Faszination Lebenssimulationen: Der ganz normale Gaming-Alltag
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Die Sims, Stardew Valley oder doch eine Dating-Sim: Das gespielte Leben übt auf viele einen immer größeren Reiz aus. Was aber definiert dieses ungewöhnliche Genre und wieso entsteht bei Lebenssimulationen eine ganz besondere Faszination?
Dating-Sims entnehmen einen äußerst populären, weil sehr emotionalen und intimen Teil aus dem Genre der Lebenssimulationen und schmücken diesen durch Entscheidungsfreiheiten, Geschichten und oft auch einen ungewöhnlichen Grafikstil aus.
Mehr als nur von Mensch zu Mensch
Aber Lebenssimulationen müssen nicht immer den Alltag, Beziehungen oder auch Gemeinschaften widerspiegeln. Zum Genre gehören auch Titel, die die Weiterentwicklung von Lebewesen in den Mittelpunkt stellen. Erinnert ihr euch etwa noch das ebenfalls unter der Führung von Will Wright entstandene Spore? Hier führt ihr eine neue Spezies durch die Evolution - vom Einzeller bis hin zur modernen Gesellschaft von Raumfahrern. Spore war in seiner Progression sicherlich nicht fehlerfrei, bot aber einen interessanten Spielansatz und zeigte vor allem neue Wege auf. Selbst Taktik-Titel wie die Civilization-Reihe (seit 1991) und Crusader Kings 3 (2020), in denen man das eigene Volk durch die Geschichte führt und dabei deren Geschicke prägt, fallen im weitesten Sinne in die Kategorie Lebenssimulation, legen den Fokus aber natürlich - ähnlich wie das eingangs erwähnte Frostpunk 2 - stärker auf den Strategie-Aspekt.
Auch Spiele, in denen wir uns in erster Linie um virtuelle Lebewesen kümmern müssen, sind eine Untergattung der Lebenssimulationen. Das Hosentaschen-Kultspiel Tamagotchi (1997) gehört also ebenso dazu wie etwa das knuffige Nintendogs (2005).
Der übergeordnete Reiz bleibt allerdings auch bei diesen Untergattungen enthalten: Als Spieler haben wir direkten Einfluss auf den Zustand, aber auch die Entwicklung unseres Schützlings beziehungsweise unseres Volkes. Diese Interaktion und die teils unmittelbare Konsequenz aus den eigenen Taten und Entscheidungen sind ebenfalls ein Kernthema hinter der Faszination dieses Genres.
Quelle: Stairway Games
Coral Island
Eine lange Geschichte
Zum Abschluss muss gesagt sein, dass Lebenssimulationen kein neues Genre sind. Seit Anbeginn der Computer- und Videospiele probierten findige Entwickler, das Leben in virtueller Form spielerisch aufzubereiten. In dem bereits 1985 unter anderem für den Commodore 64 veröffentlichten Little Computer People präsentierte Activision das Leben als das in Die Sims so oft zitierte Puppenhaus.
Hier blickten wir nämlich seitlich in ein Haus hinein und hatten die Aufgabe, uns um unsere Spielfigur zu kümmern und sie beispielsweise mit Lebensmitteln und Wasser zu versorgen.
Das 1986 veröffentlichte Alter Ego ging dagegen deutlich spezifischer vor: Hier durchlebten wir die sieben wichtigsten Phasen eines Menschenlebens von der Kindheit bis ins hohe Alter - mit teils lustigen und teils ernsthaften Entscheidungen und Geschichten.
Das Leben und seine Momente üben also bereits seit Jahrzehnten einen besonderen Reiz auf Entwickler und Spieler aus. Und wenn man sich den Erfolg aktueller Titel wie Animal Crossing: New Horizons (2020) oder auch Stardew Valley und deren Einfluss auf das Genre anschaut, dann können wir sicher sein, dass Lebenssimulationen auch in Zukunft zu den beliebtesten Spielarten überhaupt gehören werden. Denn wir alle wissen: Das Leben schreibt die besten Geschichten!
