Assassin's Creed: Ubisoft setzte Entwickler unter Druck, die Spielzeit zu strecken - sagt ein Ex-Entwickler
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In einem Interview mit einem ehemaligen Ubisoft-Veteranen erklärt dieser die Kehrtwende von Assassin's Creed: Ubisoft setzte Entwickler unter Druck, um aus dem Action-Adventure ein RPG zu machen!
Mit Assassin's Creed: Shadows hat Ubisoft vor wenigen Monaten endlich einen Teil der Reihe veröffentlicht, der im feudalen Japan spielt. Ein Setting, auf das Fans seit Langem gehofft hatten und das wir im Test ebenfalls ziemlich toll fanden. Gleichzeitig fährt Ubisoft mit den neueren Teilen der populären Schleichreihe jedoch auch eine andere Strategie in Sachen Spieldesign: Seit Assassin's Creed Origins sind die Spiele nämlich gigantische Rollenspiel-Epen, die Hunderte von Stunden verschlingen können.
Viele langjährige Fans vermissen die alten Tage, als die Spiele noch Action-Adventures mit Fokus auf Schleichpassagen waren. Doch warum hat Ubisoft diesen radikalen Genre-Wandel vollzogen? Ein Insider hat nun Details verraten, die einen interessanten neuen Blick auf die Strategie des Publishers zulassen.
Die "günstigste und effektivste" Lösung für mehr Spielzeit
Der Ubisoft-Veteran mit den pikanten Infos heißt Alex Hutchinson und ist ein echtes Urgestein von Ubisoft, der nicht nur bei Assassin's Creed 3 die Fäden zog, sondern auch für Far Cry 4 verantwortlich war. Er verließ das Studio im Jahr 2017, kurz bevor "Origins" auf den Markt kam. Sein Einblick in die internen Vorgänge ist daher Gold wert und er packt auch schonungslos aus. Demnach gab es intern enormen Druck, die Spieler länger am Ball zu halten.
"Damals gab es bei Ubisoft viel Druck, 'die Disc im Laufwerk zu behalten', um den Wiederverkauf zu verzögern, da GameStop die Einzigen waren, die damit etwas verdient hätten", so Hutchinson. "Die Designer wurden aufgefordert, die Spielzeit zu erhöhen, was als beste Lösung für dieses Problem in einem Franchise galt, bei dem der Multiplayer nie wirklich funktioniert hat". Hutchinson erklärt, dass Action-Adventure-Spiele, wie es die alten Assassin's Creed-Teile waren, pro Spielstunde notorisch teuer in der Entwicklung sind.
Um die Spielzeit also kostengünstig und effektiv zu verlängern, musste eine neue Strategie her. Die Lösung? RPG-Elemente. "Die günstigste und effektivste Methode, um das Spiel aufzublähen, war, RPG-Elemente hinzuzufügen", so der ehemalige Entwickler. Diese RPG-Mechaniken, wie das Sammeln von Loot, das Verbessern von Fähigkeiten, das Erledigen von Nebenquests und das Aufleveln, schafften künstlich die gewünschte "Masse".
Ein radikaler Wandel, der wider Erwarten funktionierte
Obwohl Hutchinson selbst zugibt, dass ihm der Wandel hin zum Rollenspiel suspekt war, räumt er ein, dass der Schritt ein Erfolg war. "Ich glaube, es ist das einzige Franchise, das ich kenne, welches das Genre gewechselt und das eigene Publikum trotzdem behalten hat. Es war riskant, aber es scheint funktioniert zu haben".
Trotz des Erfolgs hegt der Entwickler Zweifel an der langfristigen Strategie von Ubisoft: "Ich hatte die Sorge, wenn man gerade 200 Stunden AC gespielt hat, ob man dann ein Jahr später wirklich in der Stimmung für mehr ist?". Laut ihm tragen die jährlichen Schauplatz- und Protagonisten-Wechsel aber dazu bei, die Reihe am Leben zu halten.
Während man im einen Jahr im dunklen Mittelalter unterwegs ist, kämpft man im nächsten während der französischen Revolution oder klettert riesige Pyramiden empor. Aktuell gibt es bereits Spekulationen rund um das Setting für das nächste Assassin's Creed. Wo würdet ihr mit eurem Assassinen gerne mal in der Weltgeschichte herumschleichen?
