Spider-Man: Miles Morales im Test: Skills, Fazit und Wertung
Test
Neue Playstation, neue Spinne - Miles Morales erhält zum Start der PS5-Ära ein Spin-off, das zwar kürzer, in manchen Belangen aber sogar besser ist als das Abenteuer von Peter Parker. Wie gut Spider-Man: Miles Morales ist, verrät euch Chris im Test!
Neuer Held, neue Tricks
Wie wir bereits erwähnten, besitzen wir als Miles bioelektrische Kräfte, die wir gezielt im Kampf einsetzen dürfen. Durch jeden gelandeten Angriff und jedes gelungene Ausweichmanöver lädt man die sogenannte Venom-Energie auf. Ist die entsprechende Leiste gefüllt, darf man verheerende Attacken entfesseln. Venom-Angriffe funktionieren, indem wir mit L1 die Energie in Miles auflodern lassen und anschließend mit einer Aktionstaste eine bestimmte Venom-Attacke auslösen. Mit Quadrat entfesseln wir beispielsweise den gezielten Venom-Punch, während wir mit X und Quadrat gleichzeitig hoch in die Luft springen und einen Schlag auf den Boden ausführen, der alle umstehenden Gegner elektrisiert. So kann man stärkere Gegner schneller klein kriegen, sich aber auch besser befreien, wenn man von einer Horde Fieslinge umzingelt wird. Die Venom-Angriffe erweitern das Kampfsystem sinnvoll und sorgen so für mehr Varianz bei den Kloppereien. Überhaupt müssen wir ein großes Lob für die Darstellung der Action aussprechen. Führen wir einen Takedown oder finalen Schlag aus, wird das von der Kamera durch Schwenks und Zooms schön cineastisch eingefangen, ohne den Flow im Kampf zu unterbrechen.
Quelle: PC Games
Wie schon im Vorgänger darf man Spidey mit neuen Gadgets ausstatten und verschiedene Skills sowie Kostüme freischalten. Kampffähigkeiten aus dem letzetn Teil muss man jedoch nicht erneut freispielen. (PS5)
Nutzt Miles bei einem Takedown automatisch ein bisschen Venom-Energie, wird diese übrigens nicht aus unserer Power-Leiste abgezogen. Die Venom-Fähigkeiten lassen sich im Skill-Tree weiter ausbauen, sodass man mehr Feinde gleichzeitig trifft, nahestehende Gegner auch geschockt werden oder elektrisierte Gangster anschließend besonders anfällig für ein paar saftige Spider-Backpfeifen sind. Im dritten Part des Talentbaumes hingegen verbessern wir hingegen unsere Camouflage-Fähigkeit, denn ab einem gewissen Punkt im Spiel entdeckt der unerfahrene Spinnenmann, dass er sich sogar kurzzeitig unsichtbar machen kann.
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Verbessertes Schleichen
Dass Miles vollkommen getarnt ist vor seinen Feinden, sorgt natürlich für neue Möglichkeiten im Kampf. Wir können uns auch über ein schwer bewachtes Areal offen bewegen, Gegner austricksen oder ihnen sogar Angst einjagen, wenn wir zunächst zwischen sie springen und uns dann quasi in Luft auflösen. Doch Obacht, man kann nicht ewig unsichtbar bleiben. Die Camouflage-Leiste leert sich rasant und offensive Aktionen wie Schläge, Takedowns oder auch Herumrennen sorgen dafür, dass unsere Tarnung noch schneller auffliegt. Auch hier kann man natürlich ein paar nützliche Fähigkeiten im Talentbaum erwerben. Doch selbst ohne die Camouflage-Fähigkeit macht das Schleichen deutlich mehr Spaß als im Vorgänger, da uns die Entwickler mehr Möglichkeiten an die Hand geben. So kann man nun beispielsweise Feinde markieren und heimliche Takedowns lassen sich nun auch von Wänden und der Decke ausführen. Als Spinne krabbelt man eben überall rum! Die größte Neuerung jedoch ist, dass man nicht mehr zwangsläufig irgendwann entdeckt wird. Die allermeisten Missionen kann man komplett heimlich erledigen und wenn man doch mal ertappt wird, schaltet man den Camouflage-Modus an, wechselt die Position und darf erneut auf Sam Fishers Stealth-Spuren wandeln. Die Gegner-KI ist recht doof, eine Art Splinter Cell im Spinnenkostüm braucht ihr also trotzdem nicht erwarten. Dadurch dass das Schleichen diesmal aber wirklich funktioniert, wird das Spiel aber klar aufgewertet.
