Skully in der Vorschau: Kann uns der kleine Totenschädel den Kopf verdrehen?
Special
Im Indie-Titel Skully von Finish Line Games schlüpfen wir in die Rolle des titelgebenden Helden. Wobei das wohl nicht ganz richtig ist. Herumgerollt wird hier zwar eine Menge, doch ein klassischer Held ist der kleine Totenkopf ohne Gliedmaßen wohl nicht. Doch wie spielt sich das Abenteuer mit dem ulkigen Charakter? Diese Frage klären wir in unserer Vorschau.
In Skully spielen wir keinen klassischen Videospiel-Helden wie man ihn erwartet, sondern lediglich einen kleinen, kullernden Totenkopf. Dieser wird auf einer geheimnisvollen Insel an Land gespült und zum Leben erweckt. Das frisch reanimierte Wesen kann zunächst nicht mehr als herumzurollen und zu springen.
Auf dieser Seite
Doch dabei bleibt es nicht. Im Spielverlauf schalten wir neue Fähigkeiten frei, mit denen wir in den einzelnen Kapiteln Platformer-Passagen überwinden müssen. Währenddessen geraten wir in den Mittelpunkt eines Konflikts zwischen Gottheiten, die sich in einem Streit um die Insel befinden.
Sie sehen mich rollen, sie hassen
Quelle: PC Games
Skully in der Vorschau: Kann uns der kleine Totenschädel den Kopf verdrehen?
Als Skully (jetzt kaufen 17,11 € ) begeben wir uns zu Beginn auf die Suche nach dem ersten Geschwisterteil unseres Reanimators, Terry, den wir schon nach dem ersten Kapitel am Strand treffen. Dieser gibt uns als Off-Stimme fortwährend Tipps und weist uns die richtige Richtung. Die wenigen Zwischensequenzen sind mittels eines netten Stockmotion-Stils animiert. Vertont ist Terry hierbei lediglich in Englisch, das Spiel verfügt jedoch über deutsche Texte. Letztere sind grammatikalisch leider ab und an ein wenig daneben und lassen den Titel dadurch ungewollt billig wirken. Wir hoffen auf Besserung in der fertigen Version. Zumindest in Sachen Grafik aber sieht Skully für einen Indie-Titel alles andere als billig aus. Die Landschaften der Insel und das weite Meer sind in Kombination mit dem einlullenden Soundtrack wirklich schöne Erfahrungen, auch das knuffige Design von Skully und seinen verschiedenen Formen kann sehr überzeugen.
Das reine Spielegefühl schafft das hingegen nur bedingt. Skully beschleunigt rasant schnell und baut während des Rollens ein gewisses Momentum auf. Dadurch fühlt sich die Steuerung ein wenig ungenau und schwammig an, schnell schießt man über eine Kante hinaus oder schätzt die Weite eines Sprungs falsch ein. Des Weiteren ist ein Controller auch für die PC-Version sehr zu empfehlen, da sich das Ganze auf einer Tastatur noch umständlicher gestaltet. So richtig, als hätte man wirklich die Kontrolle über das Geschehen, fühlt man sich nie, insbesondere das Bestreiten längerer Sprungpassagen fühlt sich nach mehr Glück als Verstand oder Können an.
Kopflastige Fruchtjagd
Quelle: PC Games
Skully in der Vorschau: Kann uns der kleine Totenschädel den Kopf verdrehen?
Innerhalb der einzelnen Kapitel können wir immer wieder Lehmgruben finden, an denen das Spiel automatisch speichert. Stirbt Skully durch den Verlust seines gesamten Energiebalkens, was bei der Berührung mit Wasser oder durch einen gegnerischen Angriff rasend schnell passiert, dann erscheinen wir wieder an der letzten Grube. Auch alle sammelbaren Gegenstände müssen dann erneut abgeholt werden.
Hierzu auch interessant: Summer in Mara im Test
Moment, sammelbare Gegenstände? Was sollte denn ein kleiner Totenkopf sammeln? Nun ja, verstreut über die Level finden sich goldene Collectibles, die in ihrer Form ein wenig an eine Physalis erinnern. Was das mit einem Skelettkopf ohne Körper zu tun hat und was er damit anfangen soll, überlassen wir mal der Fantasie. Haben wir eine bestimmte Anzahl dieser Items gesammelt, schalten wir Artworks frei, die wir uns im Menü unter "Extras" ansehen können. Hartnäckiges Sammeln ist also nicht zwingend notwendig, um voranzukommen.
Mehr als nur ein Schädel
Quelle: PC Games
Skully in der Vorschau: Kann uns der kleine Totenschädel den Kopf verdrehen?
Während des Spiels schalten wir verschiedene Formen frei, die Skully während seines Abenteuers annehmen kann. In der Preview-Version konnten wir erst eine davon erleben. Unser Held kann sich hier durch das Abtauchen in einer Lehmkuhle in einen großen Golem mit Armen und Beinen verwandeln, der sich zwar sehr langsam bewegt und nur über kurze Distanzen springen kann, dafür aber mit Schmackes zuschlägt. Mit diesem Rammbock auf zwei Beinen kommen wir ungehindert durch manche Felswände, die uns zuvor den Eingang versperrten.
Darüber hinaus können wir den Lehmkrieger jederzeit strategisch verlassen. Das Wesen spuckt unseren Schädel dabei nach oben aus, wodurch wir höhergelegene Areale erreichen können. Auch verfügt der Golem über einen Fernkampfangriff, mit dem wir die gelegentlich auftauchenden Gegner ausschalten können. Wer jetzt echte Kämpfe und Herausforderungen erwartet, den müssen wir leider enttäuschen. Mit dem Fernkampfangriff konnten wir alle Gegner mühelos ausschalten und haben zu keinem Zeitpunkt auch nur einen kleinen Kratzer abbekommen.
Stets im Hinterkopf
Quelle: PC Games
Skully in der Vorschau: Kann uns der kleine Totenschädel den Kopf verdrehen?
Bei all der Kritik sollte ein Umstand nicht vergessen werden: Anspielen konnten wir bisher lediglich eine kurze Demoversion. Diese endete bereits nach dem zweiten Level und einer Spielzeit von etwa einer halben Stunde. Somit lässt sich nur schwer sagen, wie anspruchsvoll die Kämpfe im weiteren Spielverlauf noch werden könnten und welche Rätsel und weiteren Formen von Skully uns noch erwarten.
Mit längerer Einarbeitungszeit wird sich sicher auch der Umgang mit der Steuerung wesentlich souveräner gestalten. Zudem bleibt noch offen, ob es auch etwaige Bosskämpfe zu bestreiten gilt. Die Prämisse lässt zumindest etwas in der Richtung vermuten. Zunächst bleibt uns aber nur diese dünne halbe Stunde, in der wir uns noch nicht wirklich in den Protagonisten von Finish Line Games und sein Abenteuer verliebt haben.
