Multitalent Robert Rodriguez schuf in Zusammenarbeit mit Autor Frank Miller, Quentin Tarantino und einer vielfältigen Starbesetzung die bis dato vorlagen-getreuste und außergewöhnlichste Comicverfilmung überhaupt
Was "Sin City" im Vergleich zu bisherigen Comic-Verfilmungen so einmalig macht, ist die Art, wie Rodriguez der gezeichneten Vorlage Leben einhauchte. Er selbst spricht dabei gern von einer Übersetzung und nicht von einer Adaption. Jede Einstellung erweckt den Eindruck, direkt aus der Graphic Novel abgefilmt worden zu sein. Die Schwarz-Weiß-Ästhetik von Frank Millers Zeichnungen zieht sich durch den Film und wird nur von knallroten Lippen, goldgelbem Haar oder tiefblauen Augen kontrastiert.
Unkonventionell
Der Comic-Look mit seinen scharf umrissenen Silhouetten und dem gekonnten Spiel mit Licht und Schatten wäre mit herkömmlichen Kulissen und Beleuchtungsmethoden unmöglich zu realisieren gewesen. Sämtliche Hintergründe entstanden deshalb direkt am Computer, während die Live-Action fast ausschließlich vor Green-Screens gedreht wurde. Es gab nur drei von Hand errichtete Sets. Komplett per HD-Kameras eingefangen, ist "Sin City" somit neben "Sky Captain and the World of Tomorrow" einer der ersten "voll digitalen" Filme.
Da Robert Rodriguez wieder die Posten des Regisseurs, Kameramanns, Cutters, Komponisten, Sound-Mixers und Trickeffektmeisters übernahm, konnte er die Kosten für die Nachproduktion und damit auch das Gesamtbudget (nur 40 Mio. Dollar) gering halten. Hilfe holte er sich von drei Effektschmieden, die mit der Hintergrundgestaltung jeweils einer Geschichte betraut wurden, und von Quentin Tarantino ("Kill Bill"). Der kam für einen Tag und die Gage von einem Dollar ans Set, um einer Sequenz mit Clive Owen und einem zum "PEZ-Spender" verwandelten Benicio Del Toro seinen ganz persönlichen, schwarzhumorigen Stempel aufzudrücken.
Workaholic
Die Zusatzausstattung der DVD ist mit zwei Trailern und einem kurzen Making of, welches ein paar Einblicke in die Dreharbeiten mit Statements der Beteiligten verbindet, knapp bemessen. Nach Robert Rodriguez' Aussage wurden die Boni einfach nicht rechtzeitig zum DVD-Release fertig, weshalb es erst ab Mitte Dezember -- zunächst aber nur in den USA -- eine proppenvolle Doppel-DVD (siehe Infokasten) gibt.
