Videospiele in... China: Verbote, eSport und Mobile Games - so spielt das Reich der Mitte

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Videospiele in... China: Verbote, eSport und Mobile Games - so spielt das Reich der Mitte
Quelle: NetEase

China ist der weltweit größte Markt für Computer- und Videospiele. Doch was und wie wird im Reich der Mitte überhaupt gespielt? Welche Auswirkungen hat die allgegenwärtige Zensur? Und was genau macht man eigentlich an einer E-Sport-Universität? Wir haben intensiv nachgeforscht - und zum Teil wirklich Erstaunliches herausgefunden.

Wer die Spieleindustrie im bevölkerungsreichsten Land der Erde verstehen möchte, sollte zunächst einen Blick auf die Statistiken werfen. Denn die sprechen eine deutliche Sprache. Laut Angaben des renommierten Marktforschungsinstituts Newzoo spielen von insgesamt 1,4 Milliarden Bewohnern des Landes knapp 619,5 Millionen Computer- und Videospiele und gaben dafür allein im Jahr 2018 knapp 37,9 Milliarden Dollar aus. Vor den USA, Japan, Südkorea und Deutschland erobert sich China damit mühelos Platz eins in der Gaming-Weltrangliste.

Doch nicht nur diese Zahlen lassen staunen. Von 782,8 Millionen Smartphone-Nutzern in ganz China (Stand: 2018) spielen 572,5 Millionen Mobile-Games. Dies entspricht knapp dem Siebenfachen von Deutschlands Einwohnerzahl (!) und mehr als einem Drittel der chinesischen Gesamtbevölkerung. Bevorzugt werden dabei insbesondere Fantasy-Rollenspiele wie Westward Journey II, Chu Liu Xiang, New Ghost oder Omnyoji, die bei uns kaum jemand kennt.

Unangefochtener Mobilspiel-Topseller im Land der Mitte bleibt allerdings das 5-vs-5-MOBA Honor of Kings von Chinas größtem Internetkonzern Tencent Games. Witzige Anekdote am Rande: Im Jahr 2015 ging Tencent auf US-Entwickler Riot Games zu und bat um eine Mobile-Game-Umsetzung von League of Legends. Da die Kalifornier das Angebot jedoch in den Wind schlugen und damit argumentierten, dass sich die Die Darstellung von Skeletten ist in China besonders heikel. Viele Spiele aus dem Westen werden daher umfangreich angepasst. Prominentestes Beispiel: Blizzards Online-Rollenspiel World of Warcraft. Quelle: buffed Die Darstellung von Skeletten ist in China besonders heikel. Viele Spiele aus dem Westen werden daher umfangreich angepasst. Prominentestes Beispiel: Blizzards Online-Rollenspiel World of Warcraft. Spielmechaniken von League of Legends nicht vernünftig für Mobilgeräte umsetzen ließen, nahm Tencent die Sache kurzerhand selbst in die Hand und gab ein eigenes MOBA namens Wangzhe Rongyao (ins Englische übersetzt so viel wie Honor of Kings) in Auftrag.

Ergebnis: Das Ende November 2015 veröffentlichte Spiel übertraf alle Erwartungen und konnte bereits im Folgejahr 200 Millionen registrierte Nutzer vorweisen, von denen 50 Millionen täglich aktiv spielten. 2017 stieg diese Zahl dann sogar auf über 80 Millionen aktive Nutzer - ebenfalls pro Tag wohlgemerkt! Heute ist Honor of Kings unter dem Namen Arena of Valor auch im Westen ein Hit und unter anderem für iOS- und Android-Geräte sowie die Nintendo Switch verfügbar.

Ein Land im Mobile-Wahn - warum eigentlich?

Doch warum ist China eigentlich so verrückt nach Mobile-Games? Und wieso handelt es sich bei der Mehrzahl der Spiele um Free2Play-Titel mit Fantasy-Fokus? Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig und hängen zum einem mit der in China florierenden und kulturell vielfach geduldeten Produktpiraterie zusammen, die den Verkauf von Vollpreis-Software lange Zeit zu einem wenig lukrativen Geschäft machte. Bindet man die Nutzer allerdings über Online-Registrierungen an Free2Play-Titel und monetarisiert diese durch den Verkauf von Ingame-Items und Co., rollt der Rubel - oder besser besagt der Chinesische Yuan. Die PC-Spiele-Downloadplattform WeGame.com ist Tencents Gegenstück zu Steam und kann bereits mehr als 200 Millionen Nutzer vorweisen. Derzeit werkelt das Unternehmen an einer englischsprachigen Variante. Quelle: Tencent Die PC-Spiele-Downloadplattform WeGame.com ist Tencents Gegenstück zu Steam und kann bereits mehr als 200 Millionen Nutzer vorweisen. Derzeit werkelt das Unternehmen an einer englischsprachigen Variante.

Ein weiterer Grund für die Mobile-Affinität des chinesischen Marktes: Viele Bevölkerungsschichten können sie auch heute noch schlicht und einfach keinen Gaming-PC oder eine moderne Spielekonsole samt Zubehör und Spielen leisten. Ein spielefähiges Smartphone hingegen ist vergleichsweise günstig zu haben und ohnehin attraktiver, wenn ein Großteil der Software dank Free2Play-Modell zunächst einmal kostenlos heruntergeladen und ausprobiert werden kann.

Hinzu kommt: Schon seit Längerem hat Tencent den Messenger WeChat (das chinesische Pendant zu Facebooks WhatsApp) direkt in Topspiele wie Honor of Kings integriert. Mit Familie, Freunden und Arbeitskollegen in Kontakt bleiben und parallel dazu daddeln, ist somit kein Problem. Eine Flexibilität, die zudem sehr gut mit dem lern- und arbeitsintensiven Alltag vieler Chinesen harmoniert.

Ein nicht zu unterschätzender Motivator ist darüber hinaus der Wettbewerbsaspekt vieler Mobile-Games. Sei es nun das bereits erwähnte Honor of Kings, der millionenfach installierte Fun-Racer QQ Speed Mobile, der finnische Strategie-Dauerbrenner Clash of Clans, das massiv von Counter-Strike inspirierte Crossfire oder Battle-Royale-Titel wie Knives Out und PUBG Mobile - chinesische Gamer lieben es, sich mit anderen zu messen.

Der neue Nabel der E-Sport-Welt?

Womit wir auch schon bei Chinas nächster Boom-Branche wären: dem E-Sport. Bereits seit November 2003 - und damit seit mehr als 15 Jahren! - ist E-Sport von der chinesischen Regierung als offizielle Sportart anerkannt und wird seither kontinuierlich gefördert. Die Früchte dieses Engagements sind mittlerweile überall sichtbar und machen auch international Schlagzeilen. Honor of Kings alias Arena of Valor zählt zu den beliebtesten MOBAs in China. Aber auch international kommt der Titel gut an und generierte allein bis Ende September 2018 Umsätze von umgerechnet 792,5 Millionen Euro. Quelle: Tencent Games Honor of Kings alias Arena of Valor zählt zu den beliebtesten MOBAs in China. Aber auch international kommt der Titel gut an und generierte allein bis Ende September 2018 Umsätze von umgerechnet 792,5 Millionen Euro.

Erst im November 2018 etwa eröffnete in Hangzhou auf einer Fläche von 17.000 Quadratmetern der erste Teilbereich einer groß angelegten E-Sport-City. Umgerechnet knapp 250 Millionen Euro kostete der bereits fertiggestellte Komplex, der im Laufe der nächsten Jahre und mit weiteren Investitionen von insgesamt 2,2 Milliarden Euro auf eine Fläche von 3,5 Millionen Quadratmeter anwachsen soll. Ideen, diesen Platz sinnvoll zu füllen, sind selbstverständlich vorhanden und reichen von riesigen Arenen (teils schon fertig) über Hotelanlagen bis zu einem E-Sport-Freizeitpark. Ja, sogar ein E-Sport-Krankenhaus ist in Planung. Spezialgebiet: Sehnenscheidenentzündungen und alles, was kompetitiven Profizockern sonst noch Kopfschmerzen bereitet.

Die lokalen Behörden - welche das Projekt gemeinsam mit dem Staat verwalten - versprechen sich dadurch nicht nur jede Menge mediale Aufmerksamkeit und Scouting-Möglichkeiten für neue Talente, sondern auch üppige Touristenströme und damit einhergehend Steuereinnahmen von über 100 Millionen Euro. Besonderes i-Tüpfelchen: Im Jahr 2022 richtet Hangzhou die Asienspiele aus. Der panasiatische Wettbewerb mit olympischem Charakter fand unter diesem Namen erstmals 1951 im indischen Neu-Delhi statt und gewährte 489 Athleten aus elf Nationen eine Bühne. Sechs Sportarten mit insgesamt 57 Disziplinen standen damals auf dem Programm. Crossfire vom koreanischen Entwickler Smilegate Entertainment ist einer der populärsten Ego-Shooter in China. Im Herbst 2018 vermeldete Publisher Tencent 660 Millionen registrierte Spieler. Der Screenshot zeigt die Mobilversion Crossfire Legends. Quelle: Tencent Games / Google Play Crossfire vom koreanischen Entwickler Smilegate Entertainment ist einer der populärsten Ego-Shooter in China. Im Herbst 2018 vermeldete Publisher Tencent 660 Millionen registrierte Spieler. Der Screenshot zeigt die Mobilversion Crossfire Legends.

2022, zur 19. Ausgabe der Asienspiele, soll das Ganze nun eine völlig neue Dimension erreichen. Denn nebst typischen Asia-Sportarten wie Cricket, Karate, Sepak Takraw, Tischtennis oder Wushu steht 2022 erstmals auch E-Sport offiziell auf der Wettkampf-Agenda. Voraussichtlich in den Disziplinen Fußball (FIFA), Strategie (Starcraft 2) und MOBA (League of Legends, Dota 2). Qualifizierte Teilnehmer werden also wie Olympioniken ins Stadion marschieren dürfen, um dort dann vor Zehntausenden Zuschauern um Gold, Silber und Bronze zu wetteifern.

Zugegeben, den Namen Hangzhou werden E-Sport-Begeisterte in Zukunft sicherlich noch öfter hören. Allerdings ist die Neun-Millionen-Metropole in der chinesischen Provinz Zhejiang nur eines von unzähligen E-Sport-Projekten, die gerade im Land der Morgenröte auf den Weg gebracht werden. Exemplarisch hierfür sei die nur wenige hundert Kilometer entfernte Stadt Wuhu genannt. Finanziert von Tencent, soll auch hier eine beeindruckende E-Sport-Enklave entstehen - inklusive Freizeitpark, Trainingseinrichtungen und einem Technologiepark, der unter anderem ein Cloud-Center und ein Tencent-eigenes Animationsstudio umfasst. Besonders großen Zulauf erhofft man sich zudem von einer ebenfalls dort angesiedelten E-Sport-Universität.

Erst E-Sport-Diplom, dann E-Sport-Job

Stichwort E-Sport-Universität. Während man hierzulande erst seit Kurzem Dinge wie E-Sport-Management studieren kann, sind die Chinesen bereits einen Schritt weiter und bieten E-Sport als Studienfach seit 2017 an. Einer der ersten Trendsetter war das Sports Vocational College in der Provinz Hunan. Coaching, Datenanalyse, Taktik, Moderation, Teammanagement - all das und mehr steht hier auf dem Lehrplan. Kombiniert werden die Kurse unter anderem mit Seminaren aus den Fächern Recht, Englisch, Computerwissenschaften und Sportmanagement.

Und heute? Gibt es eine ganze Fülle an chinesischen Universitäten, die sich der Thematik annehmen, um die Studierenden in Lohn und Brot zu bringen. Und das möglich schnell, denn laut eines Berichts der kommunistischen Jugendliga hatte die chinesische E-Sport-Branche allein im letzten Jahr knapp 260.000 offene Stellen im Angebot. Zahlen, von denen anderen Märkte nur träumen können! Der Epic Games Store ist für China geblockt – auf Anweisung von Epic Games selbst. Hintergrund: Das Unternehmen will in keinerlei Zensur-Fettnäpfchen treten und zudem die eigenen Angestellten in Shanghai bestmöglich schützen. Quelle: Epic Der Epic Games Store ist für China geblockt – auf Anweisung von Epic Games selbst. Hintergrund: Das Unternehmen will in keinerlei Zensur-Fettnäpfchen treten und zudem die eigenen Angestellten in Shanghai bestmöglich schützen.

Um den Boom weiter zu befeuern und die öffentliche Akzeptanz von E-Sports zu fördern, entschloss sich die Regierung im Januar 2019 zudem für eine weitere, durchaus interessante Maßnahme: Das Ministerium für Humankapital und Soziale Sicherheit definierte 15 anerkannte E-Sport-Berufsbilder. Wer beispielsweise hauptberuflich E-Sport-Inhalte produziert, sich um die Planung und Durchführung von E-Sport-Events kümmert oder diese bewirbt oder vermarkt, darf sich im Land der Mitte seit Kurzem ganz offiziell "E-Sports Operator" nennen. Spielt man dagegen in einem professionellen E-Sport-Team, führt Spielanalysen durch, trainiert andere E-Sportler oder testet E-Sport-Games, gilt man offiziell als "E-Sportler".

Die Kehrseiten der Medaille

Keine Frage, China strebt nach einer Vorreiterrolle im Gaming-Sektor und wird dieser bereits in vielen Bereich gerecht. Nichtsdestotrotz sehen sich die Verantwortlichen in Peking mit einer ganzen Reihe von Problemen konfrontiert, die seit Jahren eher zu als abnehmen. Ganz oben auf der Liste: Internet-Sucht. 2009 etwas kursierte eine Studie, die sage und schreibe 24 Millionen junge Chinesen als internetsüchtig einstufte; heute dürften es sogar deutlich mehr sein.

Um das Krankheitsbild einzudämmen, setzt man seit vielen Jahren auf eine ganze Reihe von Regulierungen. Die praktisch überall vorzufindenden Internetcafés zum Beispiel - in denen Zugangsberechtigten gegen eine Gebühr eine Vielzahl von Online-Games zur Verfügung stehen -dürfen ihren Betrieb nur dann aufnehmen, wenn sie sich nicht in der Nähe eines Kindergartens oder einer Schule befinden. Gigantisch: Der E-Sport-Komplex in der Millionenmetropole Hangzhou ist so groß wie 68 Footballfelder und wurde mit umgerechnet knapp 250 Millionen Euro aus dem Boden gestampft. Quelle: Fox Sports Asia Gigantisch: Der E-Sport-Komplex in der Millionenmetropole Hangzhou ist so groß wie 68 Footballfelder und wurde mit umgerechnet knapp 250 Millionen Euro aus dem Boden gestampft.

Dazu gesellen sich zahlreiche Präventivmaßnahmen, die in den letzten Jahren immer weiter verschärft wurden. Beispiel Fortnite: Spielen Minderjährigen den beliebten Battle-Royale-Shooter länger als drei Stunden, muss Hersteller Epic Games den Betroffenen mittels Textfenster zwingend darauf hinweisen, dass er eine Pause einlegt und ihn daran erinnern, dass er eventuelle Lernaktivitäten nicht vergisst. Ferner wird die Vergabe von Erfahrungspunkten um 50 Prozent reduziert und das Absolvieren von Herausforderungen komplett geblockt.

Ohne Zulassung geht gar nichts

Nicht außer Acht lassen wollen wir außerdem die Geschehnisse aus dem letzten Frühjahr. Denn im März 2018 entschloss sich das Ministerium für Kultur und Tourismus dazu, den Zulassungsprozesses für neue Videospiele mehrere Monate lang komplett einzufrieren, um die Zulassungsregeln zu überarbeiten und stringenter zu gestalten.

Das Problem: Wie zu erwarten, schlug der berüchtigte "Approval Freeze" schon bald große Wellen und zwang unter anderem Chinas Vorzeigeunternehmen Tencent dazu, den Verkauf von Monster Hunter World (das man für Capcom in China vermarkten wollte) einzustellen. Aber auch Battle-Royale-Schwergewichte wie PUBG und Fortnite durften plötzlich nicht mehr verkauft werden. Erst mit der Bildung des neuen Ethikkomitees für Onlinespiele im Dezember 2018 kam wieder etwas Bewegung in die Sache. Und heute? Wurden zwar 350 weitere Spiele Eigentlich sind blutige Zombie-Spiele wie Resident Evil 2 in China untersagt. Viele pfiffige Händler stört das weniger. Sie ändern oft das Cover, um trotzdem Kasse zu machen. Rechts seht ihr das Original, links das handgezeichnete Fake-Cover. Quelle: Taobao Eigentlich sind blutige Zombie-Spiele wie Resident Evil 2 in China untersagt. Viele pfiffige Händler stört das weniger. Sie ändern oft das Cover, um trotzdem Kasse zu machen. Rechts seht ihr das Original, links das handgezeichnete Fake-Cover. durchgewinkt, Hunderte weitere stapeln sich jedoch noch auf den Tischen der neuen Behörde. Entsprechend wundert es auch nicht, dass Portalbetreiber wie Apple und Tencent sowie viele andere Spiele-Publisher für 2019 mit eher rückläufigen Umsatzzahlen rechnen.

Fazit: Mit Spiele-China ist weiterhin zu rechnen

Zugegeben, mit dem Approval Freeze hat sich Peking zuletzt ins eigene Fleisch geschnitten und das so viel beschworene Wachstum unnötig ausgebremst. Sofern man in Zukunft jedoch wieder eine gewisse Konstanz erreicht und mit neuen, zensurpolitischen Maßnahmen nicht komplett über die Stränge schlägt, wird sich an der Schlagkraft der chinesischen Spieleindustrie auch in den nächsten Jahren nur wenig ändern. Einige Analysten gehen sogar davon aus, dass speziell Tencent durch diesen Dämpfer erst richtig wachgerüttelt wurde und sich nun im Westen noch breiter aufstellen wird, um zukünftige, unvorhergesehene Entwicklungen im eigenen Land besser kompensieren zu können.

Diese Videospiele sind in China verboten

In kaum einem Land sind so viele Computer- und Videospiele verboten wie in China. Wir haben ein paar Beispiele herausgegriffen und skizzieren, warum die Titel nicht erlaubt sind.

In China Rising, einem DLC zum Shooter Battlefield 4, steht China im Jahr 2020 am Rande eines Bürgerkriegs. Der Zensurbehörde passte diese Thematik wie zu erwarten gar nicht, da sie Aggressionen gegen die chinesische Kultur schüren würde. Eine Gefährdung der nationalen Sicherheit sei dadurch ebenfalls zu erkennen. Quelle: Electronic Arts In China Rising, einem DLC zum Shooter Battlefield 4, steht China im Jahr 2020 am Rande eines Bürgerkriegs. Der Zensurbehörde passte diese Thematik wie zu erwarten gar nicht, da sie Aggressionen gegen die chinesische Kultur schüren würde. Eine Gefährdung der nationalen Sicherheit sei dadurch ebenfalls zu erkennen. Command & Conquer: Generäle wurde in China zwar nie offiziell verkauft, war den Behörden aber dennoch ein Dorn im Auge und wurde daher umgehend aus allen denkbaren Verbreitungskanälen verbannt. Kein Wunder, denn zum einen steht China hier im Visier einer global agierenden Terrororganisation namens GLA (Global Liberation Army). Zum anderen fliegen im Verlauf der Kampagne Sehenswürdigkeiten wie das Messezentrum in Hongkong, die Drei-Schluchten-Talsperre am Fluss Jangtse sowie Gebäude am Platz des Himmlischen Friedens in die Luft. Quelle: Electronic Arts Command & Conquer: Generäle wurde in China zwar nie offiziell verkauft, war den Behörden aber dennoch ein Dorn im Auge und wurde daher umgehend aus allen denkbaren Verbreitungskanälen verbannt. Kein Wunder, denn zum einen steht China hier im Visier einer global agierenden Terrororganisation namens GLA (Global Liberation Army). Zum anderen fliegen im Verlauf der Kampagne Sehenswürdigkeiten wie das Messezentrum in Hongkong, die Drei-Schluchten-Talsperre am Fluss Jangtse sowie Gebäude am Platz des Himmlischen Friedens in die Luft. Football Manager 2005
Bei einem Fußballmanager-Spiel denkt man in der Regel nicht an Zensur. Dennoch verbot die chinesische Regierung das Werk von Entwickler Sports Interactive und Publisher Sega. Begründung: In der Ursprungsfassung wurden Taiwan, Hongkong, Macau und Tibet als unabhängige Länder dargestellt. Verrückt: Das Spiel selbst wurde offiziell in China gar nicht angeboten, wohl aber mit regem Interesse kopiert. Im Dezember 2004 gingen die Behörden dann gegen alle Webseiten und Händler vor, die den Titel unters Volk bringen wollten. Quelle: Sports Interactive Football Manager 2005
Bei einem Fußballmanager-Spiel denkt man in der Regel nicht an Zensur. Dennoch verbot die chinesische Regierung das Werk von Entwickler Sports Interactive und Publisher Sega. Begründung: In der Ursprungsfassung wurden Taiwan, Hongkong, Macau und Tibet als unabhängige Länder dargestellt. Verrückt: Das Spiel selbst wurde offiziell in China gar nicht angeboten, wohl aber mit regem Interesse kopiert. Im Dezember 2004 gingen die Behörden dann gegen alle Webseiten und Händler vor, die den Titel unters Volk bringen wollten.
Grand Theft Auto 5
Gewalt, Drogenkonsum, sexuelle Handlungen, organisiertes Verbrechen – und das alles in einem Spiel. Für die chinesischen Behörden sind damit gleich vier rote Linien überschritten. Alle anderen GTA-Teile stehen ebenfalls auf der Schwarzen Liste. Gleiches gilt für artverwandte Spiele wie beispielsweise die Mafia-Reihe, die True-Crime-Serie, Scarface und The Godfather. Quelle: Rockstar Games Grand Theft Auto 5
