Nach den Achtzigern sind nun die E-Gitarren dran: Sonys Karaoke-Reihe will eure Bude rocken -- und scheitert dabei am eigenen Anspruch.
S tellt euch vor, ihr kauft das brandneue OPM, schlagt es voller Vorfreude auf - und statt der üblichen Artikel über die neuesten PS2-Spiele befinden sich niedliche Pferdecomics im Heft! So ähnlich ging es uns, nachdem endlich die aktuelle Episode der ebenso coolen wie erfolgreichen "Singstar"-Serie in der Redaktion eingetrudelt war.
Trotz des markigen Untertitels "Rocks!" (man beachte das Ausrufezeichen) ist die Songliste des Spiels alles andere als ein Mitgrölfundus für Freunde der etwas härteren Klänge. Was beispielsweise die trantütige und anstrengende Christina Stürmer oder die Poptruppe Rosenstolz unter dem Rockbanner zu suchen haben, weiß wahrscheinlich nur Dieter Bohlen. Dafür fehlen unerlässliche Genreklassiker: Wo sind Bon Jovi? Wo Guns N' Roses? Wo Aerosmith? Spielerisch hat sich hingegen nichts geändert am bewährt guten "Singstar"-Prinzip: Ihr trällert in eines der beiden mitgelieferten Mikrofone (die "nackte" Fassung ohne Mikros kostet 30 Euro) und orientiert euch an der Tonhöhenanzeige. Am Ende jedes Songs seht ihr eine Abrechnung, die angehende Superstars auf den ersten Blick von Stimmbandterroristen trennt.
stillstand im singstar-land
In Sachen Spielmodi erwarten euch die üblichen Verdächtigen: Von Duetten über Duelle bis hin zum Freestyle-Singen ohne Leistungsdruck reicht das musikalische Angebot. Zu Hochform läuft "Singstar Rocks!" aber erst bei der Party-Variante auf: Dort treten maximal acht Sangeskünstler (aufgeteilt in zwei Gruppen) zu einem Trällermarathon über mehrere Spielrunden an. Mal müsst ihr das Mikrofon mitten im Lied an einen Kumpel weitergeben, mal müsst ihr einen per Zufall ausgewählten Song möglichst perfekt intonieren. Der Haken daran: "Singstar"-Veteranen kennen alle Modi bereits aus den Vorgängern. Mit Neuerungen hält sich "Rocks!" nämlich zurück - es gibt keine! TK
