Skelattack im Test: Kurzweilige Platformer-Action mit Schauderfaktor

Test Aleksandar Mitrevski Lukas Schmid
Skelattack im Test: Kurzweilige Platformer-Action mit Schauderfaktor
Quelle: Konami

In Skelattack erwartet euch eine etwas andere Prämisse: Ihr seid kein Held, der Dungeons von Monstern befreien muss, sondern eines der Monster, die ihr Verlies vor den Menschen verteidigen wollen. Wir testen den Action-Platformer für euch auf Knochen und Kalzium.

Wie bitte, Konami hat ein neues Spiel veröffentlicht?! Bei der Meldung dachten wir wahrscheinlich genauso wie ihr, dass wir die Timelines gewechselt haben oder in einem Paralleluniversum gelandet sind. Aber es ist tatsächlich wahr: Ausnahmsweise haben die Japaner keine neue Pachinko-Maschine hergestellt, sondern ein waschechtes Videospiel. Gemeinsam mit dem Indie-Studio Ukuza bringt man mit Skelattack einen weiteren 2D-Platformer auf den eigentlich bereits übersättigten Markt. Über sich das Abenteuer besser schlägt als Konamis letzte Entwickler-Versuche Metal Gear Survive und Contra: Rogue Corps?

Fälschlicherweise wird der Titel oft als Dungeon Crawler oder Rogue-like-Spiel bezeichnet. Tatsächlich ist Skelattack aber ein fast reiner Platformer, ohne Rogue-like- oder Metroidvania-Elemente. Ob sich der Titel jedoch signifikant von anderen Genre-Vertretern abheben kann, möchte wir euch in diesem Test verraten.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Das Leben nach dem Tod ist ... so lebendig?

Die Geschichte rund um Skully und Imber ist schön erzählt und mit vielen witzigen Momenten gespickt. Quelle: PC Games Die Geschichte rund um Skully und Imber ist schön erzählt und mit vielen witzigen Momenten gespickt. Gleich mal vorweg: Einen Preis für eine tiefgründige Story wird Skelattack bei den Game Awards sicher nicht abräumen. Unterhaltsam ist die Geschichte um den kürzlich im Jenseits angekommenen Skully und seine beste Fledermaus-Freundin Imber aber allemal. In der Welt von Skelattack lässt es sich auch nach dem Tod noch gut leben. Durch eine magische blaue Flamme geht man nicht direkt ins Jenseits über, sondern wandert fortan als knochiger Kadaver durch die Stadt Aftervale weiter. Der Erinnerungen beraubt, muss sich jeder Bewohner eines Tages der Rememberance stellen, einer Art Ritual, um sich an die eigene Vergangenheit erinnern zu können. Zu diesem Zeitpunkt lernen wir den klapprigen Kämpfer und seine momentan in der echten Welt etwas in Ungnade gefallene Fledertier-Begleiterin kennen. Natürlich läuft das Ritual aber nicht wie erwartet ab: Die Menschen greifen an, entführen den Dorfältesten und haben es auf die blaue Flamme abgesehen. So machen sich Skully und Imber auf den Weg, die Menschen aufzuhalten.

Hinsichtlich der Story versprüht Skelattack eine Menge Charme. Die Dialoge sind durchdacht verfasst und mit viel Witz versehen. Zudem ist das Hauptcharakter-Duo nicht nur über die Dialoge, sondern auch durch das Design sehr sympathisch. Das Setting, in dem die Monster einmal nicht die Bösen darstellen, sorgt nebenbei für frischen Wind. Für Motivation durch die Geschichte und die Atmosphäre ist hier auf alle Fälle gesorgt.

