Sakuna: Of Rice and Ruin im Test - gesegnet sei die Güte unserer Erntegöttin!

Test Christian Volynskij Lukas Schmid
Sakuna: Of Rice and Ruin im Test - gesegnet sei die Güte unserer Erntegöttin!
Quelle: Xseed

Eine Mischung aus Action-Rollenspiel und Farming-Simulator? Mit Sakuna: Of Rice and Ruin säen Entwickler Edelweiss und Publisher XSEED genau das. Seit dem 12. November dürfen wir uns mit den Tücken des Reisanbaus herumschlagen und uns gleichzeitig um die nervenaufreibende Jagd kümmern. Ob die Erntegöttin uns dabei hold war oder wir Winter für Winter um unser Überleben bangen mussten, erfahrt ihr in unserem Test.

Seit dem 12. November verdonnern uns Entwickler Edelweiss und Publisher XSEED auf PC, Switch und PS4 zur Feldarbeit, um für reiche Ernte zu sorgen. Als Action-Rollenspiel mit Landwirtschafts-Simulation hat Sakuna: Of Rice and Ruin jedenfalls einen Mix zu bieten, den man bisher lediglich so ähnlich von Rune Factory kannte. Ob diese Kombination auch spielerisch überzeugt oder ob wir uns in all der Arbeit gänzlich verlieren und keinen Spaß haben, erfahrt ihr in unserem Test.

Jäger und Sammler zugleich

Im Fokus des Spiels steht ganz klar das hybride Spielprinzip. Einerseits gehen wir als Jägerin unseren Pflichten nach, indem wir die Welt um uns herum erforschen und dabei Proviant zusammensammeln. Andererseits erwartet uns nach der Heimkehr ein fruchtbares Reisfeld, das fleißig beackert werden möchte.

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Wir spielen die Göttin Sakuna, die als Tochter eines Kriegsgottes und einer Erntegöttin einige der maßgeblichen Talente in sich vereint. Ein vorbildliches Verhalten zählt allerdings nicht zu unseren Tugenden und so kommt es, dass wir in Folge eines Missgeschicks aus dem Götterreich verbannt werden. Da unsere zukünftigen Mitstreiter eine gewisse Mitschuld an unserer Misere tragen, begleiten uns diese gleich mit. Gemeinsam beziehen wir die Insel der Dämonen, mit der Mission, einem erhöhten Dämonenaufkommen im Reich der Sterblichen auf den Grund zu gehen. Zu allem Übel gilt es also nicht nur, eine von Dämonen verseuchte Insel zu erkunden, sondern auch das Überleben unserer Mitstreiter zu gewährleisten. Diese wachsen uns aber recht schnell ans Herz und auch das Heranreifen von Sakuna hinterlässt uns mit einem Gefühl des Stolzes. Die Hauptgeschichte wird dabei in Form von Dialogen und nett gemachten Zwischensequenzen erzählt. Charmant integriert sind außerdem die Hintergrundgeschichten der Charaktere und der Lore fiktiven Welt, die oft zum Gesprächsthema des gemeinsamen Abendessens wird.

Ab auf die Insel!

Das Erkunden der Insel, erfolgt von einer Karte aus, die nach und nach immer mehr Ortsmarkierungen aufweist. Haben wir uns für einen dieser Orte entschieden, erwartet uns ein Action-Rollenspiel in Side-Scroller-Manier. Hier bewegen wir uns in 2,5-D-Optik durch verschiedene Levels und erledigen neben einigen Quests, die unser Erkundungslevel ansteigen lassen, eine Vielzahl von Gegnern und einigen Bossen.

Während der Kämpfe spielt sich so einiges auf dem Bildschirm ab, doch Kombos helfen uns, uns effektiv zu wehren. Quelle: PC Games Während der Kämpfe spielt sich so einiges auf dem Bildschirm ab, doch Kombos helfen uns, uns effektiv zu wehren. Zur Verfügung stehen uns hierfür mehrere Möglichkeiten, denn wir haben die Wahl zwischen einer einhändigen und einer zweihändigen Waffe sowie dem Einsatz unseres göttlichen Gewands. Dieses wird allen voran als eine Art Enterhaken genutzt, mit dem wir durch die Level schwingen. Es kann aber beispielsweise ebenso zum Wegschleudern der Gegner oder zum Ausweichen genutzt werden. Wie es sich für ein Rollenspiel gehört, lassen sich Ausrüstungsgegenstände wechseln und verstärken, genauso, wie sich unser Skill-Set anpassen lässt. Vier Skills für Waffenangriffe und noch einmal vier Skills für den Einsatz unseres Gewandes lassen sich hier festlegen. Die Kämpfe sind dynamisch, kombolastig und erfolgen meist gegen mehrere Feinde gleichzeitig. Dennoch könnte all das ein klein wenig geschmeidiger ablaufen. Es nimmt zum Beispiel Dampf heraus, wenn am Boden liegende Gegner unsere Kombo unterbrechen. Aufgrund des Zusammensammelns benötigter Ressourcen erkunden wir außerdem Orte zwangsläufig mehrmals, was auf Dauer repetitiv daherkommt. Später eröffnet sich uns aber die Möglichkeit, unsere Mitbewohner auf Sammel-Tour zu entsenden, womit wir uns wieder voll und ganz der Erfüllung von Erkundungs-Quests widmen können.

Arbeit muss leider auch sein und so beginnen wir unsere Vorbereitungen schon im frostigen Winter mit der Auflockerung der Erde. Quelle: PC Games Arbeit muss leider auch sein und so beginnen wir unsere Vorbereitungen schon im frostigen Winter mit der Auflockerung der Erde. Kommen wir nach einem harten Tag auf der Jagd nach Hause, können wir uns der zweiten Hauptaufgabe Sakunas widmen, nämlich dem erwähnten Reisfeld. Anders als in den Sidescrolling-Dungeons, bewegen wir uns auf unserem kleinen Anwesen in 3D umher. Auf den ersten Blick recht überschaubar, bietet es doch weitaus mehr Komplexität, als es der erste Eindruck vermuten lässt. Unsere Arbeit beginnt gegen Ende des Winters. Diese Jahreszeit bietet sich hervorragend zum Pflügen unseres Feldes an. Zeitgleich müssen wir den Dünger vorbereiten, wofür wir neben unserer Notdurft als Hauptbestandteil auch noch weitere Zutaten hinzufügen. Damit beeinflussen wir die Widerstandsfähigkeit sowie die Qualität des Reises. Die Qualität beinhaltet hierbei das Aroma, die Härte, den Geschmack, den Ertrag und die Klebrigkeit, welche allesamt je ein Attribut unserer Protagonistin abbilden. Haben wir unseren Fokus beispielsweise auf die Verbesserung des Geschmacks gelegt, erhöht sich damit später zur Ernte unsere Stärke, das Hervorheben der Härte wiederum erhöht die Vitalität.

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen wurden, sortieren wir die Aussaat und widmen uns im Frühling dem Säen der Saat. Über die kommenden Monate hinweg regeln wir die Wasserzufuhr und beseitigen nebenher Unkraut wie auch sonstige Störfaktoren, bis es im Herbst an das Ernten geht. Das geschieht genauso wie das Pflügen und das Säen per Hand. Danach geht es ab zum Trocknen, bevor es dann langsam heißt: ab in Richtung Endspurt! Nachdem der Reis ausreichend getrocknet ist, wird er gedroschen und geschält. Das Schälen handhaben wir nach eigenem Ermessen, also je nachdem, wie unsere Präferenzen ausschauen, ist von braunem bis weiß-poliertem Reis alles möglich. Diese Prozesse wiederholen sich Jahr für Jahr und dank einer sehr ausführlichen Auswertung unserer Vorgehensweise können wir unser Vorgehen stetig anpassen. Außerdem werden wir von Ernte zu Ernte effizienter, da wir mit der Zeit auch neue Skills zur effektiveren Landbewirtschaftung hinzugewinnen.

Hand in Hand

Den Status unserer Reispflanzen können wir jederzeit einsehen und damit unser weiteres Vorgehen besser planen. Quelle: PC Games Den Status unserer Reispflanzen können wir jederzeit einsehen und damit unser weiteres Vorgehen besser planen. Das Jagen und Erkunden auf der einen Seite und der Reisanbau auf der anderen sind wie angedeutet eng miteinander verwoben. Mit jeder erfolgreichen Ernte steigen Sakunas Attribute, denn unser Level ist an den Reis-Status gekoppelt. Das bedeutet, dass wir nicht durch das Kämpfen und Besiegen unserer Gegner stärker werden, sondern durch den geglückten Reisanbau. Die Kämpfe bringen dafür Materialien, Zutaten und Bernstein ein. Materialien benötigen wir zum Herstellen neuer Waffen und Kleidungen, den Bernstein zum Verstärken ebendieser. Die gewonnenen Zutaten fließen mitunter in den Dünger unseres Reises ein, werden hauptsächlich aber zum Kochen von Speisen verwendet, die für temporäre Erhöhungen unserer Statuswerte sorgen. All das bedeutet, dass es sich bei beiden Aspekten um Schlüsselelemente handelt, denen ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Das Vernachlässigen einer der beiden Bereiche hindert letztendlich das gesamte Vorankommen. Da die Aktivitäten kontrastreicher nicht sein könnten, ist für ausreichend Abwechslung gesorgt. Gleichzeitig stellt der Wechsel eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar, die einem ein gewisses Maß an Organisations-Talent abverlangt.

