Sekiro: Shadows Die Twice in der E3-Vorschau: Der Tod hat endlich einen Sinn

Special Christian Dörre
Sekiro: Shadows Die Twice in der E3-Vorschau: Der Tod hat endlich einen Sinn
Quelle: From Software

Auf der Pressekonferenz von Microsoft wurde das neue Spiel von From Software der Welt zum ersten Mal präsentiert. Nur einen Tag später trafen wir uns mit den Entwicklern, um einen Eindruck vom Gameplay zu bekommen und jede Menge Fragen bezüglich Kampfsystem und Story zu stellen. Die Antworten von From Software geben wir in dieser E3-Preview zu Sekiro: Shadows Die Twice gerne an euch weiter.

Es waren sich zwar so ziemlich alle sicher, dass im Rahmen der E3 2018 ein neues Spiel der Dark Souls-Macher From Software vorgestellt wird, doch wie und was dann genau kam, war doch überraschend, da fast jeder mit der Ankündigung von Bloodborne 2 auf der Sony-PK rechnete. PS4-exklusiv versteht sich. Das neueste Werk der japanischen Hardcore-Spieleschmiede wurde jedoch ausgerechnet auf der Pressekonferenz von Microsoft der Öffentlichkeit vorgestellt, wird über Publisher Activision vertrieben, erscheint Anfang 2019 für PC, Xbox One sowie PS4 und hört auf den Namen Sekiro: Shadows Die Twice (jetzt kaufen 53,53 € ). Statt gotisch anmutende Bauwerke in Yharnam zu bestaunen, verschlägt es uns diesmal in ein alternatives Japan um das Jahr 1500 herum. Der Ankündigungstrailer sah so gut aus, dass wir mehr über die neue Marke erfahren mussten. Also trafen wir uns mit From Software in einem Hotel in der Nähe des Convention Centers in Los Angeles, wo die Entwickler über die Story sprachen, die verschiedenen Gameplay-Mechaniken beleuchteten und uns eine Teil ihres neuesten Werkes vorspielten.

Der kleine Lord und sein Ninja

Schon bereits zu Anfang unseres Treffens machen From Software mehrmals unmissverständlich klar, dass es sich bei Sekiro um ein reines Singleplayer-Action-Adventure handelt. Man habe sich bewusst dazu entschieden, keine Mehrspieler-Komponente einzubauen, um sich so auf verschiedene Gameplay-Eigenheiten zu konzentrieren, die sonst nicht möglich wären. Man habe so in der Entwicklung viel mehr Freiheiten gehabt, um die Kämpfe und das allgemeine Spielgefühl so zu gestalten, wie sie es in diesem neuen Setting gerne haben wollten. Doch zum Kampfsystem später mehr, denn wir bekommen eine kurze Einführung in die Welt von Shadows Die Twice. Man erklärt uns, dass der Titel zwar in Japan zu Beginn des 16. Jahrhunderts spiele, doch Sekiro bei Weitem kein historisch akkurates Spiel sei. Man lasse sich von diesem Zeitalter inspirieren und mische das Setting mit Sagengestalten und Fantasie, um so ein Abenteuer zu erschaffen, dass gleichermaßen die Brutalität des späten japanischen Mittelalters und die Schönheit der Kultur und Natur darstellen könne. Sekiro: Shadows Die Twice in der E3-Vorschau: Der Tod hat endlich einen Sinn (5) Quelle: From Software Sekiro: Shadows Die Twice in der E3-Vorschau: Der Tod hat endlich einen Sinn (5)

In dem alternativen Japan von Sekiro führen viele verfeindete Clans Krieg untereinander und so kommt es, dass auch der junge Lord einer ständig in Gefahr schwebt. Wir übernehmen jedoch nicht die Rolle des adligen Dreikäsehochs, sondern die dessen Leibwächters namens Shinobi. Ein Ninja, des Charakterzüge von From Software als kalt und brutal bezeichnet werden. Eines Tages kann aber selbst der so trainierte Shinobi einen Angriff auf seinen Herrn nicht verhindern. Der junge Lord wird von einem verfeindeten Clan verschleppt und Shinobi wird im Kampf der linke Arm abgeschlagen. Von nun an hat unser Ninja nur zwei Ziele: 1. den jungen Lord befreien und 2. Rache an allen nehmen, die für den Verlust seines Armes verantwortlich sind oder ihm bei diesem Vorhaben im Wege stehen. Da passt es doch, dass Sekiro übersetz so viel wie einarmiger Wolf bedeutet.

