Test zu Shantae and the Seven Sirens: Kaum Neuerungen, aber bekannte Qualitäten

Test Lukas Schmid
Test zu Shantae and the Seven Sirens: Kaum Neuerungen, aber bekannte Qualitäten
Quelle: Wayforward

Auch ein Halb-Dschinn braucht Urlaub! Blöd für Shantae, dass der ihre durch eine Entführung unterbrochen wird; gut für uns, denn das Ergebnis ist ein sehr spaßiges Metroidvania. In unserem Test zu Shantae and the Seven Sirens eklären wir, warum wir trotzdem nicht einhundertprozentig glücklich mit dem Abenteuer sind.

So viele Brüste! Setzte die Shantae-Serie schon bisher die Reize ausnahmslos aller weiblicher NPCs und Feinde gerne in Szene, so wird dieser Ansatz mit Shantae and the Seven Sirens auf die Spitze getrieben. Kann man mögen, muss man aber nicht. So oder so lohnt es sich auf jeden Fall, dem Abenteuer eine Chance zu geben, denn wieder einmal haben die Entwickler von Wayforward einen rundum gelungenes Metroidvania-Spaß abgeliefert.

Worum geht's? Shantae hat sich offenbar eine Scheibe von Super Mario Sunshine abgeschnitten und so sehen wir sie samt ihren Freunden zu Beginn des Spiels auf einer wunderschönen Urlaubsdestination landen. Das anstehende Highlight: Ein großer Auftritt von Halb-Dschinns aus aller Herren Länder, Shantae inklusive.

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Allerdings, mit dieser Prämisse hätten wir freilich noch nicht viel Videospiel und so werden Shantaes fünf Mit-Dschinns während des Auftritts entführt und es liegt an ihr, ihre Kolleginnen wieder zu befreien.

Ein wunderschöner Urlaub

Erstmals in der Seriengeschichte erwarten uns voll animierte und vertonte Zwischensequenzen. Auch in den übrigen Dialogen wird gesprochen, aber nicht immer mit Ton. Quelle: PC Games Erstmals in der Seriengeschichte erwarten uns voll animierte und vertonte Zwischensequenzen. Auch in den übrigen Dialogen wird gesprochen, aber nicht immer mit Ton. Einen Oscar gewinnt die Handlung nicht, das ist aber offensichtlich auch nicht ihr Anliegen. Wo Seven Sirens genau wie die Vorgänger glänzt, ist bezüglich des sehr gelungenen und oft auf Meta-Pfaden wandernden Humors. Figuren sprechen seltsame Spiele-Logiken an, jeder ist ein bisschen durchgeknallt und generell nimmt sich das Spiel zu keinem Zeitpunkt auch nur im Geringsten ernst. Schade bloß, dass die deutsche Übersetzung traditionell gelungen, aber etwas fehleranfällig und in manchen Aspekten holprig ist. Dafür wurde die Präsentationsqualität ordentlich nach oben gefahren, zahlreiche vertonte Dialoge und vor allem jede Menge kurze, aber toll anzusehende Cartoon-Zwischensequenzen inklusive. In Kombination mit dem wunderschönen Grafikstil, der einen Schritt zurück vom 2,5D-Look von Half-Genie Hero hin zu klassischer Animation macht, ist Seven Sirens ein wahrer Augenschmaus. Die diversen Musikstücke sind zwar nicht so erinnerungswürdig wie die Grafik, aber trotzdem sehr ansprechend.

Fast wie Bayonetta!

Die kreativ gestalteten Bosse sind keine große Herausforderung, sie machen aber Spaß. Generell ist Shantae and the Seven Sirens kein allzu schwieriges Abenteuer. Quelle: PC Games Die kreativ gestalteten Bosse sind keine große Herausforderung, sie machen aber Spaß. Generell ist Shantae and the Seven Sirens kein allzu schwieriges Abenteuer. Spielerisch wandert man auf bekannten Pfaden. In Shantaes Gestalt bereisen wir eine verwinkelte Spielwelt und erlangen nach und nach neue Fähigkeiten, um zu neuen Orten zu gelangen - das klassische Metroidvania-Einmaleins also. Anders als in Half-Genie Hero, wo wir mehrere kleine Areale von einem Auswahlmenü aus bereisten, erwartet und diesmal wieder eine vollkommen zusammenhängende Map. Das sorgt für ein kohärenteres Spielgefühl, aber natürlich auch für mehr Backtracking. Dieser Umstand wird durch Warpräume und jede Menge Shortcuts zwar nicht eliminiert, aber dankenswerterweise abgeschwächt. Auf unserer Reise ist wieder einmal der Pferdeschwanz unserer Heldin unser wertvollster Begleiter. Shantae kann zwar beeindruckende Sprünge ausführen, anders als bei Hüpf-Kollegen wie Mario ist aber davon abzuraten, mit dem Hintern auf die Rüben unserer Widersacher zu klatschen. Stattdessen schlagen wir mit unseren Haaren zu, auch dann, wenn uns sonst gerade keine anderen Fähigkeiten zur Verfügung stehen. Die Kraft des Pferdeschwanzes erweitern wir wie üblich durch Items aus dem Shop in einer der Städte.

