Snipperclips: Bunter Multiplayer-Spaß mit einschneidenden Spielprinzip

Test
Einfallsreich: Nach und nach werden neue Gameplay-Elemente wie dieser Glibber eingeführt. Was grob zu tun ist, wird durch die Levelgestaltung trotzdem stets schnell kar.
Quelle: Nintendo

Wer denkt, zum Switch-Launch gibt es abseits von Zelda: Breath of the Wild nichts spannendes Neues zu spielen, hat sich geschnitten.

Snipperclips beantwortet die uralte Frage, die wir uns wohl alle schon mal gestellt haben: Was wäre, wenn wir kulleräugige Papier-Figuren mit flachem Kopf und rundem Hintern wären, die einander Teile abschneiden können, um Rätsel zu lösen? Nun, auf jeden Fall wären wir dann ungemein süß - der Switch-­exklusive Knobel-Spaß mit dem Wortwitz-geprüften Untertitel ­Zusammen schneidet man am besten ab! überzeugt gleich nach dem Starten nämlich durch seine wirklich ungemein knuddelige ­Präsentation. Die in vier Farben auftretenden Papp-Helden bewegen sich ­ungeschickt-drollig und ihre ­Mimik, die je nach Situation zwischen entschlossen, erheitert, überrascht oder manchmal schlicht und ergreifend schadenfroh wechselt, ist ein absolutes Highlight. Umso schöner, dass das Gameplay, mittels dem man sich durch die Levels rätselt, spielspaßtechnisch mithalten kann.
Eure zwei Helden mit Schreibuntensil bewaffnet. Quelle: Nintendo Eure zwei Helden mit Schreibuntensil bewaffnet. Schnittig: Oft ist präzise Schneidekunst gefragt, bei der wir auch manchmal unseren Papier-Körper zurechtschnippeln müssen, um entsprechende Formen ausschneiden zu können. Quelle: Nintendo Schnittig: Oft ist präzise Schneidekunst gefragt, bei der wir auch manchmal unseren Papier-Körper zurechtschnippeln müssen, um entsprechende Formen ausschneiden zu können.

Schere, kein Stein, Papier

Frei von einem in einem solchen Spiel ohnehin unnötigen Story-Korsett machen wir uns in verschiedenen thematisch unterschiedlichen Ober-Abschnitten daran, mehrere dutzend Rätsel-Levels zu lösen. Unseren Helden steuern wir dabei alleine mittels eines einzelnen Joy-Cons - idealerweise inklusive angesteckter Schulterpad-Leiste, um den Bedienkomfort zu erhöhen: Mit dem Analogstick laufen wir nach links und rechts, strecken uns in die Höhe oder gehen in die Knie. Mit den Schultertasten drehen wir unseren gesamten Körper oder bewegen die Beine nach links und rechts.

Charmant: Die wirklich putzigen Animationen und Gesichtsausdrücke der Papp-Protagonisten tragen viel zur simplen, aber sehr gelungenen Präsentation des Knobel-Spaßes bei. Quelle: Nintendo Charmant: Die wirklich putzigen Animationen und Gesichtsausdrücke der Papp-Protagonisten tragen viel zur simplen, aber sehr gelungenen Präsentation des Knobel-Spaßes bei. Mit dem A-Knopf springen wir. Per Druck auf B hingegen lösen wir die bereits erwähnte Gameplay-bestimmende Fähigkeit unseres recycel­baren Heroen aus: Wir schneiden von unserem ebenso papier-gefertigten Mit-Knobler ein Stück ab! Aber keine Sorge, auf Knopfdruck lässt sich unser vollständiger Körper jederzeit wiederherstellen. Je nachdem, welcher Teil unseres eigenen Körpers dabei den Mitstreiter abdeckt, verändern wir dadurch dessen Form. Das funktio­niert auch andershe­rum: Werden wir etwa auf Stift-Design zurechtgeschnippelt, können wir unserem Gegenüber anschließend eine schicke Kuhle verpassen.