Auf unsere Nachfrage, ob sich Sekiro an dem Storytelling der Dark Souls-Teile orientiert oder doch eher wie die meisten anderen Spiele klassisch eine Geschichte erzählt, antwortet man uns, dass die Erzählweise selbst weiterhin typisch für From Software sei. Man muss sich also mit der Spielwelt mehr auseinandersetzen als in anderen Games, um gewisse Hintergründe und Storys zu erfahren. Allerdings sei die Geschichte von Sekiro aufgrund ihrer Rache-Prämisse schneller und leichter zu begreifen. Das Wichtigste für From Software sei es bei ihren Spielen immer, dass nicht eine feste Story, sondern die Erfahrungen der Spieler der Fokus sind und so ganz eigene Geschichten geschrieben werden. Aufgrund der Eigenheiten und neuen Features von Sekiro, werde ihnen das in ihrem neuesten Werk besser gelingen als in den Spielen zuvor.
Sekiro: Shadows Die Twice in der E3-Vorschau: Der Tod hat endlich einen Sinn (1) Quelle: From Software Sekiro: Shadows Die Twice in der E3-Vorschau: Der Tod hat endlich einen Sinn (1)

Neue Metzel-Möglichkeiten

Die Erfahrungen der Spieler sollen diesmal besonders immersiv sein, da es nun viel mehr verschiedene Wege gibt, um ans Ziel zu kommen und sogar gänzlich verschiedene Spielweisen möglich sind. So hat man nun beispielsweise eine Stealth-Mechanik eingebaut, durch die man einige Feinde lautlos und heimlich erledigen kann. Der Fokus sei weiterhin echte Kampf-Action, doch man wolle den Spielern ermöglichen, so zu spielen wie sie möchten. So könnten auch Neulinge schneller Erfolg haben, wenn sie sich durch geschicktes Vorgehen das Leben erleichtern, indem sie z.B. erst heimlich die postierten Scharfschützen ausschalten, bevor sie sich mit den Soldaten in einem Innenhof anlegen. Man versichert uns jedoch, dass Sekiro keineswegs zu leicht sei. Man gebe den Spielern diese Tipps nicht einfach, sie sollen sie sich durch Beobachtung, ihre Fantasie oder auch einfach Ausprobieren erarbeiten. Beispielsweise fürchtet sich ein Oger in der uns vorgespielten Demo vor Feuer. Das lässt sich im Kampf natürlich gegen ihn einsetzen, allerdings müssen wir im Kampf erstmal selbst herausfinden, was die Schwachstelle ist, dabei hilft sogar der Tod.

Auch der Untertitel Shadows Die Twice ist nicht einfach nur sinnentleertes Geschreibsel. Shadow bezieht sich natürlich auf unseren Ninja Shinobi, der gerne aus den Schatten heraus zuschlägt, und Die Twice hat damit zu tun, dass unser Protagonist an Ort und Stelle wiederauferstehen kann. Dies soll zwar nicht immer möglich sein, doch es ist ein wichtiges Element im Kampf, da die Gegner nach eurem Tod von euch ablassen und weggehen. Ihr könnt das also ausnutzen und ihnen nach eurer Auferstehung in den Rücken fallen. Mehr möchten die netten Leute von From Software zu diesem Feature jedoch noch nicht verraten, weshalb wir uns lieber dem eigentlichen Kampfgeschehen zuwenden. Sekiro: Shadows Die Twice in der E3-Vorschau: Der Tod hat endlich einen Sinn (6) Quelle: From Software Sekiro: Shadows Die Twice in der E3-Vorschau: Der Tod hat endlich einen Sinn (6)

Der Kampf mit Shinobi Katana wirkt ungemein taktisch. Die Kontrahenten belauern sich, suchen Schwachpunkte in der Deckung und schlagen unbarmherzig zu, wenn sie meinen, diese ausgemacht zu haben. Es sieht einfach unglaublich cool aus, wenn sich Shinobi durch zwei Standardgegner schnetzelt und er und ein größerer Fiesling sich anschließend umkreisen. Das Kampfsystem von Sekiro setzt vor allem auf punktgenaues Blocken und Kontern. Blockt ihr genau in dem Moment, in dem die feindliche Klinge auf euch hinabsaust, entsteht kurzzeitig eine Lücke in der Deckung eures Gegners, in die ihr natürlich hineinstoßt. Und glaubt uns, das ist ganz schön blutig. Wenn Shinobi mit seinem Katana trifft, sprudelt der rote Lebenssaft nur so aus seinen Opfern heraus.

