Das neue Adventure aus der Feder des Comiczeichners Benoît Sokal glänzt wie die Vorgänger mit viel Atmosphäre und noch mehr Leerlauf.
Eine einsame Insel im Indischen Ozean. Eine Leiche am Strand -- ermordet. Zehn Tatverdächtige. Und dann kommen Sie auf das Eiland und müssen in Rekordzeit den Mörder stellen. Zumindest, wenn Sie sich für den Modus »Zeitdruck« entscheiden, denn dann müssen Sie sich mit dem Spielen von Sinking Island: Mord im Paradies richtig beeilen. Nichts für Fans von Benoît Sokal, die lieber in aller Ruhe durch vorgerenderte Szenerien schlendern und ausufernde Gespräche führen. Wechseln Sie also am Besten gleich in den klassischen Adventure-Modus.
Spielerisch orientiert sich Sinking Island an den furztrockenen Detektivspielchen aus der CSI-Reihe: Verdächtige verhören, Spuren finden, Beweise abgleichen. Das klingt weniger spannend als es tatsächlich ist - ständig gibt es neue Infohäppchen, mit lobenswerter Regelmäßigkeit gibt es neue Hinweise auf des Rätsels Lösung, Hinweise auf den Mörder von Walter Jones, der sowohl seiner Familie als auch Geschäftspartnern zu Lebzeiten ausreichend Gründe zum Meucheln gab.
Zu dumm, dass sich die typischen Macken eines Benoît-Sokal-Spiels so ausnehmend viel Mühe geben, uns das Interesse an der spannenden Story zu verhageln. Viele der vorgerenderten Bildschirme sind nicht nur leb- sondern auch nutzlos. Beim ersten Mal mag der über fünf Bildschirme verteilte Gewaltmarsch den Strand entlang eine Atmosphäre der Einsamkeit schaffen; bereits beim zweiten Mal bleibt nur noch pure Langeweile. Ebenfalls wenig aufregend gibt sich die Redegewandtheit unseres Superschnüfflers, der zu jedem Sachverhalt nur einen Spruch auf den Lippen hat. Verhören wir also nacheinander mehrere Personen zu einem Thema... Sie können es sich vermutlich denken. Da stehen die Animationen der Marke Augsburger Puppenkaste auf verlorenem Posten, wenn es darum geht, den Multiple-Choice-Dialogen zumindest etwas Würze zu geben.
Sie können mit Sinking Island Spaß haben, sich prima unterhalten lassen... wenn Sie Krimis lieben und viel, sehr viel Zeit haben. Denn ohne die nötige Ruhe werden Sie leblose Bildschirme und langwierige Gespräche schlicht um den Verstand bringen.