Jump up, Super-Skeleton

Diese Stacheln sollte man lieber nicht berühren, sie führen zu einem tragischen Insta-Death. Manchmal erscheinen hier die Hitboxen auch ein wenig fraglich. Quelle: PC Games Diese Stacheln sollte man lieber nicht berühren, sie führen zu einem tragischen Insta-Death. Manchmal erscheinen hier die Hitboxen auch ein wenig fraglich. Schwertschwingend hüpft ihr mit Skully durch Fantasy-typische Dungeons wie etwa einen Abwasserkanal, einen verzauberten Wald oder einen Gefängnisturm. Die Platforming-Passagen sind dabei solide gestaltet und stellen selbst für Genre-Veteranen eine Herausforderung dar. Von Beginn an stehen euch Fähigkeiten wie der Doppelsprung oder der Wall Jump zur Verfügung. Im Verlauf der Story schaltet ihr auch neue Fähigkeiten wie einen Dreifachsprung oder Zaubersprüche frei. Diese beeinflussen das Gameplay aber nur leicht und dienen meist nur dazu, in Quasi-Metroidvania-Manier ein einziges Hindernis zu überwinden. Danach werden sie meist nicht mehr gebraucht.

Das Kampfsystem fühlt sich leider nicht allzu flüssig an. Die Bosskämpfe bieten zwar eine gute Abwechslung, Kämpfe gegen Standardgegner aber sind kaum erwähnenswert. Die nicht vorhandene Variation und das komische Trefferfeedback machen die Kämpfe zu einem eher überflüssigen Anhängsel.

Die Tutorials zu Beginn des Spiels sind sehr hilfreich. Der Wall Jump könnte aber intuitiver auszuführen sein. Quelle: PC Games Die Tutorials zu Beginn des Spiels sind sehr hilfreich. Der Wall Jump könnte aber intuitiver auszuführen sein. Apropos Trefferfeedback: Die Instadeath-Stacheln in den Platforming-Sequenzen haben beim Testen zu einigen Frustmomenten geführt. Diese wurden von Ukuza anscheinend mit einer Hitbox in der Größe eines Fußballfeldes versehen. Auch bei der Wall-Jump-Mechanik vermisst man ein individualisierbares Buttonlayout. Der einzige Weg, einen Wall Jump durchzuführen, ist es, den Stick beim Kraxeln in die entgegengesetzte Richtung zu bewegen. Warum ist das nicht einfach durch den normalen Jump-Button durchzuführen? Wir hoffen, dass hier noch Individualisierungsoptionen nachgepatcht werden.

Das große Mammutskelett im Raum

Hat Konami nach all den Fehlgriffen tatsächlich wieder etwas Gutes zur Videospielwelt beigetragen? Nun, die Antwort lautet: Jein. Die sympathische Story und das solide Platforming mit seinen kleinen Macken werden leider durch den fehlenden Umfang überschattet. Der Preis von 20 Euro ist bei einer Spielzeit von knappen vier Stunden auch relativ hoch angesetzt. Wiederspielwert gibt es nicht, da der Titel euch nach Abschluss der Story nichts zu bieten hat. Die mageren vier Trophäen erhaltet ihr alle im normalen Spielverlauf. Ein New Game+ ist nicht vorhanden, würde aber bei diesem Spielprinzip auch keinen Sinn ergeben. Eine deutsche Sprach- und Textausgabe ist leider auch nicht vorhanden. Trotz all der Mängel bleibt das kurze Platforming-Vergnügen von Skelattack aber immer noch spaßig.

Skelattack ist seit dem 2. Juni 2020 für PC, PS4, Nintendo Switch und Xbox One erhältlich.

Meinung und Wertung

Meinung

Wertung zu Skelattack (PC)

Wertung:

6.0 /10

Wertung zu Skelattack (PS4)

Wertung:

6.0 /10

Wertung zu Skelattack (NSW)

Wertung:

6.0 /10

Wertung zu Skelattack (XBO)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Sympathisches Hauptcharakter-DuoSolides PlatformingGuter HumorAbwechslungsreiche Bosskämpfe
Zu wenig UmfangRelativ hoher PreisKämpfe gegen Standardgegner überflüssigFragwürdiges Hitbox-DesignTeilweise unintuitive Steuerung
Fazit

Gutes Spiel, das für den Preis aber zu wenig Umfang bietet

Bildergalerie

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk