Splatoon 3: Der farbenfrohe Shooter geht in die dritte Runde - Vorschau

Special Lukas Schmid
Splatoon 3: Der farbenfrohe Shooter geht in die dritte Runde - Vorschau
Quelle: Nintendo

Die größte Überraschung im Rahmen der letzten Nintendo Direct war definitive Splatoon 3. Doch wird der farbenfrohe Shooter genug zu bieten haben, um sich vom Vorgänger abzusetzen? Dieser Frage gehen wir in unserer Vorschau auf den Grund.

Einmal das Wort "Splatoon" gesagt, und schon dröhnt einem der unverschämt Ohrwurm-verdächtige Soundtrack der Splatoon-Spiele durch den Schädel. Na, geht es euch genauso? Dann haben wir je nach Sicht auf diesen Umstand entweder eine gute oder eine schlechte Nachricht im Gepäck: Die kunterbunte Shooterserie mit dem Quäk-Gesinge ist wieder hier! Beziehungsweise wird sie wieder hier sein, denn wie wir seit der neuen Ausgabe von Nintendo Direct von Mitte Februar 2021 wissen, kehrt die Reihe mit Splatoon 3 im Frühjahr 2022 erneut auf der Nintendo Switch ein.

Zwar haben manche Beobachter schon damit gerechnet, dass eine Ankündigung irgendwann einmal erfolgen könnte, in trockenen Tüchern war sie aber keineswegs. Gerade Nintendo neigt nicht in allen, aber in vielen Fällen dazu, vor allem bei Multiplayer-lastigen Serien nur ein Spiel pro Konsolengeneration zu entwickeln, siehe Mario Kart oder Super Smash Bros.
Bei Splatoon hatten wir durch die kurze Geschichte der Marke noch keine Erfahrungswerte, doch nun wissen wir, dass Fans wohl öfter als nur alle fünf bis zehn Jahre mal bedient werden. Das ist doch eine sehr positive Perspektive!

Tintenfischige Angelegenheit

Der schräge Humor der Splatoon-Reihe kommt natürlich auch im dritten Teil zum Tragen und zeigt sich unter anderem an den einzigartigen Figurendesigns. Quelle: Nintendo Der schräge Humor der Splatoon-Reihe kommt natürlich auch im dritten Teil zum Tragen und zeigt sich unter anderem an den einzigartigen Figurendesigns. Der Trailer zu Splatoon 3 (jetzt kaufen 59,95 € ) ist jedenfalls ungewöhnlich und verspricht, dass man trotz eines Vorgängers auf derselben Konsole nicht nur wiedergekäute Ware vorgesetzt bekommen wird. In einer staubtrockenen Wüstenlandschaft treffen wir auf ein blond bezopftes Inkling-Mädchen, dass dort gemeinsam mit einer kleinen Kreatur offenbar ihres Alltags frönt. Als was diese Szene sich entpuppt: ein Figureneditor, der verspricht, mehr Optionen zu bieten als jemals zuvor. Körpertyp, Hautfarbe, Accessoires, Frisur und die Art von Hosen, die wir tragen, werden hier angepasst, später bekommen wir noch eine ganze Menge zusätzliche Optionen spendiert und können nach und nach immer weitere Kleidungsstücke, optische Optionen und mehr freischalten. Knuffig: Auch das Aussehen unseres kleinen tierischen Begleiters dürfen wir anpassen, wenngleich (nicht überraschend) wesentlich weniger detailliert.

Paris sah schon mal besser aus

Splatoon 3 Quelle: Nintendo Neben Waffen, Outfit und Frisur können auch diverse andere Aspekte der Figuren nach eigenem Geschmack angepasst werden. Nach dieser Anfangssequenz wird es gleich mal ziemlich düster: In einem Gameplay-Ausschnitt läuft unsere kleine Heldin an einem weltbekannten Gebäude vorbei, dem Eiffelturm. Jedoch, dieser hat ganz definitiv schon bessere Zeiten gesehen - er steckt kopfüber im trockenen Boden der kaputten Welt! Wer es bisher nicht wusste, und das wäre nicht sonderlich überraschend, da die Splatoon-Lore zwar existiert, in den Spielen bis dato aber noch nie groß zur Sprache kam: Die Reihe spielt in der Postapokalypse dieser unserer Welt der Menschen, in der wir als federführende Spezies aus unbekannten Gründen ausgerottet wurden.

