Smoke and Sacrifice im Test: Der Crafting-Overload mit gesellschaftskritischer Story
Test 14,39 €
Am 31. Mai 2018 erscheint für den PC und die Nintendo Switch das Rollenspiel Smoke and Sacrifice aus dem Indie-Studio Solar Sail Games. Die Macher Neil Millstone und Tancred Dyke-Wells haben ihr ganzes Herzblut in das Spiel gesteckt. Ob das ausreicht, um kritische Spieler zu überzeugen, zeigt sich in unserem Test.
Sachi ist eine liebende Mutter, aber der Brauch ihres Volkes verlangt, dass sie ihren Erstgeborenen Lio an den sogenannten Sonnenbaum opfert. Das soll bezwecken, dass dieser Baum, der dem Volk Licht und Wärme spendet, weiterhin strahlt. Doch unter der Oberfläche braut sich etwas zusammen und Sachi soll schon bald erfahren, dass sie und ihr Volk all die Jahre von ihren Hohepriestern angelogen wurden. Das ist die grobe Handlung von Smoke and Sacrifice (jetzt kaufen 14,39 € ), das am 31. Mai 2018 für PC und Nintendo Switch erscheint. Tancred Dyke-Wells und Neil Millstone von Solar Sail Games haben ihr Herzblut in das Rollenspiel gesteckt, aber vielleicht ein wenig übertrieben.
Inhaltsverzeichnis
Smoke and Sacrifice im Test: Ich geh' mit meiner Laterne
Als Sachi gelangt ihr in die Unterwelt. Damit ist aber nicht die Hölle gemeint, sondern eine Welt unterhalb der Oberwelt. Dort macht ihr euch sieben Jahre nach der Opferung eures Sohnes auf die Suche nach ihm. In dieser Welt gibt es Tag und Nacht, wobei in der Nacht der titelgebende Rauch erscheint und mit ihm schwer zu besiegende Rauchgeister, denen ihr lieber aus dem Weg geht. Für diese Zeit ist die Laterne - die jedoch
Quelle: PC Games
Die Rauchgeister, die nachts auftauchen, sind eine ganz schöne Plage. Die solltet ihr bestenfalls umgehen, wenn ihr nichts von ihnen braucht.
nicht auf die Schnellwahl gelegt werden kann - enorm wichtig. In der Welt bewegt ihr euch mithilfe von Reiseröhren, die ihr zunächst mit Marken freischaltet. Durchaus praktisch, denn die Karte von Smoke and Sacrifice ist zwar nicht ganz übersichtlich, dafür aber wirklich groß.
Quests erhaltet ihr von Einzelpersonen oder den Bewohnern als Kollektiv, jedoch sind die Aufgaben ziemlich unpräzise und das Questlog gibt selten weitere Infos her. Dadurch wird es oft schwierig, eine Aufgabe zu bewältigen und Frust kommt schnell auf. Die Steuerung ist ein wenig schwammig, was vor allem im Kampf und beim Sammeln auffällt. Manchmal hackt ihr nur auf Luft ein, das ist auch nicht unbedingt effektiv.
Smoke and Sacrifice im Test: Farming und Crafting
Während ihr euch so durch die Welt bewegt, um Lio zu finden, begegnen euch viele unterschiedliche Wesen, die sich in den Gebieten (Wald, Feuer, Eis, Gi
Quelle: PC Games
Ein wüster Screen: Das Crafting-Menü hat eine Sortierfunktion, das Inventar nicht. Minutenlanges Suchen ist die Folge.
ft, Elektrizität und Dorf) aufhalten. Von diesen gewinnt ihr zumeist eure Items für das Crafting, das einen enorn großen Teil von Smoke and Sacrifice einnimmt. Alle Ausrüstungsgegenstände und Waffen gehen nach einiger Zeit kaputt, also müsst ihr sie reparieren oder neu herstellen. Das geht unterwegs oder an einer Werkbank, der Schmiede und anderen Einrichtungen. Aufgrund dessen nimmt das Farmen, also das immerwährende Sammeln von Items, absolut überhand. Bevor ihr eine Quest angeht, sammelt ihr erst mal ewig lang Gegenstände, um wieder andere Gegenstände zu craften und so überhaupt erst einmal in das Gebiet zu gelangen, wo ihr neue Sachen craftet und so weiter. Kein Scherz. Das zieht das Spiel unnötig in die Länge und sorgt für großen Frust, denn die Gegenstände haben zwar Rezepte, aber wo ihr die dafür benötigten Materialien findet, wird auch nicht erwähnt.
Smoke and Sacrifice im Test: Große Welt mit vielen Details
Technisch funktioniert Smoke and Sacrifice bis auf einen Bug ganz zu Anfang des Spiels sehr gut und hat auch optisch was zu bieten. Vor allem die verschiedenen Gebiete, Tierwesen und Bewohner sind liebevoll und detailreich gestaltet. Das erweckt das Spiel zum Leben.
Smoke and Sacrifice im Test: Nicht makellos
Quelle: PC Games
Für die Bosskämpfe benötigt ihr die richtigen Waffen und die richtige Ausrüstung, dann sind sie so ziemlich auf Anhieb machbar.
An sich hat Smoke and Sacrifice einen spannenden Ansatz. Die Story ist emotional und es wird mitgefühlt, jedoch zeigt sie sich unter all dem Farming leider zu selten. Das ist nämlich das größte Problem des Rollenspiels: Es möchte viel zu viel. Es gibt zu viele Items, zu viele Crafting-Rezepte und die Beschreibungen der Gegenstände sind einfach zu ungenau. Außerdem nervt die fehlende Sortierfunktion für das Inventar ungemein. Ansonsten ist Smoke and Sacrifice für alle zu empfehlen, die gern erkunden und Zeit ins Sammeln investieren - aber auch für diejenigen von euch, die auf eine gefühlvolle Geschichte über eine liebende Mutter Wert legen.