Gewalt, Drogenkonsum, sexuelle Handlungen, organisiertes Verbrechen – und das alles in einem Spiel. Für die chinesischen Behörden sind damit gleich vier rote Linien überschritten. Alle anderen GTA-Teile stehen ebenfalls auf der Schwarzen Liste. Gleiches gilt für artverwandte Spiele wie beispielsweise die Mafia-Reihe, die True-Crime-Serie, Scarface und The Godfather.
Hearts of Iron
Der erste Teil der Hearts-of-Iron-Serie erschien 2002 und zählte schon damals zu den Schwergewichten im 4X-Strategie-Genre. Das Problem: Entwickler Paradox porträtierte Manchuria (eine Region im Nordosten Chinas), Xinjiang (eine Region im Nordwesten Chinas) und Tibet als eigenständige Länder. Zudem stellte man Taiwan als Teil des japanischen Territoriums dar. Ergebnis: Obwohl der Titel nie offiziell erschien, wurde er mit Nachdruck verbannt, da er die Geschichte verdrehe und die nationale Integrität gefährde. Wie zu erwarten, betrifft der Bann die komplette Reihe, also auch Hearts of Iron 4 (hier im Bild). Quelle: Paradox Hearts of Iron
Der erste Teil der Hearts-of-Iron-Serie erschien 2002 und zählte schon damals zu den Schwergewichten im 4X-Strategie-Genre. Das Problem: Entwickler Paradox porträtierte Manchuria (eine Region im Nordosten Chinas), Xinjiang (eine Region im Nordwesten Chinas) und Tibet als eigenständige Länder. Zudem stellte man Taiwan als Teil des japanischen Territoriums dar. Ergebnis: Obwohl der Titel nie offiziell erschien, wurde er mit Nachdruck verbannt, da er die Geschichte verdrehe und die nationale Integrität gefährde. Wie zu erwarten, betrifft der Bann die komplette Reihe, also auch Hearts of Iron 4 (hier im Bild).
Project IGI 2: Covert Strike
Wenn ein Spiel das Ansehen und das Image der chinesischen Armee beschmutzt, dann hat es im Land der Mitte nichts zu suchen und landet auf dem Index. So geschehen mit dem Schleich-Shooter IGI 2: Covert Strike von Publisher Codemasters. Das Bizarre in diesem Fall: Der Bann erfolgte erst sechs Monate nach der Veröffentlichung. Denn der erste Vorab-Code, der den Zensurbehörden vorgelegt wurde, war unvollständig und zeigte die letzten sechs Levels nicht. Genau in diesem Abschnitt jedoch will ein chinesischer General den Dritten Weltkrieg anzetteln. Quelle: Codemasters Project IGI 2: Covert Strike
Wenn ein Spiel das Ansehen und das Image der chinesischen Armee beschmutzt, dann hat es im Land der Mitte nichts zu suchen und landet auf dem Index. So geschehen mit dem Schleich-Shooter IGI 2: Covert Strike von Publisher Codemasters. Das Bizarre in diesem Fall: Der Bann erfolgte erst sechs Monate nach der Veröffentlichung. Denn der erste Vorab-Code, der den Zensurbehörden vorgelegt wurde, war unvollständig und zeigte die letzten sechs Levels nicht. Genau in diesem Abschnitt jedoch will ein chinesischer General den Dritten Weltkrieg anzetteln.
Valkyrie Drive: Bhikkhuni
Nur eines von vielen Spielen, bei denen die Freizügigkeit den chinesischen Behörden eindeutig zu weit geht. Dass homosexuelle Themen darin vorkommen, war ein weiterer Zensurgrund. In Japan, im Westen und vielen anderen Ländern kann man das Open-World-Actionspiel hingegen ganz regulär auf Steam erwerben. Quelle: Marvelous Valkyrie Drive: Bhikkhuni
Nur eines von vielen Spielen, bei denen die Freizügigkeit den chinesischen Behörden eindeutig zu weit geht. Dass homosexuelle Themen darin vorkommen, war ein weiterer Zensurgrund. In Japan, im Westen und vielen anderen Ländern kann man das Open-World-Actionspiel hingegen ganz regulär auf Steam erwerben.
Ende letzten Jahres ging Steam in einer eigens für den chinesischen Markt angepassten Version an den Start. Für die Umsetzung des Portals kooperierte Valve mit dem chinesischen Publisher Perfect World.   Quelle: Steam Ende letzten Jahres ging Steam in einer eigens für den chinesischen Markt angepassten Version an den Start. Für die Umsetzung des Portals kooperierte Valve mit dem chinesischen Publisher Perfect World.  