Zwei Teams im Kampf darum, welches der beiden mehr Fläche mit Farbe markieren kann – an diesem grundsätzlichen Spielprinzip wird sich auch diesmal nix ändern. Quelle: Nintendo Zwei Teams im Kampf darum, welches der beiden mehr Fläche mit Farbe markieren kann – an diesem grundsätzlichen Spielprinzip wird sich auch diesmal nix ändern. Nun bevölkern Inklinge, ihre Widersacher, die Oktolinge, und allerlei andere, durchgeknallte Figuren die Welt, und vom einstigen Glanz der Städte ist nicht viel übrig, wie der kaputte Eiffelturm eindrucksvoll unter Beweis stellt. Das wirkt fast ein bisschen wie Mad Max, nur anstatt mit furiosen Autonarren mit Kindern, die farbbasierte Lebewesen sind und sich jederzeit in Tintenfischkreaturen verwandeln können, um rasant durch die besagte Tinte zu zischen. Gute Güte, die Prämisse hat nach drei Spielen nichts ihrer bizarren Natur eingebüßt!

Eine Zugfahrt, die ist wüstig

Die „Stadt des Chaos“ Splatsville im gleichnamigen Distrikt ist diesmal Hubworld und unser erster Anlaufpunkt. Quelle: Nintendo Die „Stadt des Chaos“ Splatsville im gleichnamigen Distrikt ist diesmal Hubworld und unser erster Anlaufpunkt. Weiter geht es für unsere Heldin und ihr huhnähnliches Haustier nach einer Wartezeit an einem Bahnsteiggleis im Zug. Mit an Bord: zwei maritime Bewohner, genauer gesagt ein Quallen- und ein Fischwesen, Rassen, die man so auch schon in den Vorgängern gesehen hat. Die Fahrt ist wenig ereignisreich, doch der Blick aus dem Fenster zeigt, dass die trockene Ödnis bis weit, weit in die Ferne reicht. Den Namen dieses Ortes kennen wir aus der offiziellen Beschreibung zum Spiel schon, es ist der Distrikt Splatsville, Zitat: "eine brühend heiße Wüste, bewohnt von kampferprobten Inklingen und Oktolingen." Das erinnert stimmungstechnisch alles ein wenig an die Octo Expansion, die große Erweiterung zu Splatoon 2, die vor allem mit jeder Menge Singleplayer-Inhalten aufwartete.

Dass Splatoon in der Postapokalypse spielt, wissen wir schon länger, diesmal gibt’s auch visuelle Beweise – hallo Eiffelturm! Quelle: Nintendo Dass Splatoon in der Postapokalypse spielt, wissen wir schon länger, diesmal gibt’s auch visuelle Beweise – hallo Eiffelturm! Denn auch, wenn Splatoon vor allem als Multiplayer-Shooter groß geworden ist, so ist seit dem Erstling immer auch eine Story-Kampagne mit an Bord, und diesmal scheint sie, diesem ersten Trailer nach, von Anfang an mehr Relevanz zu haben als bisher. In Teil 1 und 2 erwarteten uns allerlei kurze Levels, in denen wir mit Farbe spritzen mussten, um darin entlangzusausen und Geschicklichkeitsabschnitte zu meistern, außerdem galt es Feinde zu besiegen und gegen große und kreativ gestaltete Bosse anzutreten. Gerne mehr davon, Octo Expansion holte in Sachen Levelgestaltung und Anspruch hier noch wesentlich mehr heraus, zudem würden wir es interessant finden, würden gewisse Prinzipien infrage gestellt und neu gedacht.

