Spellbreak: Vorschau zur Battle-Royale-Beta im Fantasy-Gewand
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Zauberhafter Comic-Style, vernichtende Magie und Kämpfe bis zum Tod: Spellbreak vermischt bekannte Battle-Royale-Mechaniken mit einem frischen Setting. Ob's was taugt, verraten wir in der Vorschau.
Schon wieder ein Battle-Royale? Offenbar schon. Der Hype mag zwar nicht mehr so groß sein wie noch vor einem Jahr, trotzdem sind PUBG, Apex Legends und Fortnite weiterhin beliebte Titel und versammeln jeden Tag unzählige Spieler vor den Spielegeräten. Dass es auch jetzt nicht zu spät ist, um sich im Markt zu etablieren, zeigte zuletzt Call of Duty: Warzone. Und das war wohl nicht der letzte Hunger-Games-Verschnitt, den wir dieses Jahr sehen werden.
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Daneben tummeln sich nämlich noch zahlreiche andere Titel im Teich: Spellbreak heißt der jüngste Neuzugang. Etwas anders als die üblichen Genre-Vertreter ist das Werk von Entwickler Proletariat jedoch. Statt auf Maschinengewehre und Pistolen zu setzen, bekriegt ihr euch dort nämlich im Fantasy-Setting mit mächtigen Magie-Attacken.
Im Moment befindet sich das Ganze in einer Closed Beta, geplant ist der Release noch im Jahr 2020. Bringt Spellbreak genügend frischen Wind mit sich, oder handelt es sich doch nur um einen weiteren Fortnite-Klon? Wir haben uns das Ganze mal angesehen.
Der letzte Loot-Bändiger
Quelle: PC Games
Wie gewohnt landen wir am Anfang jedes Matches irgendwo auf einer weitläufigen Insel. In Spellbreak springen wir aber nicht aus einem Dropship, sondern gelangen über Portale in die Arena.
Spellbreak ist die Antwort auf die Frage, was wohl rauskommt, wenn man Avatar: Der Herr der Elemente mit Fortnite kreuzt. Das Ergebnis ist ein Battle-Royale-Titel im Comic-Look, in dem wir uns mit diversen Elementarmagie-Fähigkeiten bekämpfen. Unsere Macht verleiht uns, Thanos lässt grüßen, ein magischer Handschuh. Durch ihn beherrschen wir eines von sechs Elementen: Feuer, Erde, Wind, Frost, Gift oder Blitz stehen uns zur Verfügung. Die Zauber-Attacken sind schnell erlernt, immerhin orientieren sich die Elementar-Fähigkeiten stark an klassischem Waffen-Gameplay: Mit der Frostattacke nehmen wir uns Gegner beispielsweise aus der Ferne vor, während Gift-Angriffe ihre volle Wirkung erst aus nächster Nähe entfalten.
Daneben können wir Sekundärattacken ausführen, die bestehen aus kleinen Tornados, Giftgaswolken, Blitzeinschlägen und mehr. Besonders spannend: Die Sekundärattacken sind vielfältig kombinierbar und bringen etwas Dynamik ins Gameplay. So lässt sich zu Eis gefrorener Boden durch Blitze elektrisch aufladen und Giftgaswolken verbinden sich mit Wirbelstürmen zu toxischen Tornados.
Bekannte Mechaniken und neue Ideen
Quelle: PC Games
Die Attacken des Erdhandschuhs richten sich vor allem gegen Spieler, die sich zu Fuß fortbewegen.
Der Rest des Spiels gestaltet sich daneben schon eher genretypisch. In Dreier-Squads und mit einem der Magie-Handschuhe bewaffnet, stürzen wir uns zu Beginn eines jeden Matches durch Himmelsportale auf eine Insel. Kaum gelandet, begeben wir uns auf die Suche nach einem zweiten Handschuh, magischen Amuletten und Runen, durch die wir Taktikfähigkeiten auslösen können. Währenddessen wird der tödliche Ring, der die Map umgibt, immer enger und zwingt uns früher oder später dazu, den gegnerischen Gruppen entgegenzutreten. Am Ende bleibt nur ein Squad am Leben und darf sich Sieger nennen.
So weit, so bekannt. Stellt sich eigentlich nur eine Frage: Braucht es wirklich einen weiteren Battle-Royale-Titel im ohnehin überfüllten Markt? Naja, jein. Optisch ist Spellbreak zumindest kein totaler Reinfall: Der Artstyle im Anime-Look passt zum Setting, die Kampf-Animationen sind flüssig und die Inselarena bietet durch die unterschiedlichen Regionen genügend Abwechslung. Potenzial zeigt auch das Gameplay. Der magische Twist ermöglicht neue Mechaniken und ein paar gute Ideen der Entwickler, wie die Kombination von Elementar-Attacken, sorgen für abwechslungsreiche Kämpfe. Neben den zauberhaften Mordhandschuhen sind gerade die Runenfähigkeiten eine spaßige Bereicherung. Die lassen uns ausweichen, fliegen, teleportieren, unsichtbar sein oder die Zeit zurückspulen. Dadurch werden die Auseinandersetzungen mit anderen Spielern stets dynamisch und unvorhersehbar.
Wenig Taktik, viel Action
Quelle: PC Games
Durch die vielen Elementar-Attacken und Flug-Fähigkeiten können Kämpfe schnell hektisch werden.
Das wird gelegentlich aber auch zum Problem: Häufig enden die magischen Schlachten mit anderen Spielern in wildem Rumgehüpfe und dem Spammen von Attacken. Grund dafür ist, dass die vielen Flug- und Schwebefähigkeiten die Kämpfe häufig in die Vertikale verlagern. Da fehlt es dann aber oft an Präzision und Ruhe für wohlüberlegte Manöver. Gerade im Battle-Royale-Genre sind Absprachen und taktische Überlegungen ein Grundpfeiler für gelungene Matches. Dafür ist das Gameplay in Spellbreak oft deutlich zu schnell und schlussendlich stellt man sich die Frage, warum dieses Spiel denn eigentlich unbedingt "Battle Royale" sein musste. Für schnelle Team Deathmatches oder zielbasierte Spielmodi wie Capture the Flag würden sich die hektischen Zauberduelle doch sehr gut eignen - vielleicht sogar deutlich besser.
Negativ stößt daneben die aktuelle Preispolitik auf: Wer unbedingt an der Closed Beta teilnehmen will, kann sich für schlappe 50 Euro mit der Founders Edition einkaufen. Wer das macht, wird sich im Nachhinein aber ganz schön ärgern, denn ein weiteres Problem sucht Spellbreak im Moment noch heim. Zurzeit sind die Server nämlich ziemlich spärlich besiedelt. Im Test fanden die meisten Matches mit unter 15 Spielern pro Server statt - für Battle Royale ist das einfach zu wenig. Gegen Abend füllen sich die Server zwar etwas, aber auch da waren selten mehr als 20 Spieler über die Map verteilt.
Was nicht ist, kann ja noch werden
Das ist schade, denn auch wenn gameplaytechnisch noch Luft nach oben ist, so hat Spellbreak durchaus seine Qualitäten. Setting und Artstyle sind interessant und wenn sich mal genügend Spieler versammeln, machen die Kämpfe auch echt Spaß. Wenn sich noch genug am Spiel tut und die Entwickler bis zum Release noch an ein paar Stellschrauben drehen, dürfte Spellbreak damit zumindest für Fantasy-Fans einen Blick wert sein. Wer aber jetzt schon mit einem Battle-Royale-Titel beschäftigt ist, kann den getrost weiterzocken, denn im Moment ist Spellbreak zwar ganz nett - mehr aber auch nicht.
