Die größten Akquisitionen der Gaming-Geschichte - Seite 2
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Microsoft kauft Activision Blizzard, Sony schluckt Bungie: Im Jahr 2022 häufen sich die Übernahmemeldungen. In unserem Report blicken wir zurück auf die größten Akquisitionen Geschichte der Spieleindustrie.
Take-Two übernimmt Zynga
Bevor wir zu Microsoft und dem Expansionskurs der Xbox-Macher kommen, folgt noch eine weitere große Akquise aus dem Jahr 2022. Allerdings ging diese vielerorts fast schon unter: Take-Two Interactive, der Mutterkonzern hinter Rockstar Games und 2K Games, schluckte den Mobile-Entwickler Zynga für 12,4 Milliarden Dollar. Das deutsche Handelsblatt unterstrich diesen Coup mit "Take Two wettet damit auf die Zukunft". Der negative Unterton hängt mit Zyngas Entwicklung in den vergangenen Jahren zusammen. Zynga wurde durch Browserspiele wie Farmville groß. Den Sprung in Richtung Mobile-Markt schaffte man aber nur bedingt - trotz Übernahme von Peak für 1,8 Milliarden Dollar im Jahr 2020. Mit dem Kauf von Zynga wächst aber gerade dieser Mobile-Sektor in den Bilanzen von Take-Two Interactive und erweitert so das Portfolio des US-Unternehmens maßgeblich. Zugleich sichert man sich durch die gewaltige Spielerbasis ein laufendes Geschäftsmodell, das weiterhin regelmäßig Millionen abwirft.
Die Übernahmephase läuft nach aktuellen Planungen bis Ende Juni 2022. Take-Two Interactive kündigte bereits für das Jahr große Neuentwicklungen an. Man darf also gespannt sein, in welche Richtung Take-Two und Zynga in Zukunft gehen werden.
In diesem Artikel
Microsoft kauft sich ein Imperium zusammen
Doch das alles waren nur kleine Fische, verglichen mit dem, was Microsoft in den vergangenen Jahren investierte. Die Shopping-Tour startete aber nicht erst mit Activision Blizzard. Im Jahr 2014 erwarb Microsoft das schwedische Studio Mojang und damit auch das überaus erfolgreiche Kreativspiel Minecraft. Kostenpunkt: 2,5 Milliarden Dollar! Minecraft ist fester Bestandteil des Xbox Game Pass und bekam im Mai 2020 sogar eine Action-Rollenspiel-Adaption in Form von Minecraft Dungeons spendiert. Das Spiel erschien nicht nur für PC und Xbox One, sondern auch auf Nintendo Switch und Playstation 4.
Quelle: Moby Games
Activision Blizzard geriet in Folge diverser Skandale in wirtschaftliche Schieflage. Microsoft übernahm das Unternehmen für 68,7 Milliarden US-Dollar.
Doch Mojang war erst der Anfang: 2020 übernahm Microsoft Zenimax Media für rekordverdächtige 7,5 Milliarden Dollar. Zenimax Media ist das Mutterunternehmen hinter Bethesda Softworks sowie angebundenen Studios wie etwa id Software, Tango Gameworks, Arkane Studios oder MachineGames. Mit Zenimax sicherte sich Microsoft eine ganze Reihe bekannter Marken wie Doom, Fallout, Wolfenstein und The Elder Scrolls, aber auch kommende Produktionen wie Starfield oder Ghostwire: Tokyo.
Quelle: Bethesda
Mit der Akquise von Zenimax und deren Tochterunternehmen Bethesda begann der Siegeszug des Xbox Game Pass. Titel wie Doom Eternal erweiterten danach das Angebot.
Kurz nach der Übernahme erweiterte Microsoft den Xbox Game Pass um bekannte Bethesda-Produktionen à la Doom Eternal und brachte den Abo-Service so auf die Erfolgsspur. Vor allem aber setzten die Redmonder ein Zeichen, dass man bereit war, enorme Summen in die Gaming-Sparte zu investieren.
Die bislang größte Akquisition in der Computer- und Videospielhistorie aber servierte Microsoft der Gaming-Industrie im Januar 2022: Microsoft kaufte das 2021 durch eine Reihe von Skandalen in Schieflage geratene Activision Blizzard für unfassbare 68,7 Milliarden US-Dollar. Mit im Marschgepäck: World of Warcraft, Diablo, Hearthstone, Starcraft, Call of Duty und sogar Playstation-Urgesteine wie Tony Hawk's Pro Skater oder Crash Bandicoot.
Hinzu kommen Mobile-Lizenzen wie Candy Crush, die nicht etwa von Activision Blizzard selbst stammen. Vielmehr übernahmen die Warcraft-Erfinder 2015 King.com Limited und damit deren breit aufgestellte Division an Handy-Games. Der Preis damals: 5,9 Milliarden US-Dollar - und somit ein Top-5-Platz im Ranking der teuersten Akquisen im Gaming-Sektor.
Doch zurück zum aktuellen Geschehen: In Sachen Exklusivität hält sich Microsoft an bisherige Verträge, sodass Call of Duty und Konsorten auch zukünftig auf Sony-Plattformen zu kaufen sein werden. Was sich wie ein Zugeständnis in Richtung der Gamer anhört, ist natürlich wirtschaftliches Kalkül, schließlich besitzt Sony Playstation eine enorme Reichweite und eine extrem große Hardware-Basis.
Microsoft allerdings kaufte sich in den vergangenen Jahren ein kleines Imperium zusammen und setzte damit einen wichtigen Trend fort: Immer mehr kleine, aber auch mittlere und große Unternehmen werden von den kapitalstarken Marktführern geschluckt. Ob 2022 im Gaming-Bereich noch einmal eine Akquisition in der Größenordnung von Activision Blizzard ansteht? Unwahrscheinlich. Jedoch erwarten wir, dass die Großen - also etwa Sony, Microsoft oder Tencent - noch weiter auf Einkaufstour gehen und so den Markt kräftig durchschütteln werden.
