SpongeBob Schwammkopf: The Cosmic Shake im Test
Test
Mit The Cosmic Shake veröffentlicht THQ Nordic das erste komplett neue SpongeBob-Schwammkopf-Spiel seit über sieben Jahren. Wir haben's für euch getestet.
Auch eine Ausweich-Rolle und einen Karate-Kick hat euer Held jetzt drauf! Und da heißt es immer, ein alter Schwamm lernt keine neuen Tricks. Die helfen euch hauptsächlich bei Kämpfen gegen die zahlreichen Jelly-Viecher, die aus ihren Dimensionsrissen gekrochen kommen und nur darauf warten, von euch vermöbelt zu werden. Jeder der zwölf Gegnertypen, darunter Schleimhaufen oder Muskelprotze, erfordert eine etwas andere Herangehensweise. Dazu gibt's dann auch noch ein paar fette Bossfights, in denen ihr fast schon taktisch vorgehen müsst. An einen aggressiven Gary im Zuckerschock müsst ihr euch etwa erst anschleichen.
Und wenn das nicht klappt: kein Problem! Die Checkpoints in The Cosmic Shake sind sehr großzügig gesetzt. Ihr verliert nicht mal etwas, wenn SpongeBob den Pfannenwender abgibt. Und auch andernorts zeigt man sich sehr gnädig: Es gibt nur einen einzigen Schwierigkeitsgrad - und der ist dann auch noch ziemlich anspruchslos. Dazu ist das Spiel unfassbar einsteigerfreundlich designt. Es gibt einen Haufen an Barrierefreiheitsoptionen, eine assistierte Kamera, dauerhaft eingeblendete Missionsmarker, einen Dropshadow, der euren Landepunkt anzeigt, und Tutorials noch und nöcher. Gerade zu Beginn werdet ihr mit Erklärtexten zugeschüttet - gern auch mehrfach für das gleiche Feature. Ja, danke liebe Entwickler, ich habe schon beim ersten Mal verstanden, dass man mit der X-Taste springt!
Fan-Service zum Abwinken
Aber gut, ist halt kein Spiel für Hardcore-Gamer, die eine 3D-Plattformer-Herausforderung suchen, sondern für Kinder. Oder für Erwachsene, die abends entspannt eine Runde durch ein authentisches Bikini Bottom hüpfen wollen. Das ist ohnehin wieder das Hauptverkaufsargument schlechthin: der großartige Fan-Service. Kenner der Serie freuen sich über haufenweise Meta-Humor, Memes, Anspielungen und Easter Eggs. Allein bei den 30 freischaltbaren Outfits haben sich die Macher ausgiebig ausgetobt. Dazu stolpert man hinter dem Altersheim auch mal über das unsichtbare Bootsmobil. Im Museum hängt ein Bild von Handsome Squidward. Der Schokoladen-Typ ist natürlich auch mit dabei.
Quelle: THQ Nordic
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Der Soundtrack ist absolut gelungen. Da macht es sich bezahlt, dass Komponisten der TV-Show mitgearbeitet haben. Man hat sich sogar die Mühe gemacht, Publikumslieblinge wie Sweet Victory oder den Quallen-Rave einzubauen. Und auch bei der Synchronisation wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, The Cosmic Shake fährt die volle Kapelle auf: Der komplette Cast ist mit dabei, egal ob Santiago Ziesmer mit seiner Quietschestimme oder Jürgen Kluckert mit seinem Benjamin-Blümchen-Bariton. Da lacht das Herz, auch wenn man als alteingesessener Fan die Originalstimmen von Plankton und Thaddäus vermissen wird. Außerdem ist Marco Kröger natürlich der bessere Patrick. Aber hey, ich schweife ab ...
Reden wir lieber noch flott über den Umfang: Das SpongeBob-Abenteuer liefert euch gute acht bis zehn Stunden Spielzeit für die Hauptstory. Natürlich könnt ihr aber noch etwas mehr Zeit in Bikini Bottom verbringen. Es gibt schließlich einen Haufen an Sammelgegenständen, der motivieren soll, alle Levels erneut durchzugehen. Das ist aber kein Muss. Man bekommt euch so genug Spiel für seine 40 Euro geboten.
Schöner Leben unter Wasser
Ärgerlich ist allein die Technik. Die ist nicht wirklich auf dem allerneuesten Standard. Nicht falsch verstehen: The Cosmic Shake sieht schick aus und fängt das SpongeBob-Feeling super ein. Das kommt vom Stil her schon sehr nah an die Fernsehvorlage ran. Mit einer Bildrate von 60 FPS ist flüssiger Hüpfspaß garantiert. Aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass Schlacht um Bikini Bottom Rehydrated dann doch noch einen Tacken besser aussah; dass die Texturen schärfer waren, die Farben satter, die Levels detailreicher.
Wahrscheinlich ist abermals die Nintendo Switch schuld, die schon bei Pokémon Karmesin und Purpur gezeigt hat, dass es ihr mittlerweile massiv an Power fehlt. Da die Entwickler aber schon verraten haben, dass die Hybrid-Konsole die populärste Plattform für das letzte SpongeBob-Spiel war, musste auch der Nachfolger irgendwie auf der Hardware laufen. Und so wurde offenbar die gesamte Grafik heruntergeschraubt. Und trotzdem ruckelt der Kram dann immer noch!
Quelle: THQ Nordic
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Dazu kommen noch ein paar andere Probleme, die Ladezeiten zum Beispiel. Die sind selbst auf Current-Gen-Konsolen zu lang. Da hilft auch ein selbstironischer Wartebildschirm mit der Aufschrift "Eine gefühlte Ewigkeit später" nichts. Außerdem haben sich stellenweise kleine Bugs eingeschlichen: Manchmal bricht die Sprachausgabe plötzlich ab, in vereinzelten Zwischensequenzen sind bestimmte Charaktermodelle oder Questgegenstände plötzlich unsichtbar.
Absolute Spielspaß-Killer sind diese kleinen Makel aber natürlich nicht. Sie sind viel eher ein Sinnbild dafür, was The Cosmic Shake für ein Spiel sein soll: Es ist wie der Krabbenburger, der sich mit dem Fleischbrötchen von König Neptun messen muss. Es ist vielleicht nicht göttlich, aber eben mit sehr viel Liebe gemacht und sollte Spongebob-Fans deshalb definitiv schmecken.
SpongeBob Schwammkopf: The Cosmic Shake erscheint am 31. Januar 2023 via Steam und Epic Games Store für den PC. Dazu kommen Versionen für Playstation 4, Xbox One und Nintendo Switch. Der Preis liegt bei etwa 40 Euro. Vorbesteller bekommen ein offizielles Kostümpaket mit sieben weiteren SpongeBob-Outfits dazu.
