Sin City

Test

Multitalent Robert Rodriguez schuf in Zusammenarbeit mit Autor Frank Miller, Quentin Tarantino und einer vielfältigen Starbesetzung die bis dato vorlagen-getreuste und außergewöhnlichste Comicverfilmung überhaupt

Das Herzstück dieser Special Edition mit dem Titel "Recut · Extended · Unrated" ist eine um 23 Minuten verlängerte und umgeschnittene Filmfassung, die alle Kurzgeschichten jeweils mit neuen Szenen am Stück, inklusive der kompletten Episode mit Josh Hartnett, beinhaltet.

Auf der zweiten Scheibe ist auch die normale Kinofassung zu finden, ergänzt von zwei Audiokommentaren, Bloopers, einer neuen Ausgabe der Rodriguez-typischen "Film School" sowie einem 17-minütigen Take von den Aufnahmen zu Quentin Tarantinos Sequenz. Mehrere Featurettes beschäftigen sich mit den Autos des Films, Make-up und Kostümen, der Ausstattung, dem Casting und der Überzeugung Frank Millers.

Innovative Features

Dazu gibt es eine zusätzliche Audiospur mit den Reaktionen des Publikums, aufgenommen bei der Filmpremiere in Austin, sowie eine interaktive Zeitleiste, auf der die Geschehnisse aller verfilmten Kurzgeschichten in chronologischer Reihenfolge aufgeführt sind.

Des weiteren kann man sich den Film als Green-Screen-Version (Rohaufnahmen ohne Effekte) im Zeitraffer ansehen, dem Regisseur beim Kochen seines Leibgerichts über die Schulter schauen ("Cooking School") und einer Party beiwohnen, bei der die Bands von Bruce Willis und Robert Rodriguez auftraten.

Das i-Tüpfelchen ist schließlich ein Nachdruck der Erstausgabe von Frank Millers Graphic Novel "The Hard Goodbye". Bleibt zu hoffen, dass die "Recut & Extended"-Fassung schnell ihren Weg in deutsche Händlerregale finden wird! Angepeilt ist ein Release parallel zum Kinostart von Teil 2 im August 2006.

Fazit

Film-Check: "Sin City" kann aus visueller und dramaturgischer Sicht -- die drei Protagonisten sprechen meist nur aus dem Off -- getrost als ganz neues filmisches Erlebnis bezeichnet werden. Da Multitalent Robert Rodriguez die Comics gleich als Storyboards heranzog, ergibt sich eine bisher unerreichte Nähe zur Vorlage -- eigentlich fehlen nur noch die Sprechblasen.Zwar wurde die Freizügigkeit etwas zurückgefahren, die Härte, Brutalität und allgemeine Aussichtslosigkeit der Charaktere wurden jedoch eins zu eins übernommen. Letztere hätten zudem nicht besser besetzt werden können. Wirklich jeder einzelne Darsteller passt perfekt in seine Rolle.
DVD-Fazit: Wer vorerst auf ausladende Boni verzichten kann, hat nur eine Wahl: Sofort zugreifen und sich über die grandiose audiovisuelle DVD-Umsetzung mit Referenzbild, super Sound und aufwändig animiertem Hauptmenü freuen.

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