Season 1 von Skate läuft - das Comeback nach 15 Jahren und doch fehlt etwas.

Special Tobias Meyer
Skateboarder rollt auf eine Rail zu, um einen Grind hinzulegen. 
Quelle: PC Games

Der neueste Teil der Skate-Reihe ist seit einem Monat im Early Access und feiert nun die erste Season. Doch wie viel Skate steckt da noch drin? Viele Ideen sind schön, doch es ist noch nicht das perfekte Skate-Spiel.

Eine Taube und Isaac Clarke aus Dead Space stehen sich gegenüber und schauen, wer die coolsten Tricks draufhat - das, was zuerst nach einem seltsamen Fiebertraum und im zweiten Gedanken nach Fortnite klingt, ist aktuell die Realität im neuen "Skate" aus dem Hause Electronic Arts.

Gut 15 Jahre haben Fans auf eine Fortsetzung der Reihe gewartet, jetzt ist sie da und zeigt sich anders, als manch einer wohl vermutet hätte: bunt, voller Kostüme und free to play. Da ist es nur klar, dass die Fangemeinde rasch zwiegespalten war.

Einen Monat und etwas weniger Emotionen später schauen wir mal drauf, wie sich das Spiel eingegroovt hat. Immerhin hat Skate (jetzt kaufen 24,99 € ) innerhalb kürzester Zeit über 15 Millionen Spieler verzeichnen können - wenn auch mit Wartelisten. Nun ist die erste Season gestartet und es zeichnet sich ab, wer wirklich zum harten Eisen gehört.

Die offene Spielwelt wird regelmäßig überarbeitet. Quelle: PC Games Die offene Spielwelt wird regelmäßig überarbeitet.

Live-Service - Geldmache oder Segen für Skater?

Statt Offline-Modus und Story-Modus rund um ein eigenes Skate-Imperium geht es jetzt mit Online-Zwang durch eine dynamische und deutlich buntere Spielwelt. Der Sinn dahinter ist für die Köpfe hinter dem Spiel klar: Skateboarding hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert und steht im ständigen Wandel - da ist es nur sinnvoll, dass man sich diese Option auch im Spiel offenhält. Doch das klingt alles ziemlich nach "Schauen wir mal, was wird."

Immerhin kann man damit auf die Community reagieren und regelmäßig neue Events platzieren. Dennoch hätten wir uns gewünscht, dass bereits zum Early-Access-Launch einige klassische Skate-Songs in der Rotation, Tricks im gleichen Umfang wie früher und Markenklamotten mit mehr Challenges statt reinen Käufen bzw. Lootboxen verbunden sind. Zwar ist das Argument der Entwickler nachvollziehbar, dass man damit nicht reich werden möchte, sondern die Welt des Skateboardings für eine möglichst breite Masse öffnen will - dennoch sind eben Marken und Musik ein essenzieller Bestandteil der Skate-Identität. Und mit Sicherheit spielt Geld auch eine Rolle.

Die große Map ist gespickt mit verschiedenen Aufgaben, die regelmäßig aktualisiert werden. Quelle: PC Games Die große Map ist gespickt mit verschiedenen Aufgaben, die regelmäßig aktualisiert werden. Doch der Live-Service-Weg ist auch eine logische Schlussfolgerung aus den letzten Teilen. Creative Director Deran Chung erklärt, dass das Team nach Skate 3 ausgebrannt war. Sie haben innerhalb kürzester Zeit mehrere Spiele auf den Markt gebracht, die jeweils von Grund auf gebaut werden mussten. Das sparen sie sich nun durch den Live-Service-Ansatz - sie wollen ein neues Fundament, das Stück für Stück ausgebaut werden kann.

Zwischen chilliger Skate-Kultur und kostümierten Posern

Jetzt ist es aber auch so, dass sich die Entwickler bewusst für ein dynamisches Skater-Umfeld entschieden haben. Die offene Welt fordert eine durchgehende Internetverbindung, damit auch andere Spieler über den Bildschirm rollen können. Immerhin sind die Entwickler selbst Skater und möchten ihre Gedanken einer perfekten Skate-Szene umsetzen. Doch das ist ein zweischneidiges Schwert. Skateboarding hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt und ist alles andere als eine homogene Masse - das ist auch gut so. Die Lebensart ist geprägt durch Musik, Klamotten und den eigenen Freigeist. Das bedeutet auch, dass es Leute gibt, die eher für sich unterwegs sein wollen und den Ausflug genießen oder ein paar Tricks shredden möchten, während andere eben lieber unter Menschen sind.

Klamotten müssen entweder gekauft oder in Lootboxen gezogen werden. Quelle: PC Games Klamotten müssen entweder gekauft oder in Lootboxen gezogen werden. Die ersten ausgefallenen Skins haben mich persönlich eher abgeschreckt, fast schon genervt. Das mag aber wohl daran liegen, dass sich unsere Crew in Skateparks trifft, um abzuhängen und dann ein paar Runden zu rollen. Dagegen ist es in den Staaten durchaus üblich, sich für Events zu kostümieren und dann gemeinsam als Weihnachtsmann skaten zu gehen. Hier treffen eben verschiedene Kulturen aufeinander. Mir wäre es nur lieber, wenn man das einschränken könnte - etwa, dass man andere Skater nicht ständig angezeigt bekommt oder zumindest die Klamotten begrenzen könnte.

Die Zukunft ist live

Und doch stellen die Entwickler etwas in Aussicht, das mich reizt: Live-Events. Viel wollten Jeff Seamster und Deran Chung noch nicht verraten, aber es ist nur logisch, dass zu Halloween und in der Winterzeit Events folgen werden. Wie die aussehen werden, ist noch fraglich. Ich hoffe nur, dass es zumindest in Verbindung mit der Szene passiert und auch hier darauf geachtet wird, dass die Inhalte wieder verschwinden. Ich habe keine Lust darauf, auch im Sommer wieder einen Grinch herumrennen zu sehen, wie es in Spielen wie GTA oder Call of Duty passiert.

Und wenn ich schon beim Wünschen bin, dann bringt doch bitte endlich Modi, in denen ich direkt gegen meine Freunde antreten kann. Eine ganz klassische S.K.A.T.E.-Challenge würde mir da ja schon reichen. Skate bewegt sich grundsätzlich in die richtige Richtung, doch es müssen rasch weitere Inhalte folgen. Selbst mit dem Start der ersten Season fehlt die Langzeitmotivation, die die Vorgänger durch ihre Story geliefert haben. Für Hardcore-Spieler ist es immerhin die Community, die das Spiel und die Freude am Rollen aufrechterhält - und vielleicht ist genau das der wahre Geist von Skate: nicht das Ziel, sondern der Flow dazwischen.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk