadenkreuzes simulieren soll, ist für die Katz': Das aktiviert sich nämlich nur nach groben Fehlschüssen -- das ist uns nie passiert! Wenn das Spiel Werbung für das Sportschießen machen sollte, dann ging das voll daneben.
Georg Valtin
