Ski Racing 2006

Test

Der Nachfolger eines verunglückten Ski-Projekts: ohne Hermann Maier, aber mit viel Spielspaß!

Wir erinnern uns: Vor einem Jahr forderte Ski Racing 2005 (mit Österreichs Held Hermann Maier) supersensible Finger wegen der fummeligen Steuerung und bot außerdem ein unentspanntes Fahrgefühl. Der Konkurrent Ski Alpin 2005, ebenfalls nicht perfekt, bot da weitaus mehr Spielspaß. Die Entwickler, und das zeichnet sie aus, nahmen die Kritik an und modelten für den Nachfolger fast alles um. Prima! Das Ergebnis ist eine zwar anspruchsvolle, aber sehr gut spielbare Simulation des Ski-Weltcups.

Einzelrennen oder Karriere? Wir wählen natürlich den Weltcup, der von Ende Oktober bis Mitte März Dutzende Rennen enthält. Unser selbstgebastelter Fahrer ist eine Null. Trotzdem treten wir gegen die ganz Großen des Skizirkus an und kriegen prompt die Quittung: 13 Sekunden Rückstand auf den Sieger im Super-G, über 20 Sekunden im Slalom. Schluck. Frustgefahr. An der Steuerung liegt's nicht, die ist hervorragend. Mit zwei Tasten carven wir, einmal mit und einmal ohne Geschwindigkeitsverlust. Eine weitere Taste hilft, zu weite Sprünge zu vermeiden, was Tempoverlust bedeuten würde. Aber klar, die Stars kennen natürlich alle Strecken wie den Hahnenkamm, Sölden, die Streif und so weiter. Wir nicht. Wir müssen lernen. Dabei helfen uns die eingeblendeten Namen der Streckenabschnitte wie Seidlalm oder Hausbergkante. So lernen wir zum Beispiel mit der Zeit, wann uns ein Sprung erwartet.

Übung macht den Meister

Verbissen kämpfen wir uns weiter durch den Weltcup. Lassen einen Slalom aus, um unseren Fahrer zu regenerieren. Der verliert nämlich Kraft, wenn wir ohne Tempoverlust aufkanten oder zu weit springen. Das System ist clever: Wir müssen nicht nur während der Rennen mit dem Spezialmanöver haushalten, sondern auch abwägen, ob wir lieber weitere Weltcup-Punkte sammeln oder uns erholen. Endlich, Übung macht den Meister: Nach vielen Platzierungen unter »ferner liefen« schaffen wir den Sprung aufs Treppchen! Dritter bei der Kombination in Wengen. Die Lernkurve ist steil, aber zu schaffen.

Grafik und Sound stimmen auch, vor allem das Geschwindigkeitsgefühl und die Animation des Fahrers sind besser als bei Ski Alpin 2006. Der Mehrspielermodus bietet Online- und LAN-Rennen gegen gleich 31 andere Fahrer (dann werden nur Zwischenzeiten und Stürze der Gegner als Textmeldungen eingeblendet) oder gegen fünf Kontrahenten. Die sind dann als schemenhafte »Ghosts« zu sehen. Wer's lieber kuschelig macht, der drängelt sich im unterhaltsamen Splitscreen-Modus zu zweit vor einen Monitor.

Florian Stangl

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