Ex-Playstation-Chef schießt gegen den Xbox Game Pass und andere Abo-Modelle: "Schafft keinen Mehrwert"

News Lukas Egner
Ex-Playstation-Chef schießt gegen den Xbox Game Pass und andere Abo-Modelle: "Schafft keinen Mehrwert"
Quelle: Microsoft

Ist der Xbox Game Pass der "beste Deal" im Gaming-Bereich? Der Ex-Playstation-Chef findet klare Worte und kritisiert Spieleabos wie den Game Pass scharf. Sie schaffen laut ihm keinen Mehrwert und machen aus Entwicklern "Gehaltssklaven".

Mit dem Xbox Game Pass hat Microsoft vor rund acht Jahren den - in eigenen Worten - "besten Deal" im Gaming-Bereich geschaffen. Für wenig Geld erhält man Zugriff auf viele aktuelle Spiele und die neusten Releases von Xbox, wie Halo, Call of Duty oder zuletzt etwa den GOTY-Kandidaten Clair Obscur: Expedition 33. Doch nicht jeder ist Fan eines solchen Abo-Modells. Der ehemalige Playstation-Chef Shawn Layden findet harte Worte und sieht in Spieleabos wie dem Game Pass eine echte Gefahr für Entwickler und die Games-Industrie an sich!

Ex-Playstation-Chef vergleicht Game Pass mit Spotify

Der ehemalige Chef der Playstation-Studios, Shawn Layden, scheint kein großer Freund vom Xbox Game Pass zu sein: In einem Interview mit Gamesindustry.biz vergleicht der Branchenveteran den Game Pass mit ähnlichen Abomodellen wie denen von Spotify oder Netflix. Durch solche großen Streaming-Anbieter habe sich der Wert der Produkte in den Augen der Kunden deutlich verringert.

So sei durch den Einfluss von Spotify auf die Musikindustrie etwa kaum noch jemand bereit, für einzelne Songs Geld auszugeben. Man erwarte, dass Musik praktisch kostenlos und immer verfügbar sei. Die niedrigen Ausschüttungen in der Musikindustrie könnten viele Künstler aber beispielsweise durch Konzerttickets wieder wett machen.

Bei Spieleentwicklern sei das nicht so einfach. "Niemand wird Geld dafür bezahlen, um in ein Spielestudio zu kommen und den Entwicklern beim coden zuzuschauen", verglich Layden die beiden Branchen. Auch die Motivation der Entwickler sei eine andere: "Sie schaffen keinen Wert, bringen es nicht auf den Markt in der Hoffnung, dass es richtig erfolgreich wird. Es gibt keine Motivation auf Gewinnbeteiligung, Überschüsse und all das schöne Zeug. Es ist einfach nur: Du zahlst mir X Dollar die Stunde und ich geb dir ein Spiel, hier, stell es auf deine Server".

Ist der Xbox Game Pass eine Gefahr für die Industrie?

Layden sieht zudem eine echte Gefahr im Game Pass: "Ich bin kein großer Fan der 'Netflix für Videospiele'-Idee. Ich glaube, es ist eine Gefahr". Laut ihm würden Entwickler, die für den Game Pass produzieren, zu einer Art "Lohnsklave" degradiert. Die Motivation sei nicht mehr, ein möglichst gutes Spiel zu entwickeln, sondern einfach nur noch das Geld von Microsoft zu bekommen.

Der Game Pass stößt auch bei vielen Entwicklern selbst auf Kritik. So sind sich viele bekannte Entwickler etwa einig, dass sie wohl nie für den Xbox Game Pass entwickeln würden. Und auch rund um die Profitabilität des Spieleabos steht ein großes Fragezeichen, während Microsoft in den letzten Monaten mehrere Tausend Mitarbeiter gefeuert hat.

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