Schattenschleicher mit Gedächtnisschwund: Ninja Gou rekonstruiert mit den Bruchstücken eines magischen Kristalls seine Vergangenheit.
I st es wirklich erstrebenswert, ein Leben als Ninja zu führen? Im mittelalterlichen Japan verdienten die schwarz gekleideten Söldner ihr täglich Brot mit Spionage, Sabotage und Meuchelmord. Für einen rechtschaffenen Bürger also kein Thema -- wohl aber für ein Videospiel. Das dachten sich zumindest die Herren von Acquire und entwickelten ein Action-Adventure rund um einen Nacht-und-Nebel-Krieger.
Gedächtnisschwund
Doch zunächst einmal mehr Details zur Handlung: Ninja Gou sitzt ziemlich in der Patsche. Ein gemeiner Dämon hat ihn all seiner Erinnerungen beraubt und sie in einen Kristall gezaubert. Dummerweise ist der wertvolle Klunker in unzählige Stücke zerbrochen. Will Gou die Fragmente wiederfinden, braucht er Geld. Und das verdient er sich im Vorfeld bei drei konkurrierenden Auftraggebern -- Kriegsherren, die ihren Machtbereich vergrößern wollen.
Die Aufträge fallen leider ein wenig eintönig aus. Sie liefern Spionen Infos oder stehlen irgendwelche Objekte aus irgendwelchen Dörfern. Besonders dröge sind Missionen, bei denen der Held lediglich ein Gebiet erkundet. Die Spannung steigt, wenn Widersacher oder Bossgegner erledigt werden müssen. Im Idealfall sieht kein einziger Unhold Ihr Gesicht: Sie schleichen sich langsam von hinten an und führen eine lautlose Attacke aus, sobald Ihre Klinge aufblitzt und Ihnen damit das Startsignal gibt. Entdeckt Sie der Gegner, steht ein Zweikampf bevor.
Flucht nach Vorn
Läuft es für den Widersacher besonders schlecht, ruft Ihr Gegenüber sogar Verstärkung. In einem solchen Fall empfehlen wir die Flucht -- das spart kostbare Lebensenergie.
Schaffen Sie es doch einmal, einen Widersacher zu erledigen, erwartet Sie in jedem Fall eine Belohnung. Die Halunken hinterlassen nämlich hilfreiche Gegenstände wie beispielsweise Giftpilze oder Kräuter. Diese lassen sich später sogar zu stärkeren Heiltränken oder Giftcocktails zusammen mischen.
Technisch macht das Ninja-Abenteuer nicht viel her. Alle Levels spielen nachts und sind wenig detailliert. Zumindest ein paar schöne Licht- und Schatteneffekte hätten die Entwickler einbauen können.
Nett, aber keineswegs wegweisend sind auch die Physikroutinen. Die sorgen zwar dafür, dass Kistenstapel realistisch in sich zusammenstürzen und Körper realitätsnah Treppen hinunterrollen. Spielerischen Nutzen bringt dieses interessante Feature aber leider nicht. Es wäre schön gewesen, hätte man zumindest mal ein Fass oder einen Stein auf anstürmende Gegnertruppen rollen können.mh n
