Umweltschutz in Videospielen, Seite 2

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Umweltschutz in Videospielen, Seite 2
Quelle: ZU Digital, UNESCO MGIEP

Die Auswirkungen des Klimawandels sind längst nicht mehr zu übersehen. Auch in der Gaming-Branche wird das Thema immer wichtiger. Unser Umweltschutz-Report.

Sehr gut gefiel der Jury darüber hinaus Away: The Survival Series, ein toll inszenierter Mix aus 3D-Abenteuer und Natur-Doku mit einem Kurzkopfgleitbeutler als Protagonisten, der in einer vom Klimawandel ins Chaos gestürzten Welt ums Überleben kämpft. Witzig: Um die Brücke zur "Playing for the Planet"-Aktion zu schlagen, entdeckt das Tier auf seiner Odyssee durch den Urwald immer wieder Schilder mit der Aufschrift "Reforestation Zone - Play4Forests". Der Spieler erhält also Hinweise darauf, dass Menschen durchaus versucht haben, die im Spiel bereits gestartete Katastrophe doch noch zu verhindern.

Auch in Media Molecules Kreativbaukasten Dreams finden kurze Spiele mit Umweltbezug immer wieder Einzug. In Pick Up Quick! gilt es, zwei Traumstrände in Neuseeland unter Zeitdruck von Müll zu befreien. Quelle: Media Molecule Auch in Media Molecules Kreativbaukasten Dreams finden kurze Spiele mit Umweltbezug immer wieder Einzug. In Pick Up Quick! gilt es, zwei Traumstrände in Neuseeland unter Zeitdruck von Müll zu befreien. Wachrütteln für das Thema Klimaschutz möchten die Macher Käufer der Disk-Fassung außerdem mit einer interessanten Augmented-Reality-Aktion: Wer eine spezielle App installiert und sein Handy auf die Spieleverpackung hält, sieht in einer aufwendig animierten Sequenz, wie das Flughörnchen vom Flammen umringt wird. Dicht gefolgt von einem Link, um für ein Aufforstungsprojekt zu spenden.

Zu den großen Gewinnern des Wettbewerbs zählen außerdem die in London stationierten Mobile-Game-Profis ustwo. Unter dem Schlagwort "A Tree in All of Us" implementierten sie brandneue, waldbezogenen Inhalte in ihren Puzzle-Hit Monument Valley 2 und verknüpften das Ganze unter anderem mit der Play4Forests-Petition sowie einer groß angelegten Baumpflanz-Aktion der Online-Plattform ecologi.com. "Es ist wirklich wichtig, dass Games-Unternehmen ihre Spieler in diese Themen des Klimawandels einbeziehen. Als Branche hat die Spieleindustrie eine riesige einzigartige Gelegenheit, ihr Publikum zu engagieren und zu fesseln", kommentiert Jane Campbell von ustwo den Award-Gewinn gegenüber Euronews.

Aufforstung steht hoch im Kurs

Im dem auf optischen Minimalismus getrimmten Indie-Aufbauspiel Block’Hood von 2017 dreht sich alles um den Aufbau einer möglichst nachhaltig funktionierenden Nachbarschaft. Quelle: Plethora Project / Devolver Digital Im dem auf optischen Minimalismus getrimmten Indie-Aufbauspiel Block’Hood von 2017 dreht sich alles um den Aufbau einer möglichst nachhaltig funktionierenden Nachbarschaft. Neben der "Playing for The Planet"-Allianz, der seit Juni 2021 auch der deutsche Game-Verband angehört, gibt es mittlerweile Dutzende Games-Firmen, die eigene Initiativen ins Leben gerufen haben. Beispiel Bethesda: Auf der der Gamescom 2019 verzichtete man bewusst auf jedwede Art von Merchandise und verpflichtete sich stattdessen, 0,666 Quadratmeter Wald stellvertretend für jeden Besucher anzupflanzen, der am Messestand in Köln Doom Eternal spielte. Die Aktion lief unter dem Motto "The Doom Wood Project: Raze Hell & Save the World" und führte dazu, dass sich die "Endsumme" auf knapp 8.000 Quadratmeter Wald belief. Umgesetzt wurde die Aktion schließlich in einem Waldgebiet nahe der oberfränkischen Stadt Pegnitz im Landkreis Bayreuth. Wer mal reinschauen will: Im YouTube-Video "Wir pflanzen einen Wald - den DOOM WOOD!" wird Bethesdas Baum-Kampagne in Videoform dokumentiert.

In eine ähnliche Kerbe schlägt die "Save the World Edition" des überraschend unterhaltsamen Survival-Aufbauspiels Endzone: A World Apart (PC Games: 7 von 10). Denn wer eben diese Fassung des Spiels via Steam kauft, für den lässt Publisher Assemble Entertainment von der Non-Profit-Organisation OneTreePlanet einen Baum pflanzen. Den Soundtrack zum Spiel gibt's gratis obendrauf. Geht's nach Assemble Entertainment, wachsen weltweit seither (Stand: Mai 2021) knapp 50.000 neue Bäume heran, unter anderem in Aufforstungsgebieten in Brasilien, Kalifornien, Uganda und dem pazifischen Nordwesten der USA.

