Geistig fit im Alter: Spiele für die Eltern und Großeltern zu Weihnachten
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Videospiele verbessern erwiesenermaßen die Gedächtnisleistung und beugen Demenz vor. Wir stellen euch in diesem Artikel die besten Switch-Spiele vor, um auch im Alter geistig fit zu bleiben, ohne gleich zum Pro-Gamer zu werden.
Es weihnachtet sehr und wie in jedem Jahr bedeutet das: Shoppinglisten! In diesem Artikel stellen wir euch die besten Spiele vor, um eure Großeltern (oder Eltern) an Weihnachten zu überraschen und gleichzeitig ihre Gedächtnisleistung zu verbessern. Dabei tut ihr euren Lieben sogar etwas Gutes! Videospiele sind hervorragend geeignet, um Demenzerkrankungen vorzubeugen oder ihren Verlauf zu verlangsamen. Wichtig: An dieser Stelle reden wir nicht über ältere Semester, die bereits mit Zork, NetHack und dem ARPANET aufgewachsen sind, sondern um komplette Neueinsteiger. Wir haben uns deshalb für die Switch-Varianten entschieden, da zum einen eine Spielekonsole deutlich besser für Spiele-Quereinsteiger geeignet ist, als ein vollumfänglicher Gaming-PC. Zum anderen kommt die Switch überall im Haus zum Einsatz und kann auch bequem am Küchentisch oder im Bett genutzt werden, wenn es die Situation erfordert. Merke: Je weniger Aufwand ein Quereinsteiger beim Spielen hat, desto häufiger wird er es tun. Wir wollen in diesem Artikel nicht nur eine gute Weihnachts-Shoppingliste für Oma und Opa aufstellen, sondern in der Hauptsache Barrieren entfernen, um eure Eltern oder Großeltern geistig fit zu halten.
In diesem Artikel
Dazu erläutern wir zunächst die zugrundeliegenden Fakten und füttern diese mit den entsprechenden Studien. Danach widmen wir uns einer geeigneten Liste von Switch-Spielen, die der Studien-Empfehlung folgen und trotzdem nicht allzu kompliziert ausfallen. Ebenfalls wichtig ist hier vor allem eine solide Langzeitmotivation, welche unsere Lieben für lange Zeit bei der Stange halten, ohne dass die Switch samt Spielen in der Ecke landet. Als letztes i-Tüpfelchen sollten die Spiele ein angenehmes Thema aufweisen und für Entspannung sorgen. Denn auch wenn zum Beispiel "Super Marios Bros. U Deluxe" definitiv gut für das Gehirn und das Reaktionsvermögen ist, sind Spiele dieser Art für ältere Neueinsteiger oft viel zu hektisch. Los geht's!
Quelle: PC Games
Die Plattform unserer Wahl ist die Switch: Sie ist einfach zu bedienen, mobil und weist mit Nintendos Katalog einige der einsteigerfreundlichsten Spiele überhaupt auf.
Wie Videospiele unser Gehirn trainieren und unsere Stimmung verbessern
Es ist inzwischen seit langer Zeit bekannt, dass Videospiele die Gehirnleistung in vielen Bereichen verbessern, indem sie etwa die Erinnerungsfunktion sowie die Fähigkeit, schnelle Entscheidungen zu treffen, verbessern. Auch die Neuroplastizität wird durch regelmäßiges Spielen drastisch gesteigert: Die Bereitschaft des Gehirns, sich auf neue Situationen einzustellen und damit die Verbindung von Nervenzellen zu stärken, ist in jedem Lebensalter wichtig. Nach dem Erhalt neuer Informationen kann sich ein Gehirn mit hoher Neuroplastizität leicht an neue Umstände und Funktionen anpassen. Ein Gehirn, das nur wenigen neuen Reizen ausgesetzt wird, schränkt sich hingegen in seiner Funktion ein. Das Ganze folgt dem grundlegenden Prinzip, nach dem auch Knochendichte, Muskeln und fast alle andere in unserem Körper funktionieren: "Use it or lose it" - benutze es oder verliere es. Videospiele bringen vor allem in Zeiten, in denen der zwischenmenschliche Kontakt ohnehin sehr eingeschränkt ist, neue Erlebnisse und vor allem neue Problemstellungen mit sich. Das ist gut, denn das Gehirn liebt es, neue Probleme zu lösen. Übrigens: Wer mehrere völlig unterschiedliche Spielegenres zockt, erhöht diesen Lerneffekt zusätzlich!
