Charakterschauspieler Ralph Fiennes beeindruckt in David Cronenbergs minimalistischem Werk
Ein einfahrender Zug in London. Er setzt nicht nur Pendler und Touristen ab, sondern auch einen Mann, der so gar nicht zu den anderen Reisenden passen mag: Dennis Cleg (Ralph Fiennes, "Der englische Patient", "Schindlers Liste"). Von seiner Mutter bekam er einst den Spitznamen "Spider".
Gerade aus einer Anstalt für kriminelle Geisteskranke entlassen, zieht Spider in eine heruntergekommene Pension, die von sozialen Außenseitern wie ihm bewohnt wird. Seine Zeit verbringt der verschlossene Mann mit einsamen Spaziergängen im Londoner East End, wo er aufwuchs.
Spider erinnert sich an seine Eltern (Gabriel Byrne und Miranda Richardson) und an ein schreckliches Geheimnis, das ihn zu jenem machte, der er heute ist. Stück für Stück wird in Spiders Geistes-welt die Vergangenheit rekonstruiert. In Rückblenden wird der junge Spider (Bradley Hall) gezeigt, der miterleben muss, wie sein Vater die Mutter zugunsten einer ordinären Schlampe aufgibt.
Äußerst ergiebig
Der kanadische Regisseur David Cronenberg gibt sich im Audiokommentar sehr gesprächig. So erfährt man interessante Details über die Auswahl der Musik, die Änderungen, die gegenüber der Buchvorlage von Patrick McGrath vorgenommen wurden und die symbolische Bedeutung einiger Filmelemente.
Dazu kommen drei Featurettes. In "Entwicklung von Spider" erzählt Cronenberg, wie sich die Zusammenarbeit mit dem britischen Autor McGrath gestaltete, der als Sohn eines berühmten Gerichtspsychiaters in seinen Werken immer wieder die menschliche Psyche auslotet.
Auch das Making of erweist sich als lohnenswert, sollte jedoch erst nach dem Film angesehen werden, da sonst viel an Spannung verloren geht. Unter "Die Besetzung" finden sich Interviews mit den Hauptdarstellern, Aufnahmen vom Set und weitere Erläuterungen Cronenbergs.
An Infomaterial gibt's außerdem Filmografien von Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarstellern. Die Extras sind deutsch untertitelt.FE n