Bekannte Videospiele mit China-Bezug

Dank seiner uralten Geschichte und Traditionen kommt China in Spielen immer wieder als Setting oder Inspirationsquelle vor. Welche Titel China-Fans unbedingt mal gespielt haben beziehungsweise sich vormerken sollten, erfahrt ihr im Folgenden.

Assassin’s Creed Chronicles: China
Unterhaltsamer 2,5D-Plattformer, der zur Zeit der Ming-Dynastie im Jahr 1526 angesiedelt ist. Ihr schlüpft in die Rolle der Assassine Shao Jun, um ihre ausgelöschte Bruderschaft zu rächen. Die Chinesische Mauer, die Verbotene Stadt und andere Wahrzeichen sind selbstverständlich an Bord.
  Quelle: Ubisoft Assassin’s Creed Chronicles: China
Unterhaltsamer 2,5D-Plattformer, der zur Zeit der Ming-Dynastie im Jahr 1526 angesiedelt ist. Ihr schlüpft in die Rolle der Assassine Shao Jun, um ihre ausgelöschte Bruderschaft zu rächen. Die Chinesische Mauer, die Verbotene Stadt und andere Wahrzeichen sind selbstverständlich an Bord.
 
Dead or Alive 5
Obwohl das aufreizende Handkanten-Spektakel in Japan entwickelt wurde, spielen große Teil der Geschichte in China. Für Teil fünf veröffentliche Tecmo sogar einen „Sexy China Dresses“-DLC – pünktlich zum Valentinstag am 14. Februar 2017.
  Quelle: Koei Tecmo Dead or Alive 5
Obwohl das aufreizende Handkanten-Spektakel in Japan entwickelt wurde, spielen große Teil der Geschichte in China. Für Teil fünf veröffentliche Tecmo sogar einen „Sexy China Dresses“-DLC – pünktlich zum Valentinstag am 14. Februar 2017.
 
Dynasty Warriors 8: Extreme Legends
Seit Dynasty Warriors 2 aus dem Jahr 2000 ist die Serie ein Synonym für actiongeladene Massenschlachten zur Zeit der Drei Reiche. Teil acht sticht durch seinen gigantischen Umfang besonders hervor.
  Quelle: Koei Tecmo Dynasty Warriors 8: Extreme Legends
Seit Dynasty Warriors 2 aus dem Jahr 2000 ist die Serie ein Synonym für actiongeladene Massenschlachten zur Zeit der Drei Reiche. Teil acht sticht durch seinen gigantischen Umfang besonders hervor.
 
Hazy Days
Aufrüttelndes, kostenloses Indie-Game rund um ein kleines Mädchen namens Xiao Feng, das ihre Oma zum Chinesischen Neujahr besuchen will. Der Spieler steuert jedoch nicht Xiao direkt, sondern ihre Atmung, die durch die zunehmende Luftverschmutzung kontinuierlich erschwert wird.
  Quelle: Mike Ren Hazy Days
Aufrüttelndes, kostenloses Indie-Game rund um ein kleines Mädchen namens Xiao Feng, das ihre Oma zum Chinesischen Neujahr besuchen will. Der Spieler steuert jedoch nicht Xiao direkt, sondern ihre Atmung, die durch die zunehmende Luftverschmutzung kontinuierlich erschwert wird.
 