Umweltthemen: Oft mittels Add-on nachgerüstet

Wer überlebt trotz Klimawandel, Raubtieren und Krankheiten? Das rundenbasierte, auch auf Steam erhältliche PC-Spiel Niche vermittelt die Prinzipien der Genetik und konnte schon über 3300 Wertungen auf Steam einsammeln, 89 Prozent davon positiv. Quelle: Stray Fawn Studio Wer überlebt trotz Klimawandel, Raubtieren und Krankheiten? Das rundenbasierte, auch auf Steam erhältliche PC-Spiel Niche vermittelt die Prinzipien der Genetik und konnte schon über 3300 Wertungen auf Steam einsammeln, 89 Prozent davon positiv. Ein weiterer, gern genutzter Weg, um Umweltschutzthemen in Spielen aufzugreifen, sind Erweiterungen. So sorgt beispielsweise im Civilization-6-Add-on Gathering Storm das Gameplay-Element Klima für gänzlich neue Herausforderungen. Dies gilt vor allem für das Spielerlebnis ab der Modernen Ära, in der ein zu hoher Anstieg der Treibhausemissionen in einer zunehmenden Häufung von Naturkatastrophen wie etwa Hurrikans oder Überschwemmungen resultiert. Seit dem Antarctic Late Summer Update greift außerdem eine weitere Spielmechanik. Sie führt dazu, dass Dürren und Stürme nach dem Erreichen der vierten Klimawandelphase einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit betroffener Landschaftsfelder haben. Gut umgesetzt werden Umweltschutzthemen aber auch in der Erweiterung Nachhaltig Leben für Die Sims 4 sowie dem Add-On Green Cities für Cities: Skylines.

Hochleistungsgrafikkarten liefern atemberaubende 4K-Spieleoptik, sind aber leider auch echte Stromfresser. Die hier abgebildete Geforce RTX 3090 von Nvidia braucht 350 Watt – 130 Watt mehr als eine RTX 3070. Quelle: Nvidia Hochleistungsgrafikkarten liefern atemberaubende 4K-Spieleoptik, sind aber leider auch echte Stromfresser. Die hier abgebildete Geforce RTX 3090 von Nvidia braucht 350 Watt – 130 Watt mehr als eine RTX 3070. Abseits solch etablierter Marken von renommierten Studios wie Firaxis (Civilization 6), Colossal Order (Cities: Skylines) oder Maxis (Die Sims 4) drängen seit einigen Jahren immer wieder auch Indie-Studios in den Sektor "Green Gaming" vor und sorgen mit kreativen Ansätzen für frischen Wind. Sei es nun das mit komplexen "Was wäre wenn?"-Szenarien gespickte Strategiespiel Fate of the World, das putzige Point'n'Click-Abenteuer Botanicula von Amanita Design, das storylastige Tauchabenteuer Beyond Blue von ZU Digital oder das Online-Survial-Spiel Evo von Strange Loop Games, das bereits mehr als 5400 positive Nutzerwertungen auf Steam vorweisen kann - die Zahl an neuen Blickwinkeln auf das Thema wächst.

Ausblick: Jeder Einzelne ist gefragt

Das von der UNESCO ins Leben gerufene Mobile-Game World Rescue spielt in Brasilien, China, Indien, Norwegen und Kenia und versetzt euch in die Rolle von Teenagern, die dort gegen die Folgen von Abholzung, Luft- und Wasserverschmutzung, Überschwemmungen respektive eines Cholera-Ausbruchs kämpfen. Quelle: ZU Digital / UNESCO MGIEP Das von der UNESCO ins Leben gerufene Mobile-Game World Rescue spielt in Brasilien, China, Indien, Norwegen und Kenia und versetzt euch in die Rolle von Teenagern, die dort gegen die Folgen von Abholzung, Luft- und Wasserverschmutzung, Überschwemmungen respektive eines Cholera-Ausbruchs kämpfen. Während der Klimawandel unaufhaltsam voranschreitet, ist man - wie die bisher skizzierten Beispiele gezeigt haben - auch in der Games-Branche längst nicht mehr untätig. Mehr und mehr Unternehmen sind mittlerweile empfänglich für die Problematik und haben teils weitreichende Schritte ergriffen, um ihren Betrag leisten. Um den Klimawandel auf allen Ebenen zu bekämpfen, ist aber nicht zuletzt die Verantwortung jedes Einzelnen gefragt. Doch wie? Ein erster Schritt tätig zu werden, kann beispielsweise darin bestehen, den eigenen CO2-Gaming-Fußabdruck zu ermitteln. Wie lange spiele ich am Tag und auf welchen Geräten? Wie viel Strom verbrauchen diese Geräte? (Messgeräte gibt's für zehn Euro im Baumarkt) und wie viel zahle ich eigentlich pro Kilowattstunde für welche Art von Strom?

Konnten diese Daten ermittelt werden, helfen in der Regel Web- oder App-basierte Stromkosten- und CO2-Rechner dabei, die Tragweite des Problems zu quantifizieren. So gewappnet ist es dann meist deutlich einfacher, sein Handeln zu analysieren und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Muss ich die stromhungrige PlayStation 5 beziehungsweise Xbox Series X während des Abendessens wirklich pausiert und bei eingeschaltetem 4K-Bildschirm durchlaufen lassen? Oder wäre es nicht vielleicht sinnvoller, sie zwischenzeitlich in den Ruhemodus zu schalten und dann nach dem Essen genau dort weiterzumachen, wo ich aufgehört habe? Habe ich mich eigentlich je mit den Stromspar-Optionen meiner Konsole und meines PC auseinandergesetzt? Ist es wirklich sinnvoll, grafisch wenig anspruchsvolle Multiplayer-Titel wie beispielsweise "Among Us" auf dem Highend-PC zu daddeln, wenn ich dasselbe auch auf dem Smartphone tun könnte?

Würden alle Spielerinnen und Spieler immer wieder mal über diese und ähnliche Fragen nachdenken und ihre Handeln entsprechend anpassen, wäre zweifelsohne ein weiterer wichtiger Schritt getan.

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