Quelle: Kaum zu glauben, aber das Schwingen macht dank des haptischen Feedbacks und der adaptiven Trigger des DualSense-Controllers noch mal mehr Spaß als im Vorgänger. Wir möchten uns in Spielen nicht mehr anders fortbewegen. (PS5)
Kaum zu glauben, aber das Schwingen macht dank des haptischen Feedbacks und der adaptiven Trigger des DualSense-Controllers noch mal mehr Spaß als im Vorgänger. Wir möchten uns in Spielen nicht mehr anders fortbewegen. (PS5)
Zudem sollte man sich trotz der neuen Fähigkeiten von Miles nicht zu sicher sein. Es gibt einige Gegner, die gegen Venom-Attacken immun sind und andere, die auch einen unsichtbaren Spider-Man aufspüren können. Die Handlanger des Tinkerers haben sogar Düsen an den Stiefeln, wodurch sie auch schon mal höher gelegene Ebenen absuchen, wo wir uns sonst immer leicht verstecken konnten. Sowohl mit den neuen Skills als auch mit dem zugehörigen Fortschrittssystem haben Insomniac Games alles richtig gemacht. Spider-Man: Miles Morales spielt sich dadurch noch mal besser und abwechslungsreicher als der eh schon sehr gute Vorgänger. Man merkt jedoch, dass sich die Entwickler die wenigen Kritikpunkte am ersten Teil zu Herzen genommen haben, was man ja auch am Design der Nebenmissionen sieht. Umso unverständlicher ist allerdings, dass sie an den Anzügen rumgewerkelt haben. Genau wie im letzten Spider-Man erhält man im Spin-off nach und nach neue Spider-Man-Anzüge. Einige durch Fortschritt in der Story, andere lassen sich durch Aktivitätsmarken, die man für abgeschlossenen Nebenaktivitäten erhält, freischalten.
Quelle: PC Games
Setzt Spider-Man zum finalen Schlag an, wird das durch Zooms und Kameraschwenks wunderbar cineastisch dargestellt, ohne den Flow der Kämpfe zu stören. (PS5) (2)
Dass es im kürzeren Spin-off weniger Spidey-Suits gibt, ist vollkommen nachvollziehbar, ein bisschen blöd ist allerdings, dass die Anzüge über keine speziellen Boni mehr verfügen. Und wo wir gerade schon bei Kritik sind: Die nun häufigeren Umgebungsrätsel, bei denen wir Miles' Spinnenfähigkeiten einsetzen müssen, um elektrische Knotenpunkte miteinander zu verbinden oder Wege freizuräumen, sind nett gedacht und lockern durchaus den Spielablauf etwas auf, allerdings sind sie allesamt sehr einfach und laufen immer nach dem gleichen Muster ab. Hier hätten wir uns etwas mehr Kreativität und damit verbunden eben auch mehr Abwechslung gewünscht. Das ist aber natürlich Meckern auf hohem Niveau.
Quelle: Sony Interactive Entertainment / Marvel Games
Spider-Man: Miles Morales holt als Launch-Titel natürlich noch nicht alles aus der neuen Hardware heraus, doch an manchen Stellen lässt sich gut erahnen, zu was die PS5 grafisch fähig ist. Spiegelungen, Beleuchtung und Partikeleffekte sind wunderschön
Spinnen war nie schöner
Inszenatorisch, erzählerisch und spielerisch liefert Miles Morales also richtig ab. Technisch merkt man dem Titel jedoch an, dass er ein Cross-Gen-Spiel ist. Die Optik wird niemanden dazu veranlassen, ein Dankesgebet an die Grafikgötter zu sprechen, hübsch ist der Titel trotzdem. Gerade im Vergleich zur (jederzeit konstant mit 30 fps laufenden) PS4-Version fallen jede Menge Details auf. Vor allem die Beleuchtung, die Farbgebung und die Partikeleffekte sind schön anzusehen. Spider-Man: Miles Morales reizt die PS5-Hardware als Starttitel natürlich nicht aus, aber an manchen Stellen lässt sich erahnen, zu was die PS5 fähig ist. Im Modus mit Raytracing und 4K läuft der Titel mit 30 Bildern pro Sekunde, es kann jedoch jederzeit der Performance-Modus mit 60 fps, ohne Raytracing verwendet werden. Besonders loben müssen wir zudem die Animationen von Miles. Diese wurde zum größten Teil neu aufgenommen, um die Mischung aus Waghalsigkeit und Unsicherheit in Miles' Charakter auch optisch zum Ausdruck zu bringen.
Quelle: PC Games
Immer wieder muss man in den Missionen kleinere Umgebungsrätsel mit Miles’ Spinnenfähigkeiten lösen. Die Puzzles lockern den Spielablauf auf, sind aber allesamt sehr einfach und laufen immer nach dem gleichen Muster ab. (PS5)
Zudem steuert sich das Schwingen dank haptischem Feedback und adaptiver Controller des DualSense sogar noch besser als im Vorgänger. Ebenfalls schön ist es, dass Harlem, das in der Handlung eine große Rolle spielt, neu gestaltet wurde, um für Atmosphäre zu sorgen. Der Rest der bereits aus dem Vorgänger bekannten Map ist zwar unverändert, sieht aber dennoch anders aus, da das Abenteuer um die Weihnachtstage herum spielt und New York somit Schnee und jede Menge bunte Festtagslichter bietet. Weiterhin kann man aber keine Gebäude frei betreten, wenn dies in der Story nicht vorgeschrieben ist. Im Verlaufe des Spiels fielen uns zudem einige kleinere Bugs auf. Gerne mal verfingen sich Gegner in Säulen oder spawnten in Kisten. Das war jedoch kaum ein Problem, da man sie zumeist dort rausschlagen konnte. Nur ein Mal mussten wir neu laden und das war wenig ärgerlich, denn auf der PS5 gibt es beim neuen Spidey dank SSD keinerlei Ladezeiten.
