Aus für Spellcasters: Quantic Dream zieht nach nur 3 Monaten überraschend den Stecker
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Nach nur wenigen Monaten verschwindet Spellcasters Chronicles schon wieder vom Markt. Jetzt sorgen Berichte über mögliche Entlassungen und schwere Vorwürfe gegen Quantic Dream für Diskussionen.
Beim französischen Studio Quantic Dream läuft gerade offenbar eine der größten Krisen der letzten Jahre. Der von vielen Spielern heiß erwartete Multiplayer-Titel Spellcasters Chronicles wird schon nach wenigen Monaten zur Katastrophe für den Entwickler - und für das Team kommt es noch härter.
Quantic Dream beendet Spellcasters Chronicles nach nur drei Monaten - bis zu 95 Jobs bedroht
Quantic Dream hat inzwischen bestätigt, dass die Server von Spellcasters Chronicles am 19. Juni abgeschaltet werden. Gleichzeitig kündigte das Studio eine interne Umstrukturierung an. Als offiziellen Grund nennt das Unternehmen das aktuell "besonders schwierige Marktumfeld". Laut Gewerkschaft STJV steckt hinter dem Scheitern aber vor allem jahrelange Fehlplanung.
Besonders überraschend ist vor allem die angeblich extrem lange Entwicklungszeit des Projekts. Laut der französischen Gewerkschaft Syndicat des Travailleureuses du Jeu Vidéo wurde Spellcasters Chronicles bereits vor acht Jahren gestartet. Eigentlich sollte das Projekt deutlich kleiner werden und wesentlich früher erscheinen.
Das Spiel wurde erst im Oktober 2025 offiziell angekündigt und setzte auf schnelle 3-gegen-3-PvP-Kämpfe mit Magiern, beschworenen Fantasy-Kreaturen und großen Armeen. Spieler konnten dabei mehr als 50 verschiedene Zauber und Beschwörungen nutzen, darunter Drachen, Skelette und andere Fantasy-Monster.
Und trotzdem hielt sich das Spiel gerade einmal rund drei Monate im Early Access. Neue Spieler können Spellcasters Chronicles auf Steam inzwischen nicht mehr herunterladen. Wer das Spiel bereits besitzt, darf noch bis zur Abschaltung der Server weiterspielen.
Gewerkschaft wirft Quantic Dream katastrophales Projektmanagement vor
Die Kritik der Gewerkschaft fällt ungewöhnlich deutlich aus. In einem öffentlichen Statement wirft STJV der Führungsebene rund um David Cage, Guillaume de Fondaumière und Grégorie Diaconu massive Managementfehler vor. Laut der Gewerkschaft habe es intern über Jahre Warnungen gegeben, dass das Projekt enorme Risiken birgt. Die Verantwortlichen hätten diese Hinweise aber ignoriert und fest mit einem Erfolg gerechnet. Die Gewerkschaft schreibt dazu:
"Dieses Projekt wurde vor acht Jahren gestartet und sollte eigentlich ein überschaubares Projekt werden. Niemand hat hinterfragt, wie das Spiel überhaupt profitabel werden soll."
Außerdem kritisiert STJV die ständigen Richtungswechsel während der Entwicklung. Das Team sei dadurch über Jahre erschöpft worden und die Produktion direkt in eine Katastrophe gelaufen. Noch deutlicher wird die Gewerkschaft an anderer Stelle:
"Vor den Mitarbeitern erklärte das Management arrogant, der Erfolg von Spellcasters Chronicles sei dank der 30 Jahre Erfahrung der Entscheider garantiert."
Laut STJV habe die Führung sogar gegenüber dem Betriebsrat alternative Szenarien oder mögliche Misserfolge komplett ausgeschlossen.
Auch NetEase steht wegen Spellcasters Chronicles in der Kritik
Neben Quantic Dream selbst gerät auch Anteilseigner NetEase ins Visier der Gewerkschaft. STJV wirft dem Unternehmen vor, Druck auf ein möglichst schnelles Ende der Entwicklung ausgeübt zu haben. Gleichzeitig habe es kaum Marketing für den Release gegeben. Die Gewerkschaft fordert deshalb einen Stopp aller geplanten Entlassungen. Statt Mitarbeiter zu kündigen, soll Quantic Dream das Team hinter Spellcasters Chronicles laut STJV lieber an anderen Projekten einsetzen.
Heißerwartetes Star Wars Eclipse soll laut Quantic Dream nicht betroffen sein
Immerhin versucht Quantic Dream, die Sorgen rund um das nächste große Projekt direkt zu beruhigen. Laut Studio laufe die Entwicklung von Star Wars Eclipse weiterhin planmäßig weiter und sei nicht von der aktuellen Krise betroffen.
Spieler, die während des Early Access Geld für Spellcasters Chronicles ausgegeben haben, können laut Quantic Dream außerdem eine vollständige Rückerstattung beantragen. Weitere Informationen dazu will das Studio in den kommenden Tagen veröffentlichen. Damit endet das erste Multiplayer-Projekt von Quantic Dream deutlich schneller, als es sich das Studio vermutlich jemals vorgestellt hatte.
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