Saint's Row

Test Thomas Szedlak

GTA-Klone gibt's viele. Doch bisher hat sich kein Spiel so offensichtlich vom Action-König inspirieren lassen wie Saint's Row.

Saint's Row Bekanntlich hat Rockstar "GTA 4" für den 19. Oktober angekündigt. Doch leider ist damit der 19. Oktober 2007 gemeint. Da niemand so lange warten will, kommt "Saints Row" aus dem Hause Volition ("Red Faction") gerade recht. Die Jungs aus Illinois scheinen es sich zum Ziel gesetzt zu haben, möglichst viel von Rockstars Hit-Serie zu kopieren.

Während "GTA" ganz filmlike mit einem Vorspann beginnt, basteln Sie in "Saints Row" erst mal Ihren Charakter, bestimmen Kopfform, Frisur und vieles mehr. Keine Bange -- beim plastischen Chirurgen dürfen Sie Fehlgriffe korrigieren. Außerdem können Sie sich in Shops neu einkleiden und auch tätowieren lassen.

Mr. Nobody

Unser Held hat keinen Namen, wird von Gang-Mitgliedern nur mit "Spieler" angesprochen und ist auch sonst recht profillos. Er hat weder eine Persönlichkeit, noch interagieren andere Personen in besonderem Maße mit ihm. Sie sagen ihm, was er zu tun hat. Das war's. So wird man nicht wirklich in die Handlung hineingezogen -- eine der größten Schwächen von "Saints Row"!

Im Rahmen des thematisierten Bandenkrieges gibt es vier Handlungsstränge, in die Sie involviert sind. Die einzelnen Aufträge dürfen Sie erst ausführen, wenn Sie den geforderten Respekt-Level erreicht haben. Um das zu schaffen, müssen Sie auf der Stadtkarte verzeichnete Nebenmissionen abschließen. Zum Beispiel sollen Sie mehrere Zuhälter "platt machen" und deren Damen dann ins Bordell des Auftraggebers verfrachten. Oder eine Liste mit Fahrzeugen abarbeiten, die Karren also stehlen. Richtig, das kennt man alles aus "GTA". Einfallsreicher ist da der Versicherungsbetrug: Sie stellen sich an eine Straße, werfen sich per Knopfdruck vor ein Auto und kassieren Geld von der Assekuranz. Je mehr Autos und Zeugen in den ?Unfall? verwickelt sind, desto besser.

Schnell zu geld und respekt

...kommen Sie per Geiselnahme: Sie kapern ein Auto und achten darauf, dass eine Person sitzen bleibt. Jetzt heißt es, Gas geben und sich nur nicht von der Polizei stoppen lassen. Nach etwa einer Minute ist Ihre Geisel mit den Nerven am Ende. Sie kassieren das Lösegeld -- und Respekt.

Witzige Ideen gibt es in "Saints Row" zuhauf. Da wäre etwa der Drive-in-Beichtstuhl, der Ihr Fahndungskonto löscht. Und tippen Sie in Ihr Handy die 911 ein, kommt in Rekordzeit ein Krankenwagen angerast und heilt Ihre Wunden.

Die fiktive Stadt Stillwater erstrahlt in detailreicher HD-Pracht. Auf den Straßen ist viel los, die Stadtteile unterscheiden sich deutlich -- es gibt unheimlich viel zu gucken. Auch das Schadenssystem der Fahrzeuge wirkt realistisch und das 'Fallverhalten' der Passanten dank Havok-Physikengine sowieso. Allerdings trüben technische Schwächen den Eindruck. Umgebung und Fahrzeuge poppen teils sehr deutlich sichtbar ins Bild und ständig gibt's Tearing, das Bild verreißt also. Ruckler hingegen stören eher selten.

Verwöhnprogramm für die Ohren: Der Soundtrack enthält mehr als 100 Songs, die wie bei "GTA" auf Radiostationen aufgeteilt sind. Bekannte Acts wie die Stereophonics oder Iggy Pop sind zwar die Ausnahme, insgesamt ist's aber hörenswert.

Xbox-Live-Fams dürfen sich über sechs Modi freuen. Neben Standards wie Deathmatch oder Team-Deathmatch wartet zum Beispiel das lustige Aufmotzen, bei dem gewinnt, wer die geilste Karre hat.

Wertung zu Saints Row (dt.) (X360)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Riesige, vielfältige StadtFast völlige HandlungsfreiheitDetailverliebte Grafik ...
... aber Ruckler, Tearing und Pop-upsHandlung kickt nicht
Fazit

"Saints Row" kopiert "GTA" in vielen
Bereichen, bleibt aber bei Story und Charakteren weit hinter seinem Vorbild zurück.

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