Simon the Sorcerer - Origins in der Vorschau: Ein charmanter Liebesbrief an die 90s - Seite 2
Special
Als damals die Adventure-Reihe Simon the Sorcerer veröffentlicht wurde, war Lead Game Designer Fabrizio Rizzi noch ein kleiner Junge, der seinem Games-vernarrten Vater über die Schulter staunte. Heute arbeitet er mit seinem Team Smallthing selbst am neusten Teil - unsere Preview zum kultigen Comeback!
Beim Comeback eines Helden, der vor 30 Jahren seine Geburt feierte, gibt es natürlich noch viele weitere Parallelen zu entdecken. Fabrizio Rizzi fokussierte sich in unserem Gespräch auf der Gamescom auch auf die handgemalten Umgebungen, bei denen viele penibel mit denen des Originals abgeglichen wurden. Im fertigen Spiel darf man sich auf das "neue" Haus von Simons Familie freuen, die legendäre Akademie der Magie, stinkende Sümpfe, absurde Wälder und vieles mehr. Im besten Fall sollen sich Fans der Reihe hier sofort wiederfinden. Der moderne Grafikstil, der an Cartoons der späten 80er- und 90er-Jahre angelehnt ist, soll darüber hinaus einen sinnvollen Rahmen für die auf Nostalgie und Kindheit zentrierte Handlung bieten - vielversprechend! Entwickler Smallthing spricht zudem von vielen Easter Eggs und Geheimnissen, die es in der Welt zu entdecken gibt.
Mehr als ein nostalgischer Liebesbrief?
Persönliche Kindheitserinnerungen scheinen beim Team ohnehin eine wichtige Rolle einzunehmen. Kein Wunder, bedenkt man, wie beliebt und stark das Werkzeug der Nostalgie heutzutage eingesetzt wird. Das geht sogar so weit, dass es optional in den Einstellungen einen "VHS-Effekt" geben wird, der mit Retro-Glitch-Look dem ohnehin an alte Tage angelehnten Cartoon-Stil eine weitere Facette der Vergangenheit spendieren wird. Bisher klingt also alles nach einer sehr respektvollen Umsetzung, bei der man sich auf die großen Stärken fokussiert und diese sinnvoll erweitern möchte, ohne zu weit vom Kurs abzukommen.
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Quelle: Leonardo Interactive
Fabrizio Rizzi verspricht aber abseits der vielen Wiedererkennungsmerkmale auch einige Überraschungen. So soll der Plot die ein oder andere unerwartete Wendung parat halten und auch um die Musik wird (noch) ein großes Geheimnis gemacht, welches - kein Witz - im Gespräch Fabrizios Augen förmlich zum Leuchten brachte. "Ich kann's nicht abwarten, mehr darüber zu erzählen!" Ich für meinen Teil musste bereits bei den Tönen (ca. ab 00:40), die im Trailer-Material erklangen, an den BAFTA-nominierten, britischen Komponisten Russell Shaw denken, der besonders dank seiner Musik für die Fable-Reihe bekannt geworden ist. Dass meine Gedanken regelmäßig zum Xbox-RPG abdriften, ist aber bei Weitem keine Seltenheit - die Ähnlichkeit kann man aber kaum von der Hand weisen, oder?
Bei den verfügbaren Vertonungen fokussiert man sich auf die englische Sprache, es soll aber ebenso eine deutsche Synchro geben. Die Oberfläche sowie Untertitel wird es aber darüber hinaus in Deutsch, Italienisch, Französisch, Spanisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch (Brasilianisch), Russisch und Chinesisch (vereinfacht) geben. Das Retro-Prequel wird es übrigens auch als Retail-Version geben - sehr cool!
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Mein Fazit zu Simon the Sorcerer Origins: Das Adventure wirkt wie ein sehr charmantes Spiel, welches mit jeder Menge Liebe und Freude entwickelt wird und dabei die genau richtigen Ansätze wählt. Die hakeligen und unnatürlichen Animationen, eine bewusste Design-Entscheidung, bleiben aber ein Streitpunkt und somit bleibt auch die Frage, inwieweit der Stil im fertigen Spiel überzeugen kann. Bei der nagelneuen Geschichte muss man natürlich auch Vorsicht walten lassen. Schließlich sind Versprechungen und ein guter Story-Ansatz eine Sache, eine tatsächlich mitreißende Handlung hinzubekommen, die über einen Zeitraum von mehreren Spielstunden überzeugt, jedoch eine vollkommen andere. Ob man im Jahr 2024, da soll das Prequel erscheinen, mit einem solch klassischen Adventure-Ansatz punkten kann, das muss sich noch zeigen.
Selbst Studios, die seit Jahrzehnten für genau solche Spiele stehen, sind sich uneinig in Bezug auf das altehrwürdige Genre und seine Schlagkraft in der modernen Spielewelt. Smallthing, Publisher Leonardo Interactive, aber auch Revolution Software halten die Fahne weiter hoch für klassische Adventures, während große Namen wie Daedalic weitergezogen sind und Lebewohl gesagt haben.
Aber, dass es heutzutage noch vergleichsweise junge Menschen gibt (größtenteils besteht das Team bei Smallthing aus Kindern der 90er-Jahre), die mit Herzblut an einem traditionellen Adventure für das Jahr 2024 arbeiten, das allein verdient aus meiner Sicht schon Aufmerksamkeit. Und wer darüber hinaus die Lust verspürt, auf eine "interaktive Reise für Kopf und Herz" zu gehen (etwas blumig, ich weiß), der sollte sich Simon the Sorcerer - Origins ohnehin vormerken, bitte. Das könnte nämlich richtig schön werden.
Simon the Sorcerer - Origins wird vom italienischen Publisher Leonardo Interactive voraussichtlich 2024 für PC, Xbox Series X/S, Playstation 5, PS4 und Nintendo Switch veröffentlicht. Und jetzt seid ihr gefragt: Was sind eure Gedanken zum aktuellen Stand der Adventure-Games? Findet ihr es gut, dass es heutzutage noch Studios gibt, die an klassischen Adventures arbeiten? Schreibt uns gerne in den Kommentaren.
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