Wie wäre es zum Beispiel mit einer (semi-)offenen Spielwelt, diversen Nebenmissionen, Möglichkeiten, unsere Figur upzugraden? Wir werfen hier einfach mal ein paar Ideen in den Raum, das Wichtige ist, dass die Entwickler nicht bloß wieder dasselbe machen wie zuvor. Sollte der Trailer ein Indikator sein, hat man sich aber zumindest Gedanken gemacht, um hier mit neuen Ideen zu überzeugen.

New squid in town

Wir sind schon gespannt, was der Einzelspielermodus zu bieten haben wird. In den Vorgängern war das jeweils eine kurze, nette Kampagne mit Platformer-Elementen. Quelle: Nintendo Wir sind schon gespannt, was der Einzelspielermodus zu bieten haben wird. In den Vorgängern war das jeweils eine kurze, nette Kampagne mit Platformer-Elementen. Nach der Zugfahrt kommt die Inkling-Dame in der Hauptstadt des Distrikts an, dem gleichnamigen Splatsville. Anders als in der Wüste herrscht hier ein buntes Treiben, Hoch- und Wohnhäuser voller Leuchtreklame und zum Trocknen aufgehängte Wäsche prägen das Bild - ein spannender Kontrast, auch zu den deutlich aufgeräumteren Hubworlds der Vorgänger! Und dann zeigt der Ankündigungstrailer das, worauf wohl ein Großteil der Splatoon-Fans gewartet hat: Es geht los in rasanten, kunterbunten Mehrspielerschlachten! Zwei Teams zu jeweils vier Spielern, viele unterschiedliche Waffen, darunter der Farbroller, Scharfschützengewehre, Schrotflinten und mehr; alles natürlich in jugendgerechter Form. Denn anstatt Munition fliegt eben Farbe, und es geht auch nicht darum, die Feinde kaputtzumachen, sondern Böden, Wände und alles um uns herum einzufärben, auf dass nach Ablauf des Timers mehr Fläche in unserer Farbe erstrahlt als in jener der Widersacher.

Kid oder Squid –ob wir auf diese ewige Frage in Splatoon 3 wohl endlich eine Antwort bekommen werden? Erneut können wir uns jedenfalls jederzeit verwandeln. Quelle: Nintendo Kid oder Squid –ob wir auf diese ewige Frage in Splatoon 3 wohl endlich eine Antwort bekommen werden? Erneut können wir uns jedenfalls jederzeit verwandeln. So geht Shooter auf Nintendo-Art, und dass das Konzept funktioniert, haben die beiden Vorgänger ja schon eindrucksvoll bewiesen. Wir rennen rum, zischen als Tintenfische durch die Farbe, um unsere Munition wieder aufzuladen (bitte fragt uns nicht, inwiefern das logisch ist), weichen aus, markieren im wahrsten Sinne des Wortes unser Revier und geben uns dem wahnwitzigen Splatoon-Irrsinn hin. Das wirkt in den Szenen, die im Video zu sehen sind, kaum anders als in den Vorgängern, auch nicht in technischer Hinsicht. Während wir bei der Kampagne auf größere Anpassungen hoffen, finden wir das im Falle des Mehrspielerparts aber auch völlig in Ordnung. Warum auf Zwang verändern, was funktioniert, da sind neue Waffen, mehr kosmetische Optionen, Balancing-Anpassungen, kreative Maps und Co. das, was sich die Spieler erwarten und wünschen. Kurzum: Wenn wir das bekommen, was hier versprochen wird, wird sich kaum ein wartender Fan beschweren.

Bitte warten

2022 also kommt Splatoon 3, und es bleibt abzuwarten, ob unsere Wünsche und Annahmen bis dahin bestätigt wurden und ob sich im Laufe der Entwicklung noch dramatische Veränderungen ergeben werden. Wir sind auf jeden Fall guter Hoffnung, dass auch Teil 3 der Reihe zur Ehre gereichen wird. Eine Sache noch: Bitte, Nintendo, gebt uns diesmal Voice Chat ohne Anbindung an die doofe Handy-App, die keiner benutzt!

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