DVD-Review: Severance

Test Steve Buchta

Der britische Regisseur Christopher Smith legt mit diesem Komödien-Horror-Mix seinen zweiten Spielfilm nach dem U-Bahn-Schocker "Creep" (2004) vor.

Reisen ist gefährlich. Das vermitteln jedenfalls zahlreiche Horrorfilme. Ob weibliche Höhlenkletterer ("The Descent"), adoleszente Amerikaner ("Hostel") oder unbescholtene Pärchen ("Wolf Creek") -- sie alle mussten die Gefahren von Freizeitausflügen bereits am eigenen Leib erleben. Mit bitterbösem Humor zeigt nun "Severance", wie tückisch auch betriebliche Exkursionen sein können.

Schlachtfest

Die Verkaufsprofis des Rüstungskonzerns finden in einem Camp in Osteuropa das Grauen Die Verkaufsprofis des Rüstungskonzerns finden in einem Camp in Osteuropa das Grauen Um den Teamgeist zu stärken und die Zusammenarbeit zu verbessern, sponsert der Waffenhersteller Palisade Defence seinen Mitarbeitern einen Betriebsausflug. Ein Wochenende in der osteuropäischen Wildnis soll die fünfköpfige Gruppe um Abteilungsleiter Richard (Tim McInnerny) zusammenschweißen.

Noch vor der Ankunft im Ferienhaus erleben der zugedröhnte Computerspezialist Steve (Danny Dyer), seine Kollegin Maggie (Laura Harris) und der Rest der Gruppe die erste Überraschung. An einer blockierten Straße weigert sich der Busfahrer, auf einen Waldweg auszuweichen. Nach einem Streit lässt er die Bürokräfte kurzerhand allein zurück. Die bunt gemischte Truppe muss sich nun zu Fuß durchschlagen.

Vor Ort dann der nächste Dämpfer: Die Hütte ist alles andere als luxuriös und das vorbereitete Essen trifft keineswegs den Geschmack der Gäste. In der Nacht glaubt die unscheinbare Jill (Claudie Blakley), einen Mann vor ihrem Fenster zu sehen. Sie plädiert für eine sofortige Abreise und macht sich mit Harris (Toby Stephens) auf die Suche nach Handy-Empfang. Stattdessen finden die beiden jedoch den grausam ermordeten Fahrer. Als sie sich mit dem Bus auf den Weg zu den anderen machen, ahnen sie nicht, was sie auf diesem Trip noch erwartet.

Schulungsvideo

Kann Maggie (Laura Harris) noch fliehen? Kann Maggie (Laura Harris) noch fliehen? Die Extras der Special Edition laden dazu ein, sich ausgiebig über das morbide Teambildungswochenende zu informieren. Im Audiokommentar auf Disc 1 berichtet Regisseur Christopher Smith gemeinsam mit dem Autor James Moran, dem Production Designer John Frankish und einigen Darstellern von den Dreharbeiten der Horrorfilmkomödie.

Das Making of auf der zweiten Scheibe beweist, dass die kleine Produktion in punkto Lobeshymnen locker mit den Großen mithalten kann. Zum Glück kommen aber auch echte Einblicke hinter die Kulissen nicht zu kurz. Dafür sorgen neun Features zu Themen wie den Spezialeffekten oder dem Kampftraining. Im gespielten Gespräch mit den "Opfern" Nadia und Olga blitzt dann erneut der makabere Humor der Filmemacher auf.

Fazit

Film-Check: Das Szenario ist alt- bekannt. Eine Gruppe ahnungsloser Spießbürger wird im Hinterland von wahnsinnigen Killern gejagt. Die besondere Leistung von Regisseur Christopher Smith besteht darin, ungeachtet der klischeehaften Ausgangssituation und der stereotypen Figuren mit äußerst derbem Humor einige neue Aspekte zu entwickeln.
Die Hintergrundgeschichte über Rüstungsindustrie und Waffenlobby erlaubt es dem Zuschauer sogar, Politsatire und Gesellschaftskritik in die Fun-Splatter-Story hinein zu interpretieren. Wer dem Genre mit seinen Logiklöchern noch nie etwas abgewinnen konnte, wird mit diesem Werk allerdings auch nicht zum Fan. DVD-Fazit: Die Technik passt, die Extras sind für solch eine kleine Produktion reichhaltig. DVD-Sammler freuen sich über eine tolle Aufmachung. Der Pappschuber mit Prägedruck deutet mit seinem Motiv schon an, was hier zu erwarten ist.

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