DVD-Test: Spartan

Test Toni Opl

David Mamet prangert Machtmissbrauch an und zeigt die Verstrickung von Politik, Militär und Geheimdienst.

Akte geschlossen

Curtis (Derek Luke, re.) glaubt den Medien nicht. Curtis (Derek Luke, re.) glaubt den Medien nicht. Für den wortkargen, befehlstreuen Scott ist die Sache damit erledigt, doch sein junger Partner Curtis (Derek Luke, "Friday Night Lights", "Biker Boyz") ist überzeugt, Beweise liefern zu können, dass Laura entführt wurde und noch am Leben ist. Bevor er dies aber belegen kann, wird er von Profikillern erschossen. Scott ermittelt daraufhin auf eigene Faust weiter und deckt einen politischen Vertuschungsversuch auf, den er nie für möglich gehalten hätte. Plötzlich gerät auch er in die Schusslinie ...

Ängstlich: Die entführte Laura Newton (Kristen Bell) Ängstlich: Die entführte Laura Newton (Kristen Bell) Was sich zunächst nach einem konventionellen Entführungs-Thriller anhört, entpuppt sich schnell als vielschichtiges, komplexes und politisch brisantes Werk. Mamet, der hier einmal mehr sein Ausnahmetalent als Autor unter Beweis stellt, greift in "Spartan" Themen wie die Macht der Geheimdienste und deren Machenschaften unter dem Deckmantel der Regierung sowie die Rolle der Medien im Wahlkampf auf.

Mamet verzichtet auf ausschweifende Dialoge und Erklärungen. Er setzt vielmehr auf scharfe, kurze Sätze und katapultiert den Zuschauer direkt in medias res. So bleibt beispielsweise die Frage, ob es sich bei Laura Newton tatsächlich um die Tochter des US-Präsidenten oder "nur" eines hohen Abgeordneten bzw. Senators handelt, absichtlich ungeklärt.

Spartanisch

Der Audiokommentar von Val Kilmer ist das einzige gehaltvolle Extra auf der DVD. Mit sonorer Stimme und zahlreichen Sprechpausen referiert der Hauptdarsteller über seine Rolle und die Vorbereitungen für diese. Ausführlich geht er auf die technischen Berater am Set ein und weist ab und an auf szenenspezifische Details hin. Darüber hinaus beleuchtet er auch die Figur des "Spezialagenten" im Allgemeinen, die Arbeitsweise von Filmemacher David Mamet sowie die gute Stimmung am Set.

Fazit

Film-Check: "Spartan" startet so gemächlich wie ein TV-Krimi, legt dann aber ordentlich an Komplexität und Tempo zu. Nicht zuletzt dank vieler intelligenter Wendungen bleibt man gebannt bis zum Abspann sitzen. David Mamet baut nicht auf Hochglanz und Effekte, sondern auf eine realitätsnahe Inszenierung, bei der die Action in den Hintergrund rückt. Schusswechsel beispielsweise sind bei ihm schon nach wenigen Sekunden beendet. Dies lässt genügend Raum für die Charaktere und deren Entwicklung. Allen voran begeistert Val Kilmer als berechnender Ex-Soldat, dessen Menschlichkeit erst nach und nach zum Vorschein kommt. Sehenswert!
DVD-Fazit: Obwohl es sich hier nicht um eine Großproduktion handelt, kann sich die Technik sehen lassen. Als weitere Zugaben wären z.B. ein Making of, Statements von David Mamet oder eine Featurette über Geheimdienste denkbar gewesen.

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