Lego One Piece: Windmühlendorf & Zirkuszelt von Buggy im Doppeltest - Einfach mehr One Piece

Test Christopher Barnes
Lego One Piece: Windmühlendorf & Zirkuszelt von Buggy im Doppeltest - Einfach mehr One Piece
Quelle: PCGH-Ratgeber

Diesmal gibt es zwar etwas kleinere One Piece-Lego-Sets, dafür aber gleich zwei in einem Test! Die Hütte im Windmühlendorf bietet einen schönen Blick zurück in Ruffys Vergangenheit, während das quietschbunte Zirkuszelt von Buggy dem Clown mit mehreren "Attraktionen" aufwartet. Doch welches schneidet besser ab und wie sieht es mit den Minifiguren aus? Darum geht's in diesem Doppeltest.

Nachfolgend finden Sie einen Hands-on-Praxistest unseres Redakteurs Chris. Um persönliche Erfahrungen und Einschätzungen authentisch wiedergeben zu können, ist der Testbericht in der Ich-Form verfasst.

Obwohl der Release von Netflix' One Piece-Adaption noch in der unwirschen See des kommenden Jahres verborgen ist, können Fans der Serie sich die Wartezeit mit den dazu passenden Lego-Sets versüßen. Und heute habe ich gleich zwei davon im Gepäck! Die Hütte im Windmühlendorf und das Zirkuszelt von Buggy dem Clown sind nämlich beides eher kleinere Sets, die sich zudem an die jüngeren Baumeister richten. Daher gibt es hier den Special Doppeltest, für den ich mir angeschaut habe, ob sie im Fahrwasser der wirklich schicken Flying Lamb segeln oder ob sie so wackelig wie der Arlong Park sind.

Technische Details
  • Set-Name & Nummer: Hütte im Windmühlendorf (75636)
  • Themenwelt: One Piece
  • Teileanzahl: 299 Teile
  • UVP & Preis pro Teil: 29,99 €/ etwa 10 Cent pro Teil
  • Aufbauzeit: Weniger als eine Stunde
  • Minifiguren: 3
  • Aufkleber vs. Prints: 6 Sticker, keine Prints
  • Maße des fertigen Modells in cm (L×B×H): 13 × 19 × 19
  • Altersempfehlung: 8+

Hütte im Windmühlendorf: Was ist in der Box?

Los geht es mit dem kleineren der beiden Sets, der Hütte im Windmühlendorf. Mit nicht einmal 300 Teilen bekommt man hier einen vergleichsweise kurzen Spaß. Der enthält aber immerhin drei Minifiguren - auf die ich am Ende des Artikels zu sprechen komme - und die sehr hübsche lila Teufelsfrucht. Aufgeteilt sind die Steine in drei Tüten und darüber hinaus gibt es noch das Boot, sechs Sticker sowie eine schlanke Anleitung (zur Digitalversion).

Prints gibt es leider keine, was insbesondere dadurch etwas negativ auffällt, weil allein drei der sechs Sticker an das Surfbrett angebracht werden. Natürlich kann man entgegenhalten, dass es sich so auch für andere Zwecke nutzen lässt. Doch wer ohnehin kein Fan von Stickern ist, dürfte sich daran womöglich stören. Andererseits gibt es wiederum einige außergewöhnlichere Steine, darunter neben besagter Frucht etwa eine niedliche Krabbe, die Barausstattung und ein diagonales Teil des Stegs. Das ist nichts Weltbewegendes, aber immerhin wurde nicht einfach der Weg des geringsten Widerstands gegangen.

Bildergalerie

Ein schicker, kleiner Schuhkarton

Damit bin ich eigentlich auch schon mitten beim Bau, der trotz der Einfachheit mit einigen schönen Ideen daherkommt. Besonders gut gefiel mir hier das Dach, das gleichzeitig detailverliebt und doch simpel ist, da beide Hälften gleich gebaut und anschließend einfach aufgelegt werden. Stabil bleibt das Ganze dabei aber trotzdem. Sehr ansehnlich ist die Bar ebenfalls, wenngleich sie, um damit wirklich zu spielen, viel zu eng ist. So passen die Minifiguren etwa nicht an die ohnehin bereits sehr winzigen Tische, was die Frage aufwirft, wen Makino hier überhaupt bewirten soll. Das steht leider im ziemlichen Kontrast zur niedrigen Altersempfehlung. Immerhin ist das Set simpel genug, um mit ein wenig Kreativität auch selbst erweitert werden zu können. Für sich allein ist es hingegen nicht nur recht klein und bietet vor allem auf die One Piece-Geschichte bezogen wenig Spielwert - es ist auch nach weniger als einer Stunde fertig gebaut.

Technische Details
  • Set-Name & Nummer: Zirkuszelt von Buggy dem Clown (75637)
  • Themenwelt: One Piece
  • Teileanzahl: 573 Teile
  • UVP & Preis pro Teil: 49,99 €/ etwa 9Cent pro Teil
  • Aufbauzeit: Etwas über eine Stunde
  • Minifiguren: 4
  • Aufkleber vs. Prints: 8 Sticker, keine Prints
  • Maße des fertigen Modells in cm (L×B×H): 16 × 15 × 14
  • Altersempfehlung: 8+

Zirkuszelt von Buggy dem Clown: Was ist in der Box?

