Samurai Shodown im Test: Das Klassiker-Remake gibt es jetzt auch für die Switch!

Test Tim Kühnl Lukas Schmid
Samurai Shodown im Test: Das Klassiker-Remake gibt es jetzt auch für die Switch!
Quelle: SNK

Fehlt es dir an taktischem Geschick, hau ich dir die Lippe dick! Die Alternative zu Street Fighter und Co. hat jetzt auch ihren Weg auf die Nintendo Switch gefunden. In unserem Test verraten wir, ob die Klopperei es mit den Größen des Prügelgenres aufnehmen kann, oder ob Freunde des gepflegten Zweitkampfes lieber nach einer anderen Alternative suchen sollten.

Im Juni letzten Jahres erschien nach sieben Jahren Dürre das Reboot der altehrwürdigen Schläger-Serie auf Playstation 4 und Xbox One. Jetzt dürfen sich Fans der Reihe auch auf der Nintendo-Konsole an die Gurgel gehen. Für alle, an denen die Reihe bisher komplett vorbeigegangen ist, hier das Wichtigste: In den seit 1993 erschienen Samurai-Shodown-Spielen schlüpfen Spieler in die Rollen unterschiedlicher Samurai oder anderer Schwertträger und bekämpfen sich anschließend vor klassischen Kulissen des feudalen Japan.

Im Vergleich mit Genre-Kollegen soll der Kampf hier jedoch durch einige Kniffe bis zu letzten Sekunde spannend bleiben.

Omae wa mou shindeiru!

Für Neueinsteiger sind diese Kniffe zunächst gewöhnungsbedürftig. Die Optionen, den Gegner grün und blau zu hauen, sind nämlich zahlreich: neben den standardmäßigen Schwert- und Kickattacken kann der Spieler auch Spezial-Moves, Super-Spezial-Moves und "Wutexplosionen" auslösen, um das Blatt im Kampf zu wenden.

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Vor allem die Wutexplosionen sorgen für reichlich Spannung, denn durch sie können selbst aussichtslose Auseinandersetzungen noch in der letzten Sekunde gewonnen werden. Wenn es euch gelingt, mit maximaler Wut die Verteidigung eures Gegenspielers zu durchbrechen, könnt ihr zur sogenannten "Blitzklinge" ansetzen, deren Schaden davon abhängt, wie hart ihr zuvor getroffen wurdet. Kurz vor dem eigenen Bildschirmtod kann der Gegner dadurch mit nur einem Schlag besiegt werden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, sich gegenseitig durch Entwaffnungstechniken das Schwert aus der Hand zu schlagen und sich dadurch einen Vorteil zu verschaffen.

Es darf geprügelt werden

Die Super-Spezial-Moves machen ordentlich Schaden und sehen cool aus – da kommt auch mal ein riesiger Frosch aus dem Fußboden und knabbert am Gegner!   Quelle: PC Games Die Super-Spezial-Moves machen ordentlich Schaden und sehen cool aus – da kommt auch mal ein riesiger Frosch aus dem Fußboden und knabbert am Gegner!   Die Kämpfe selbst sind zwar flüssig, bieten taktische Komponenten und bringen kurzweiligen Spaß. Etwas umfangreicher hätte das Spiel aber doch sein dürfen. Neben einem lokalen und einem Online-Versus-Modus bietet Samurai Shodown (jetzt kaufen 49,95 € ) lediglich einen Trainings- und einen kurzen Storymodus. Letzterer ist eigentlich nicht mehr als ein Arcade-Modus. Abgesehen von einer Handvoll kurzer Cutscenes und einigen gezeichneten Standbildern, die mit traditionell japanischen Klängen untermalt werden, gibt es hier nämlich nichts zu sehen. Kein Vergleich also zu der aufwendig inszenierten Story eines Mortal Kombat 11, das mit zahlreichen vertonten Zwischensequenzen dagegen geradezu cineastisch wirkt. Etwas umfangreicher fällt der Multiplayer aus. Dieser besteht aus dem typischen Offline-Versus-Modus, dem Online-Versus gegen andere Spieler und dem "Dojo", in dem man es mit computergesteuerten "Geistern" aufnehmen muss, deren Angriffsmuster auf Basis von gesammelten, echten Spielerdaten generiert werden. Um sich mit gleich starken Gegnern zu messen, könnt ihr im Multiplayer auch auf einen eigenen Ranglistenmodus zurückgreifen. Die Suche nach Mitspielern klappte beim Test meist recht zügig und während man wartet, können sämtliche anderen Spielmodi nach Belieben weitergezockt werden.

Sauber oder Sauerei?

Die Kämpfe machen Spaß und spielen sich stets flüssig – beides ist sehr wichtig in Prügelspielen. Quelle: PC Games Die Kämpfe machen Spaß und spielen sich stets flüssig – beides ist sehr wichtig in Prügelspielen. Für den Prügelspaß stehen 16 unterschiedliche Charaktere zum Verkloppen bereit, darunter auch drei Neuzugänge. Die meisten davon sind - wer hätte es gedacht? - Samurai, die ihre muskelbepackten Oberkörper in traditionell japanische Gewänder zwängen und nur maskulines Stöhnen und dumme Sprüche von sich geben. Zu den stumpfen Schlägereien passen die aber wie die Faust aufs Auge!
Was dem Auge dagegen gar nicht passt, ist die Optik des Games. Selbst im Docked-Modus wirkt die Grafik altbacken und verpixelt. Da wäre deutlich mehr drin gewesen! Im Gegenzug bleibt Samurai Shodown mit konstant 60 FPS flüssig spielbar. Fans der Reihe dürften trotz kleiner Probleme zufrieden sein. Die Neuauflage des Prügel-Klassikers macht auf der Switch Spaß und ist auch für Neulinge interessant. Die sollten aber vielleicht noch etwas mit dem Kauf warten, denn die 50 Euro, die Entwickler SNK zum Release verlangt, machen das Spiel nicht gerade zu einem Schnäppchen - insbesondere, da der Preis der Fassungen für Xbox One und Playstation 4 mittlerweile deutlich gefallen ist.

Fazit und Wertung

Meinung

Wertung zu Samurai Shodown (NSW)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Spannendes Gameplay durch interessante MovesRanglisten-Modus für Online-KämpfeLäuft flüssig mit 60 FramesMehrspielerpart ist spaßigCooles Design & flüssige Animationen ...
... aber wenig beeindruckende GrafikWenig Umfang, die Story ist nur ein Arcade-ModusTempo des Spiels für Neulinge gewöhnungsbedürftig
Fazit

Ordentliches Prügelspiel mit ein paar verschmerzbaren Schwächen

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