Verwandlungskünstlerin

Auf unserer Reise durch die thematisch abwechslungsreichen Gebiete treffen wir auf unterschiedlichste Feinde und schalten allerlei Shortcuts frei. Spielerisch unterscheidet sich Seven Sirens somit kaum von den Vorgängern, ist aber ähnlich gut gemacht. Quelle: PC Games Auf unserer Reise durch die thematisch abwechslungsreichen Gebiete treffen wir auf unterschiedlichste Feinde und schalten allerlei Shortcuts frei. Spielerisch unterscheidet sich Seven Sirens somit kaum von den Vorgängern, ist aber ähnlich gut gemacht. Neu dabei sind Karten, die zufällig von Feinden gedroppt werden und denen wir anschließend drei Slots im Menü zuweisen. Daraufhin erhalten wir passive Boni wie eine erhöhte Klettergeschwindigkeit oder mehr Angriffs­power. Deutlich wichtiger sind aber freilich wieder mal unsere Verwandlungen, die uns die Gestalt unterschiedlicher Tiere annehmen lassen. Daraufhin können wir etwa an Wänden klettern, uns durch lockeres Erdreich wühlen oder unter Wasser tauchen. Allerdings, anders als bisher müssen wir für eine Verwandlung diesmal nicht erst einen Tanz aus einer Liste ausführen. Stattdessen sind alle freigeschalteten Tierformen einem festen Button zugewiesen. Das erinnert stark an Shantae and the Pirate's Curse, jenen Titel der Reihe, in dem Shantae ihrer Dschinn-Kräfte beraubt wurde und auf normale Items angewiesen war. Eine gute Wahl, denn das erhöht das Spieltempo dank gestrichener Tanzpausen gehörig! Keine Sorge, Tänze gibt es weiterhin, sie lassen sich aber ebenfalls schnell über die vier Richtungen des Steuerkreuzes aktivieren und ihre Effekte werden nicht so häufig benötigt wie die Verwandlungen.

Alles schon mal dagewesen

Also alles gut? Im Prinzip ja. Auch die Steuerung funktioniert gewohnt präzise, die Bosse machen Spaß und trotz eines generell eher niedrig angesetzten Schwierigkeitsgrades kommt in den etwa zehn bis fünfzehn Stunden Spielzeit nie Langeweile auf. Trotzdem waren wir nach dem Abspann des Abenteuers ein wenig übersättigt, und zwar von Shantae an sich. Seven Sirens macht nicht viel falsch, aber ähnelt den Vorgängern einfach sehr stark. Klar, es gibt Veränderungen und sinnvolle Anpassungen wie die rasanteren Verwandlungen. Im Kern fühlt sich der Titel aber nicht dramatisch anders an als der erste Teil für den Game Boy Color von 2002. Ein wenig mehr Mut zur Innovation würde der Serie definitiv gut zu Gesicht stehen. Das ist überhaupt kein Problem für diejenigen, die mit Seven Sirens das erste Mal Halb-Dschinn-Luft schnuppern. Alte Hasen aber könnten sich mit dem inzwischen fünften Teil der Reihe unter Umständen etwas sattgespielt haben.

Shantae and the Seven Sirens (jetzt kaufen 56,39 € ) ist für PC, PS4, Nintendo Switch und Xbox One erhältlich. Zudem existiert seit Ende des vergangenen Jahres eine Fassung für Apple Arcade, die in zwei Teilen veröffentlicht wurde.

Meinung & Wertung

Meinung

Wertung zu Shantae and the Seven Sirens (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Shantae and the Seven Sirens (PS4)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Shantae and the Seven Sirens (NSW)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Shantae and the Seven Sirens (XBO)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Abwechslungsreiche, komplex gestaltete SpielweltSpaßige Verwandlungen und TänzeSehr sympathischer HumorWunderschöne 2D-GrafikPräzise SteuerungAnständiger Umfang
Teils fehlerhafte deutsche ÜbersetzungenRelativ einfachWenig Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger
Fazit

Trotz fehlender Innovation ein wirklich würdiger Vertreter der beliebten Serie

Bildergalerie

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