Ein wenig länger hat man dagegen mit dem Zirkuszelt von Buggy dem Clown seinen Spaß, das beinahe doppelt so viele Teile enthält. Prints sucht man hier ebenfalls vergeblich, Sticker gibt es dagegen sogar acht. Interessanter wird es allerdings, wenn man sich die besonderen Steine anschaut. Buggys Extragliedmaßen, Skelettbeine als Geländer und Exo-Force-Arme als Käfigstangen sind dabei nur einige Beispiele. Die befinden sich in insgesamt sechs Tüten; bis auf die Anleitung (zur Digitalversion) ist jedoch nichts weiter im Karton.

Spannen wir das Zelt von vorn auf

Ähnlich wie der Arlong Park besteht auch das Zirkuszelt aus mehreren Modulen. Das Kernstück des One Piece-Lego-Sets bildet hier Buggys Thron samt Überbau, der von einer kleinen Tribüne, einer Drehscheibe und einem sprengbaren Wassertank ergänzt wird. Ersterer ist offenkundig am umfangreichsten, doch selbst zusammen mit den übrigen Modulen ist man in etwas weniger als einer Stunde mit allem fertig.

Bildergalerie

Aufgrund der Kleinteiligkeit - und weil hier einfach viel mehr passiert - ist der Bau spürbar abwechslungsreicher. Und das hervorstechendste Merkmal ist selbstverständlich der große, mit satten vier Sticken ausgestattete Clownskopf. Durch die bunte wie einzigartige Bauweise lässt sich das Set allerdings, gerade im Vergleich zur eher schlichten Hütte, nicht ganz so leicht selbst erweitern. Dabei hätte sich das aufgrund der Module durchaus angeboten. Einzelne Attraktionen können zwar immer noch relativ leicht hinzugebaut werden. Das Zelt zu vervollständigen dürfte sich dagegen als etwas komplizierter erweisen. Dafür hat es durch seine interaktiven Elemente und die spannende Sequenz in der Handlung, die das Set abbildet, auf spielerischer Ebene etwas mehr zu bieten.

Die Figuren

Und noch einen weiteren großen Unterschied habe ich mir für den Schluss aufgehoben. Buggy selbst ist der klare Showstealer in seinem Set: Mantel, Kopf und vor allem der Hut sind hier klar hervorzuheben. Darüber hinaus gibt es, bis auf Zorros alternatives Outfit, aber wenig Neues bei den übrigen Figuren. Wer noch kein einziges Set hat, wird sich natürlich über die Bande freuen. Bei mir stapeln sich dagegen schon die Namis.

Umso froher bin ich da über den jungen Ruffy und Shanks, die das Repertoire schön erweitern, wenngleich sie ein eher kurzes Kapitel aus One Piece erzählen. Doch ein wirklich herber Minuspunkt ist Makino bzw. ihr völlig schmuckloser grauer Rock. Vielleicht dachte man sich ja, sie stehe ohnehin vorrangig hinter der Bar. Aber zumindest ein paar Details wären schon drin gewesen. Zumal auch die anderen beiden weder bedruckte Arme noch Beine haben.

Lego One Piece Windmühlendorf & Zirkuszelt von Buggy: Fazit

Beide Lego-Sets haben optisch definitiv etwas für sich - dem einen gefällt die Schlichtheit des Windmühlendorfs mehr, dem anderen die Quirkiness des Zirkuszelts. Von der Bauherausforderung darf man sich natürlich nicht allzu viel erwarten, da beide ein Mindestalter von 8 empfehlen. Die eine oder andere clevere Idee hat es aber dennoch hineingeschafft. Dazu zählen für mich das schicke wie praktische Hüttendach, und auch der Wassertank ist ein nettes Gimmick.

Auf der Gegenseite stehen die winzigen Innenmaße der Hütte und die etwas karge Auswahl bei den Zirkuselementen. Dabei wäre ein geschlossenes Lego-Zirkuszelt auch mit wenigen Teilen erreichbar, sodass man sich mehr als nur ein Achtel eines potenziell größeren Ganzen ins Regal stellen kann. Die Sticker-Print-Frage lasse ich an der Stelle mal aus. Immerhin gibt es wieder einen bzw. zwei Steckbriefe zu sammeln, die ich bewusst aus der Print-Liste außen vorgelassen habe. Doch auch im Bezug auf die Minifiguren wäre hier wirklich mehr drin gewesen. Ja, Shanks und gerade Buggy sind eine tolle Erweiterung. Der Rest hätte dagegen etwas mehr Liebe vertragen und über Makinos Rock bin ich immer noch nicht hinweg.

Insgesamt kann man sagen, das Hütten-Set, welches mir persönlich besser gefällt, ist simpler, dafür aber leicht erweiterbar und passt theoretisch auch zu Sets jenseits des One Piece-Kosmos. Hobbybaumeister freuen sich außerdem über einige interessante Steine und - wer schon einige Sets hat - über die drei neuen Figuren. Das Zirkuszelt hat dagegen mit Buggy einen echten Hingucker, ist beim Bau abwechslungsreicher und bringt ebenfalls viele interessante Kleinteile mit. Durch seine Zerstückelung verspielt es aber leider einiges Potenzial. Daher würde ich hier eher auf einen Sale warten, wogegen die Hütte im Windmühlendorf für heutige Verhältnisse recht fair bepreist ist. Am Ende bleibt also die Frage, ob man einfach All-in One Piece gehen oder sich für das passendste Set entscheiden möchte.

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