Wer allerdings denkt, dass er also nur die Block-Taste gedrückt halten und abwarten kann, täuscht sich. Wer das macht, schwächt so seine Klingenhaltung und somit auch seine Deckung. Dies wird einem auch in einer Leiste angezeigt. Es kommt also klar auf gutes Timing an. Außerdem kann man einige Attacken der größeren Brocken natürlich auch nicht einfach blocken. Wenn ein solcher Angriff folgt, warnt euch ein rotes Schriftzeichen davor. Ihr müsst aber natürlich selbst herausfinden, ob ihr nun ausweichen oder einfach nur hochspringen müsst. Der weiter oben schon angesprochene Oger kann euch etwa mit einer einzigen Aktion Schachmatt setzen. Im Nahkampf malträtiert er euch mit Dropkicks, wirft euch zu Boden und springt mit dem Ellbogen auf euch oder verpasst euch gar eine krachende Powerbomb. Ja, Shinobi ist hier offenbar an einen Oger geraten, der für den Main Event von WrestleMania trainiert. Endlich wissen wir also auch, was Brock Lesnar macht, wenn er nicht im WWE-TV zu sehen ist.

Lieber Arm ab als arm dran

Doch das war natürlich nicht alles. In eurer rechten Hand haltet ihr Shinobis Katana und links bearbeitet ihr sie mit eurer äußerst wandlungsfähigen Sekiro: Shadows Die Twice in der E3-Vorschau: Der Tod hat endlich einen Sinn (10) Quelle: From Software Sekiro: Shadows Die Twice in der E3-Vorschau: Der Tod hat endlich einen Sinn (10) Prothese. Mit dieser verschießt ihr Feuerwerkskörper, um eure Gegner zu blenden, fahrt ein mächtiges Beil aus, mit dem ihr die Schilde eurer Feinde zertrümmert, oder verschießt einen roten Nebel, um die Fieslinge zu verwirren und ihnen in den Rücken zu fallen. Am Allerwichtigsten ist jedoch, dass eure Ninja-Prothese auch noch einen eingebauten Greifhaken hat. Damit schleudert ihr euch Gegnern entgegen oder nehmt schnell Reißaus. Vor allem aber könnt ihr euch damit auch über Bäume und Gebäude bewegen, was die angesprochene Stealth-Mechanik natürlich weiter ausbaut. Obwohl euer Ziel vorgegeben ist, könnt ihr euch mit dem haken ganz eigene Wege suchen, um dorthin zu gelangen.

In der uns vorgespielten Demo entscheidet sich der zockende Entwickler für einen Weg, der nicht sofort ins Auge fällt. Statt über eine Brücke geradeaus zu spazieren, zieht er sich auf einen Baum, klettert über Felsen und gelangt mit Hilfe des Greifarms schließlich in ein Höhlensystem. Doch plötzlich bewegt sich eine riesige Schlange durch die Schlucht und sucht nach einem Ninja-Häppchen für Zwischendurch. Shinobi muss sich nun vorsichtig von Höhle zu Höhle bewegen, ohne von der Schlange gesehen zu werden. Laut From Software soll es im fertigen Spiel viele solcher Momente geben, in denen mit euch Katz und Maus gespielt wird. Wir sind sehr gespannt welche riesigen Tiere und Ungeheuer uns noch erwarten.

Gegen Ende der Demo wandert Shinobi unter wunderbar blühenden Bäumen hindurch auf einen Platz, wo ihn eine verdammt große Hexen-ähnliche Gestalt mit noch größerem Katana erwartet. Shinobi kann der schrill lachenden Alten zwar ein wenig Schaden zufügen, doch sie löst sich in Rauch auf und greift abwechselnd von verschiedenen Seiten an und Shinobi beißt ins Gras. Diesmal wird der Ninja nicht wiederbelebt, denn unsere Präsentation von Sekiro: Shadows Die Twice ist leider schon vorbei. Auch wenn wir darüber ein wenig traurig sind, so hat das Treffen mit From Software doch eines erreicht: Wir fiebern dieser neuen IP nun (fast) mehr hingegen als einem zweiten Bloodborne.

Fazit

Meinung

Bildergalerie

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk