Vor wenigen Tagen hatte Sony angekündigt, ab Januar 2028 keine physischen PlayStation-Spiele mehr herzustellen. Den Umbau seiner größten Fabrik hat der Konzern bereits gestartet.
Im österreichischen Thalgau bei Salzburg steht Sonys größte und offenbar auch letzte eigene Fabrik zur Herstellung von Discs, also CDs, DVDs und Blu-Rays. 600.000 Discs verlassen hier noch täglich das Fließband, und die Hälfte davon ist für PlayStation-Spiele bestimmt. Wie Sony vor wenigen Tagen ankündigte, wird damit jedoch bis 2028 Schluss sein: Ab Januar des übernächsten Jahres werden keine neuen Spiele mehr in physischer Form hergestellt.
Da die Meldung bei Teilen der Spielerschaft überhaupt nicht gut ankam, hat man sich vielleicht hoffen getraut, der Konzern würde seine Strategie basierend auf dem Kundenfeedback noch einmal überdenken, aber: Fehlanzeige. Der Schritt ist endgültig.
In einem Gespräch zwischen dem ORF und Dietmar Tanzer, Chef der Disc-Produktionssparte Sony DADC, wird deutlich, dass die Umstrukturierung in der Thalgauer Produktionsstätte bereits im Gange ist. Von den 300 Mitarbeitern am Standort werden bereits erste für den Testbetrieb in den neuen Geschäftsbereich überführt. In nächster Zeit soll dann großflächig umgeschult werden. Die positive Nachricht: Sony DADC geht nicht davon aus, mit dem Wegfall der Disc-Produktion Mitarbeiter entlassen zu müssen.
Das Personal, das zuvor unter anderem für die Herstellung physischer PlayStation-Spiele zuständig war, wird künftig im Segment der "Micro Optics" eingesetzt, einer Technologie zur Steuerung von Licht auf kleinstem Raum. Als Anwendungsbeispiel nennt der zuständige Leiter etwa Blinker, die auf die Straße projiziert werden können.
PlayStation-Discs werden 2028 nur noch zehn Prozent des Volumens der Fabrik ausmachen, so Chef Tanzer. Die Restproduktion dürfte sich Sonys Meldung zufolge auf Spiele beschränken, die bereits vor 2028 in physischer Form erschienen sind und hier offenbar auch weiterhin hergestellt werden, wenn auch in sehr viel kleinerem Rahmen.
Kurz vor der Sony-Meldung hatte Rockstar Games zum Vorbestellstart von Grand Theft Auto 6 bereits das Ende physischer Spiele eingeläutet: Der größte Gaming-Release des Jahrzehnts wird lediglich als Download-Code in einer Plastikhülle in den Verkaufsregalen liegen. Die immense Strahlkraft des Rockstar-Blockbusters dürfte sicherlich den einen oder anderen Publisher ermutigen, auch schon vor 2028 aus der physischen Produktion auszusteigen.
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Quelle: ORF Salzburg
