Schöne Himmelswelt trifft auf fristriernde Probleme: Solarpunk zeigt sich im Test mit Licht und Schatten

Test Vivien Ziermann
Schöne Himmelswelt trifft auf fristriernde Probleme: Solarpunk zeigt sich im Test mit Licht und Schatten
Quelle: Cyberwave

Nachhaltig bauen statt ausbeuten: Solarpunk begeistert mit Charme und Nachhaltigkeit, kämpft allerdings mit schwerwiegenden Problemen und viel Leerlauf.

Nachhaltigkeit ist das A und O

Neben der Landwirtschaft zählt der Bau eines Hauses ebenfalls zu den wichtigen Kernaspekten des Spiels. Auch wenn ein großes, prunkvolles Haus genau genommen nicht notwendig ist, denn abgesehen vom Bett muss keines der Geräte und Möbel, sowie kein Tisch unter einem Dach aufgebaut werden. Ein kleines Zimmer mit Bett würde theoretisch also reichen, um einen Schlafplatz und Schutz vor den Stürmen zu bieten.

Doch bietet Solarpunk eine Vielzahl an Möglichkeiten, uns ein richtig schickes Haus auf die Insel zu stellen. Zum Start steht uns nur der Bau mit Holz zur Verfügung. Im Verlauf des Spiels schalten wir aber auch Glasbauelemente und Steinbau frei.

Eines haben aber alle Baustrukturen plus jegliche Deko-Elemente gemeinsam: Sie kosten unglaublich viele Ressourcen. Und durch die begrenzte Anzahl an Bäumen, die auf einer Insel wachsen, ist auch der Holzvorrat schnell erschöpft. Es sei denn, wir denken daran, für jeden gefällten Baum direkt einen neuen zu pflanzen.

Praktischerweise erhalten wir, ähnlich wie bei den Feldfrüchten, für jeden gefällten Baum einen Setzling, der innerhalb weniger Ingame-Tage zu voller Größe gewachsen ist. So erinnert uns das Spiel regelmäßig daran, wie wichtig Nachhaltigkeit und ein Leben im Einklang mit der Natur sind.

Weiße Dreisitzer-Couch mit Holzbeinen, davor ein Couchtisch aus Holz und ein grüner Teppich. Quelle: PC Games Durch die Kombination verschiedener Baustile, Möbel und Deko-Objekte kann auf jeder Insel ein gemütliches Zuhause errichtet werden. Durch die verschiedenen Optionen im Holz-, Glas- oder Steinbau und einer Vielzahl an anpassbaren Deko-Gegenständen wird es jedem Spieler ermöglicht, sich sein eigenes kleines Paradies auf einer fliegenden Insel zu errichten. Ob rustikale Holzhütte oder moderner Glasbau, unserer Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt.

Allerdings hat uns die Steuerung im Bausystem den einen oder anderen Stolperstein in den Weg gelegt. Die Veränderungen von Details, wie die Höhenänderung von Fundamenten, werden nur spärlich erklärt, sodass wir zunächst einige wilde Tastenkombinationen probieren mussten, bis wir den Dreh raushatten.

Besonders beim Spielen der Konsolenversionen gab es keinen Hinweis darauf, wie wir im Bausystem in der zweiten Elementreihe navigieren können. Das herauszufinden hat uns einiges an Zeit und Nerven gekostet.

Eine kleine Küche mit einem runden Esstisch und zwei Stühlen. Im Hintergrund sieht man einen See, umringt von vielen Bäumen. Quelle: PC Games Wer hätte beim Frühstücken in der Küche nicht auch gern einen schönen Blick auf den See?

Mit dem Luftschiff auf zu neuen Inseln

Nachdem wir die Startinsel ausführlich erkundet, alle dort verfügbaren Ressourcen entdeckt und Forschungen freigeschaltet haben, geht's mit unserem eigenen Luftschiff den Himmel erkunden - auch wenn unser Flugradius zu Beginn stark eingeschränkt ist.

Auf den Nachbarinseln finden wir neue Ressourcen wie Kupfer oder Weizen. Außerdem lebt ein fliegender Händler in der Nähe, auf dessen Luftschiff wir im Tausch gegen Ressourcen eine Elektrowerkbank und neue Blaupausen für Stromerzeugung und Geräte freischalten können. Zudem bietet der Händler auch Verbesserungen für unser Luftschiff an, die unseren Flugradius vergrößern.

Das Steuerpult eines fliegenden Luftschiffs. Im Hintergrund sieht man schwebende Inseln. Quelle: PC Games Die Fahrten mit dem Luftschiff sind essenziell für den Spielfortschritt, allerdings auf Dauer auch etwas ermüdend. Die Steuerung des Luftschiffs geht leicht von der Hand und ist im Vergleich zu vielen anderen Luftschiff-Survival-Spielen deutlich intuitiver. Das Fliegen bietet uns zudem die einzige Gelegenheit, im Spiel zwischen der First-Person- und der Third-Person-Perspektive zu wechseln.

Leider ist uns auf einer unserer Luftreisen ebenfalls ein großer Spielfehler aufgefallen. Unser Schiff verfing sich in einer der Luftinseln, was unseren Tod zur Folge hatte. Zurück auf der Startinsel wollten wir am Dock das Luftschiff zurückholen, worauf es nicht reagierte. Auch das Versetzen des Docks hat nicht geholfen.

Schlussendlich konnten wir einen provisorischen Steg von der Insel zum Schiff bauen und es manuell zurück zur Insel fliegen. Nur um dort beim Aussteigen durch die Insel zu glitschen und erneut in den Tod zu stürzen.

Ein orangefarbener Roboter mit blauem Gesicht, der hinter einer Holztheke steht. Quelle: PC Games Beim fliegenden Händler können wir neue Crafting-Rezepte für die Elektrowerkbank erwerben und neue Farben für unser Luftschiff. Abgesehen von einer Trophäe dafür, wie Fallobst von einem fliegenden Himmelskörper geklatscht zu sein, brachte uns diese Erfahrung nichts als Frust und kostete obendrein unnötig viel Zeit. Denn, sobald wir eine Insel ansteuern, die etwas entfernt liegt, dauern die Luftfahrten schier ewig.

In der Regel verlangt die Luftfahrt von uns zwischen Abflug und Landung kaum Interaktion. Bei den teilweise über mehrere Minuten langen Reisen, haben wir uns schon dabei erwischt, nebenbei fix ein paar Mails zu checken. An dieser Stelle wird das Spiel möglicherweise etwas zu gemütlich und schafft es nicht, uns durchgehend bei der Stange zu halten.

  1. Seite 1 Solarpunk im Test: Setting, Landwirtschaft
  2. Seite 2 Solarpunk im Test: Bausystem, Luftreisen & Erkundung
  3. Seite 3 Solarpunk im Test: Automatisierung, Technik, Fazit & Wertung
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk