eSports zählt nach wie vor nicht als Sport, dabei hätte das schon längst geschehen sollen.
Zum dritten Mal fand in Hannover eine eSports-Messe mit tausenden Besuchern und einem großen LAN-Bereich statt. Dieses Mal unter dem Namen Gamevasion statt Dreamhack, konzentrierte sich die Messe dieses Jahr nicht nur auf das sportliche Zusammensein, sondern auch auf politische Aspekte wie Jugendschutz und die Anerkennung von eSports als Sport.
Vor allem Letzteres würde viele Probleme lösen, die eSports in Deutschland aktuell hat. Denn durch die fehlende Anerkennung können sich entsprechende Vereine nicht als gemeinnützig eintragen. Dadurch fehlen wiederum Gelder von Gemeinden, die es als Verein oft braucht, um sich aufzubauen.
Eine Forderung, die ich vor mehreren Jahren das erste Mal in meinem Feed gesehen habe und mir damals noch dachte, dass das eigentlich kein großes Problem sein kann. Vor allem, weil unsere aktuelle Regierung das sogar in ihren Koalitionsvertrag aufgenommen hatte. Das hat sich mit den letzten politischen Entwicklungen aber wahrscheinlich erst einmal erledigt, denn Gaming und eSports stehen nicht unbedingt oben auf dem Plan, wenn es um Wahlkampf geht. Zumindest hat man mir unter der Hand mitgeteilt, dass Politiker, die einen Besuch der Messe geplant hatten, nun deswegen abgesagt hätten.
Zwar habe ich Verständnis dafür, dass neben anderen Krisen wie Krieg, Klima und Rechtsruck das Thema eSport verblasst. Gleichzeitig redet aber einer der Kanzlerkandidaten in Interviews ständig über die "nervigen Windräder" in Bayern, wohingegen an eSports wirklich eine Problematik hängt, die zu lösen das Leben einiger Personen tatsächlich bessern würde.
Aber auch wenn man ohne zynische Seitenhiebe mal darüber nachdenkt, was mit eSports einhergeht, ist es überaus verwunderlich, dass er keine Anerkennung findet. Immerhin ist es nicht ganz ausgeschlossen, dass bereits ab 2025 eine eSports-Olympiade stattfinden wird. Daran arbeitet zumindest das International Olympics Committee zusammen mit nationalen eSports-Verbänden.
Durch die körperliche Fitness, die für eSportler nötig ist, bringt diese Art von Gaming junge Menschen dazu, gesünder zu leben, hat aber eine geringere Hemmschwelle für solche, die nicht super fit sind. Und eSports ist inzwischen ein wichtiger Faktor in der Jugendarbeit, um mit Minderjährigen in schlechten Verhältnissen zu arbeiten, wie mir von einem USK-Mitglied erzählt wurde.
Alles Gründe also, eSports doch einfach als Sport anzuerkennen und sämtlichen Vereinen so unter die Arme zu greifen. Aber das ist auch alles nichts Neues, sondern das sind Aspekte, die der eSports Bund Deutschland schon lange vertritt und für die er einsteht. Auch, wenn Gaming und eSports aktuell nicht die prominentesten Herausforderungen sind, die unsere Regierung vor sich hat, besteht trotzdem Druck. Und solange die Bemühungen des Olympischen Komitees weitergehen und auch nationale und regionale Verbände sich lautstark zu Wort melden, besteht sogar eine reelle Chance, dass sich in den nächsten Jahren etwas ändern wird. Es wäre höchste Zeit.