Jade Empire
Optisch wunderschönes und inhaltlich mitreißendes Action-Rollenspiel, angesiedelt in der Welt der chinesischen Mythologie. Spieler schlüpfen in die Rolle eines Martial-Arts-begabten Mönchs, der seinen Mentor retten muss. Muss man als Bioware-Fan gespielt haben!
  Quelle: Bioware Jade Empire
Optisch wunderschönes und inhaltlich mitreißendes Action-Rollenspiel, angesiedelt in der Welt der chinesischen Mythologie. Spieler schlüpfen in die Rolle eines Martial-Arts-begabten Mönchs, der seinen Mentor retten muss. Muss man als Bioware-Fan gespielt haben!
 
Shenmue 3
Fortsetzung der legendären Shenmue-Reihe, mit der Gamedesign-Ikone Yu Suzuki 1999 auf der Dreamcast den Grundstein für Open-World-3D-Sandbox-Spiele legte. Wurde mit über 7,1 Millionen Dollar Crowdfunding-Geldern finanziert und führt die Geschichte von Ryo Hazuki fort, der im China der 1980er-Jahre nach dem Mörder seines Vaters sucht.
  Quelle: Neilo / Ys Net / Deep Silver Shenmue 3
Fortsetzung der legendären Shenmue-Reihe, mit der Gamedesign-Ikone Yu Suzuki 1999 auf der Dreamcast den Grundstein für Open-World-3D-Sandbox-Spiele legte. Wurde mit über 7,1 Millionen Dollar Crowdfunding-Geldern finanziert und führt die Geschichte von Ryo Hazuki fort, der im China der 1980er-Jahre nach dem Mörder seines Vaters sucht.
 
Shenzhen IO
Komplexes Puzzle-Spiel, bei dem es darum geht, Schaltkreise in Gang zu setzen. Wurde nach der gleichnamigen Millionenstadt in der Provinz Guangdong benannt, die für ihre blühende Halbleiter-Industrie bekannt ist.
  Quelle: Zachtronics Shenzhen IO
Komplexes Puzzle-Spiel, bei dem es darum geht, Schaltkreise in Gang zu setzen. Wurde nach der gleichnamigen Millionenstadt in der Provinz Guangdong benannt, die für ihre blühende Halbleiter-Industrie bekannt ist.
 
Total War: Three Kingdoms
Das zwölfte Hauptspiel der berühmten Strategiespieleserie skizziert den erbitterten Machtkampf um die Vorherrschaft in den drei Königreichen. Insgesamt elf Fraktionen stehen zur Auswahl, darunter die von historischen Persönlichkeiten wie Cao Cao, Liu Bei und Sun Jian. Pflichtprogramm für China-Fans!
  Quelle: Creative Assembly / Sega Total War: Three Kingdoms
Das zwölfte Hauptspiel der berühmten Strategiespieleserie skizziert den erbitterten Machtkampf um die Vorherrschaft in den drei Königreichen. Insgesamt elf Fraktionen stehen zur Auswahl, darunter die von historischen Persönlichkeiten wie Cao Cao, Liu Bei und Sun Jian. Pflichtprogramm für China-Fans!
 
Uncharted 2: Among Thieves
Im Jahr 1292 reiste Marco Polo, der mehr als 20 Jahre am Hofe des chinesischen Herrschers Kublai Khan gedient hatte, zurück nach Europa. Zwar kam er dort wieder an, was genau mit den anderen Schiffen seiner Flotte sowie deren Besatzung geschah, weiß jedoch niemand. Grund genug für Nathan Drake, der Sache auf den Grund zu gehen!
  Quelle: Sony Uncharted 2: Among Thieves
Im Jahr 1292 reiste Marco Polo, der mehr als 20 Jahre am Hofe des chinesischen Herrschers Kublai Khan gedient hatte, zurück nach Europa. Zwar kam er dort wieder an, was genau mit den anderen Schiffen seiner Flotte sowie deren Besatzung geschah, weiß jedoch niemand. Grund genug für Nathan Drake, der Sache auf den Grund zu gehen!
 

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