Ob Strategiespiel oder Tischtennis - alles hilft
Das ist sogar so bedeutend für uns, dass regelmäßige Videospiel-Sitzungen verschiedenen Formen der Altersdemenz vorbeugen können. Nach dem Einsetzen einer wie auch immer gearteten Demenz können der Fortschritt der Krankheit außerdem verlangsamt und die unangenehmen Folgen der Demenz abgeschwächt werden. Jedes Spiel hilft dabei, von Solitaire, über Civilization bis hin zu Call of Duty - laut einer Studie der Abteilung für Neurobiologie und Verhalten der Universität von Kalifornien sind es aber vor allem Spiele mit dreidimensionaler Darstellung, die diesen Effekt in vollem Umfang erzielen. Dabei wird die Erinnerungsfunktion des Hippocampus, sprich der Übergang vom Kurzzeit ins Langzeitgedächtnis vor allem bei älteren Bevölkerungsgruppen deutlich verbessert.
Quelle: PC Games
Die „memeoreBox“ wird in der Bewegungstherapie eingesetzt und wurde in Kooperation mit Größen wie der Charité in Berlin und Microsoft entwickelt.
Die Wirkung hält laut der Studie bis zu vier Wochen nach einer einmonatigen "Spiele-Therapie" an, bei der täglich insgesamt ca. 45 Minuten gezockt wurde. "Dr. Kawashimas Gehirnjogging" und ähnliche Trainingsprogramme sind übrigens ebenfalls geeignet, um den Fortschritt der Krankheit zu verlangsamen, können einem 3D-Spiel mit seinen visuellen Reizen und langfristigen Motivationsfaktoren jedoch bei Weitem nicht das Wasser reichen. Noch besser qualifiziert sind Spiele, die körperliche Bewegung mit geistiger Anstrengung kombinieren. Selbst eine halbe Stunde täglich wirken hier in Bezug auf das Abschwächen einer Altersdemenz wahre Wunder.
Dieser Effekt wird auch in der Therapie mit Hilfe der sogenannten "memoreBox" eingesetzt. In Kooperation mit Größen wie dem Universitätsklinikum Hamburg und der Charité in Berlin, sowie Microsoft und der Ludwig-Maximilians-Universität München entwickelt, bietet die Box auch körperlich eingeschränkten Senioren die Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen. In der kompakten Konsole steckt im Endeffekt eine Kamerasteuerung, ähnlich wie im Falle von Microsoft Kinect. Die verfügbaren Spiele beschränken sich hier auf Dauerbrenner wie Kegeln, Tischtennis und Singspiele; dafür benötigt man weder einen Controller noch eine dicke Gebrauchsanleitung.
Regelmäßiges Zocken steigert das Wohlbefinden
Es gibt sogar noch weitere frohe Kunde, denn gemäß einer Studie des Internetinstitutes der Universität von Oxford steigern Spiele auch unser Wohlbefinden und verbessern unsere Stimmung. Bevor ihr euch wütend in die Kommentarsektion begebt: Natürlich gilt das nur dann, wenn der sogenannte "Flow-Zustand" erreicht wird, sprich ein Spielfluss, der den Spieler umfassend fordert, sodass er seine gesamten Fähigkeiten zur Anwendung bringen kann - ohne ihn dabei zu frustrieren. Laut der Studie sind (bei einem geeigneten Spiel) vor allem Gefühle von Autonomie, Verbundenheit, Kompetenz und Freude dafür verantwortlich, dass unser Wohlbefinden steigt und unser Stresslevel sinkt. Und ihr habt es erraten: Auch dieser Effekt ist hervorragend geeignet, um Demenz-Symptome abzuschwächen.