Überlegen: Wer mitdenkt und kreativ arbeitet, wird belohnt. In (rudimentärer) Stern-Form lassen sich diese Drehschalter mühelos bedienen. Quelle: Games Aktuell Überlegen: Wer mitdenkt und kreativ arbeitet, wird belohnt. In (rudimentärer) Stern-Form lassen sich diese Drehschalter mühelos bedienen. Diese Funktion ist unabdingbar, um die Aufgaben zu erfüllen, die etwa erfordern, dass wir einen Basketball in einen Korb werfen, ein Ei unbeschadet ins Nest bringen, einer Prinzessin auf dem Heimweg beistehen oder den Reifen an einem Rennwagen wechseln. Viele dieser Herausforderungen kommen dabei mit einem Physikpuzzle-Aspekt daher, was für etliche Lacher sorgen kann, wenn man etwa verzweifelt versucht, einen riesigen Bleistift auf dem virtuellen Haupt zu balancieren. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Aufgaben wirklich sehr spaßig gestaltet! Schade nur, dass sich die Aufgabenstellungen irgendwann recht oft wiederholen.

Nix für Einzelgänger

Das ändert aber nichts daran, wie viel Spaß der Titel macht - sobald man ihn mit Mehrspieler-Mitstreitern erlebt, wohlgemerkt. Sowohl Levels für zwei als auch für vier Recken stehen bereit und verbreiten jede Menge Laune. Solisten hingegen werden mit Snipperclips keine Freude haben, denn dann muss man die Aufgaben aller Figuren übernehmen und ständig zwischen ihnen wechseln. Das funktioniert zwar, ist aber eine langsame Angelegenheit und versprüht keinerlei Spielspaß. Wer also den Titel ins Auge fasst, um abends alleine ein paar Rätsel-Levels zu absolvieren, sollte von dieser Idee lieber Abstand nehmen.
Snipperclips Plus Quelle: Nintendo Repetitiv: Diese Eulen-Rätsel, bei denen die Vögel unsere Bewegungen imitieren, gehören zu den etwas maueren Aufgaben. Generell wiederholen sich manche Rätsel-Arten zu oft. Ebenso belanglos wie der Single­player-Modus ist der kompetitive Mehrspieler-Part, bei dem wir in verschiedenen Spielvarianten gegeneinander antreten. Das ist einmal lustig, verliert aber schnell seinen Reiz. ­Außerdem überzeugt die Präsentation von Snipperclips, obschon man nicht verschweigen darf, dass der Titel technisch fast schon verboten simpel gestaltet ist. Sobald man in den launigen Koop-Missionen losgelegt hat, sind all diese Kritikpunkte aber schnell vergessen.

Entwickler: SFB Games | Hersteller: Nintendo | Sprache: Deutsch | Altersfreigabe: Ab 0

Fazit

Der vielleicht sym­pathischste Switch-Launchtitel ist ein großer Knobel-Spaß!

Wertung zu Snipperclips (NSW)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Brillantes Mehrspieler-GameplayRelativ großer UmfangViele sehr kreative (Physik-)RätselUngemein putzige Präsentation
Manche Aufgaben wiederholen sich zu oftAlleine sehr ödeBelangloser kompetitiver ­Mehrspieler-Modus
Fazit

Ich hatte mir schon beim Anspielen im Januar gedacht, dass Snipperclips eine Spielspaß-Perle wird – und ich wurde nicht enttäuscht. Sobald man mit einem Knobel-Kameraden loslegt, erweisen sich die Rätsel, bei denen nicht selten Physik-Spielereien im Mittelpunkt stehen, als ungemein spaßig – wenn auch oft relativ einfach. Die putzige Präsentation trägt ihr Übriges bei, um einen zu verzaubern. Der Titel versagt einzig beim Einzelspieler-­Modus, denn der Wechsel zwischen den Figuren funktioniert langsam und die Aufgaben verkommen zur Fleißarbeit. Wen das nicht stört, der macht mit Snipperclips im Grunde nix falsch!

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk