Krachiges Déjà-vu: Nach neun Jahren erscheint Duke-Nukem-Zwilling Serious Sam abermals auf der Bildfläche – mit deutlich aufgemöbelter Grafik.
Quelle: Hersteller
Serious Sam HD
Als 2001 die ganze Entwickler-Welt an immer ausgeklügelterer Gegnerintelligenz in Ego-Shootern werkelte, zeigten die Jungs vom Croteam der künstlichen Gehirnakrobatik die kalte Schulter. Bereits im originalen Serious Sam regierte Masse statt Klasse; es ging den kroatischen Entwicklern darum, in weitläufigen Levels möglichst große und möglichst aberwitzige Gegnerhorden auf euch loszulassen. Genau das richtige Spiel für zwischendurch, wenn man deutlich komplexeren Games entfliehen mochte – aber bitte nur für etwa eine halbe Stunde, danach war man des irren Krawalls nämlich überdrüssig.
Eine knappe Dekade später gibt’s das gleiche Spiel (nun mit dem Zusatz „HD“ im Namen) für PC und als Xbox-360-Download – mit dem Unterschied, dass die Grafik aufpoliert wurde. Neben der höheren Texturauflösung sind zeitgemäße Licht- und Schatteneffekte und viel detailliertere Gegnermodelle zu bestaunen. Das war’s aber auch schon an Generalüberholung. Neue Gegner sucht man vergebens, die sehr simple Levelarchitektur hat sich nicht verändert. Und sogar die Soundeffekte sind dieselben wie anno Tobak.
Quelle: Hersteller
Serious Sam HD
Trotz des antiquierten Leveldesigns und der nur rudimentär vorhandenen Gegnerintelligenz lohnt sich gerade für Nichtkenner von Raubein Sam ein Blick. Denn damals wie heute wirken die Abenteuer des Sprücheklopfers wie eine frische Brise im Vergleich zu durchinszenierten Shooter-Schwergewichten à la Call of Duty: Modern Warfare 2. Ein gewöhnlicher Serious Sam-Level führt euch durch eine ägyptische Kulisse (inklusive weitläufiger Wüstenlandschaften, finsterer Katakomben und gewaltiger Tempelanlagen). Im Sekundentakt teleportieren sich dutzende ziemlich abgefahrene Gegner in eure Nähe. Da gibt es zum Beispiel Kerle, die statt eines Kopfes eine Bombe auf den Schultern montiert haben und in 10er- oder 20er-Grüppchen brüllend in eure Richtung rasen. Oder fliegende Harpyien, die euch erst aus der Luft beschießen und dann im Landeanflug mit ihren Klauen treten. Oder gewaltige Büffel, die einiges an Schrot vertragen und denen ihr tunlichst ausweichen solltet, da sie euch sonst über das halbe Areal katapultieren – eine schmerzhafte Angelegenheit. Oder alle zusammen, was für leichte Panikattacken sorgen kann. Gigantische Bossgegner runden das Gegner-Potpourri ab.
Damals wie heute macht das technisch sauber umgesetzte Gemetzel allerdings nur in wohldosierten Sitzungen Spaß. Wer die rund sechs Stunden am Stück durchspielt, braucht anschließend Urlaub im Kloster. Immerhin müsst ihr die wilde Party nicht alleine bestreiten: Im mitgelieferten Koop-Modus ballert ihr euch mit bis zu 16 Spielern durch die Levels. Feindanzahl und Schwierigkeit könnt ihr sehr frei regulieren – somit sind auch relativ entspannte Ausflüge in die verrückte Welt von Serious Sam HD möglich.
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