Unser göttliches Gewand erweist sich auch abseits von Kämpfen als essenzielles Werkzeug zum Erreichen entfernter Bereiche. Quelle: PC Games Unser göttliches Gewand erweist sich auch abseits von Kämpfen als essenzielles Werkzeug zum Erreichen entfernter Bereiche. Beides möchte nämlich wohlgeplant werden, da Sakunas Tage in Echtzeit voranschreiten. Jeder Tag entspricht dabei einem ganzen Monat und macht keinen Unterschied zwischen Jagd oder Landwirtschaft, denn die Uhr tickt pausenlos. Die Tageszeit beeinflusst unser Jagdverhalten maßgeblich. Gejagt wird, wenn die Sonne scheint, weil sich mit Anbruch der Nacht nicht nur eine kaum zu durchblickende Finsternis über den Dungeon legt, sondern auch die Feinde an Stärke hinzugewinnen. Zwar verlangen einige Erkundungs-Quests, dass wir Feinde und Bosse auch bei Nacht erlegen, aber das wird erst dann so richtig möglich, wenn wir über die Ressource Öl zum für unsere Lampe verfügen.

Die Zeit verstreicht wie im Nu. Uns bleibt kaum Gelegenheit, um die Abschnitte ausgiebig zu erkunden, denn ehe man sich versieht, geht die Sonne auch schon wieder unter. Das sorgt ziemlich schnell für Zeitdruck bei so ziemlich allem, was wir zu erledigen haben. Vergleichbar ist das mit damals, als man sich bei The Legend of Zelda: Majora's Mask ständig Gedanken darüber machte, welche Aufgaben man nun am besten wie und wann angeht. Das schmälert den Spielspaß von Sakuna: Of Rice and Ruin leider ein wenig, da man sich nur selten voll und ganz einer Sache widmen kann, ohne in Panik zu verfallen, dass man etwas vergessen haben könnte.

Wunderschöne Feldarbeit

Die verwöhnte Göttin hat es schon nicht leicht und muss sich nun auch noch mit den Problemen Sterblicher herumschlagen. Quelle: PC Games Die verwöhnte Göttin hat es schon nicht leicht und muss sich nun auch noch mit den Problemen Sterblicher herumschlagen. Spielerisch kann Sakuna trotz einiger Macken überzeugen. Technisch haben wir noch weniger auszusetzen: Das Spiel präsentiert in einem sanft gezeichneten, Aquarell-artigen Grafikstil, der an den Action-Adventure-Klassiker Okami erinnert Es ist eine Wohltat für das Auge, frühmorgens aus der Hütte zu treten und zu sehen, wie sich die Morgensonne im Wasser des Reisfeldes spiegelt. Die verschiedenen Charaktere kommen, wie auch die Feinde, sehr abwechslungsreich und durch die Bank niedlich daher. Auch musikalisch gefällt's, sowohl die ruhigen als auch die actionreichen Momente werden passend untermalt. Sakuna: Of Rice and Ruin (jetzt kaufen 59,99 € ) weist eine überraschende Komplexität auf, gerade mit Blick auf das Reis-Management, das für sich alleine stehend schon als Spiel funktionieren könnte. Doch auch der Action-Aspekt kommt nicht zu kurz und überzeugt mit seinen ganz eigenen Mechaniken. Somit erhält man vielseitigen Spielspaß, der lediglich vom nervigen Zeitdruck gedämpft wird.

Meinung

Wertung zu Sakuna: Of Rice and Ruin (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Sakuna: Of Rice and Ruin (PS4)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Sakuna: Of Rice and Ruin (NSW)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Einzigartiger Mix aus Action-RPG und SimulationÜberraschend komplexZuckersüße InszenierungViele nette Ideen, wie z.B. Gespräche beim Abendessen
Echtzeit-Komponente sorgt für ZeitdruckKeine deutsche Textausgabe
Fazit

Das Abenteuer der Erntegöttin ist ein fordernder, ungemein charmanter Spaß.

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