Skull Island: Rise of Kong - Impressionen aus dem Gollum-Like

Special Stefan Wilhelm 53,99 €
Skull Island: Rise of Kong - Impressionen aus dem Gollum-Like
Quelle: GameMill Entertainment / IguanaBee

Heimtückisch und größtenteils unbeachtet von der Öffentlichkeit wurde kürzlich ein neues Lizenzverbrechen begangen. Wir haben uns das Desaster angesehen.

Nun darf ich also endlich die Kontrolle über den Star der Show übernehmen und meinen blutigen Rachefeldzug gegen Dinos, Krabben und ... fliegende Dinos beginnen. Aber Moment mal - bin ich denn jetzt überhaupt ein Riesengorilla? Ich fühle mich irgendwie genauso klein und unbedeutend wie vor dem Bildschirm, nur dass ich im Spiel noch ein halbgutes Affenkostüm trage! Bei dem Versuch, ein Gespür für die Größe des Protagonisten und seiner Gegner zu vermitteln, versagt Donkey Skull Island 2: King's Kong Quest leider auf ganzer Linie. Ich bin ein normal großer Affe, der auf einer normal großen Tropeninsel gegen normal große Dinos kämpft. Dass mal Bäume umknicken, wenn ich durchlaufe, meine Aktionen irgendeine Wucht haben oder die Landschaft spektakulär und riesig aussieht, kann man bei der Asset-flippigen Präsentation aber wahrscheinlich ohnehin vergessen.

Bestenfalls ein PS2-Primat

Dass man mir nun auch alle Fähigkeiten weggenommen hat, die ich als Mama Kong noch besaß, macht's nicht besser. Das Spiel ist eine Mischung aus hakeligem Klettern und unbefriedigendem Kämpfen, beides mit nur einer Handvoll Aktionen, die ich nun offenbar mühsam wieder freischalten muss.

Neben Prankenhieben in einer Drei-Schläge-Combo und einer starken Attacke darf ich noch Felsbrocken und kleine Gegner aufheben. Physikalisch lässt sich die Power dieser Würfe ungefähr mit der eines Wattebauschs vergleichen.

Affe haut Quelle: GameMill Entertainment / IguanaBee Erledige ich einen Gegner per Finisher, sind die Animationen meistens nicht aufeinander abgestimmt, und im Falle der Riesenwürmer stürzt sich Kong gerne auch mal direkt in den Boden oder eine Felswand, weil man sich für Kollisionsabfrage schließlich Mühe geben müsste.

Genauso, wie ich mir Mühe geben muss, mich in der überall gleich aussehenden Dschungellandschaft zurechtzufinden. Es gibt eine Map, die mit dem schönen Hinweis "Nutze die Karte, um deine Position auf Skull Island zu orten" versehen wurde. Aber dreimal dürft ihr raten, was auf der Karte nicht angezeigt wird - richtig! Meine Position!

Das mit dem "selbst herausfinden" wird auch schwierig, wenn Karte und tatsächliche Spielwelt kaum was miteinander zu tun haben. Immerhin darf ich auch den King-Kong-Brüller benutzen, damit der richtige Weg optisch hervorgehoben wird. Zumindest, wenn diese Hervorhebung nicht von irgendetwas anderem verdeckt wird. Was oft passiert.

Von Hügeln zum Beispiel, denen ich mich noch weiter nähern müsste, damit die Engine dieses Machwerks sie irgendwann in die richtige Position schiebt. Als ich dann beim simplen Klettern an einer Rankenwand hängenbleibe, weil das Spiel meine Eingaben nicht mehr annimmt, beschließe ich, dass ich erst einmal genug gesehen habe.

Was mir gut gefiel: Ich konnte Knöpfe drücken und der Affe auf dem Bildschirm hat dann meistens tatsächlich Dinge getan. Manchmal hat er auch lustig in die Kamera geschaut. Außerdem habe ich jetzt ein weiteres Spiel für mein Flop-10-Video zum Jahresende, das sogar Gollum den Rang streitig macht.

Was mir nicht so gut gefiel, waren nur das Gameplay, die Steuerung, die Kämpfe, die Levels, die Spielerführung, die Story, der Sound, die Grafik, der technische Zustand, die nicht vorhandene Abwechslung und der Preis von knapp 40 Euro. Fans grottenschlechter Affenspiele können bedenkenlos zugreifen, alle anderen sollten nicht einmal probespielen.

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