Rock of Ages 3: Make & Break im Test - ein Stein rollt durch die Menschheitsgeschichte
Test
Das Motto "Make and Break" ist im dritten Teil der beliebten Rock-of-Ages-Reihe Programm. Wir errichten und vernichten fröhlich um die Wette und rasen auf skurrilen Strecken mit einem rollenden Stein samt Gesicht durch die komplette Menschheitsgeschichte hindurch. Unser Test zum wahnwitzigen Arcade-Kracher.
Seit dem Jahr 2011 bereichert das chilenische Indie-Studio Ace Team, bestehend aus den Brüdern Andres, Carlos und Edmundo Bordeu (daher auch der Name Ace, die Anfangsbuchstaben der Vornamen), die Videospielwelt mit seiner absurd-komischen Spielereihe Rock of Ages. Der bunte Genre-Mix aus Tower Defense und Racing erfreut sich durch seinen skurrilen Humor im Monty-Python-Stil und den kreativen Levels an großer Beliebtheit in der Videospielgemeinde.
Satte sechs Jahre mussten vergehen, bis die Spieler nach dem ersten Teil in den Genuss des Nachfolgers mit dem Zusatztitel Bigger and Boulder kommen durften. Der Abstand zum dritten Teil betrug dafür nur drei kurze Jahre. Mit dem neuen Publisher Modus Games im Schlepptau, ging die Entwicklung von Rock of Ages 3: Make and Break anscheinend deutlich schneller voran.
Durch die verkürzte Wartezeit fällt der Unterschied zum Vorgänger aber dementsprechend deutlich kleiner aus als zuvor. Wir haben uns angesehen, wie absurd die neue Reise durch die Kunst- und Menschheitsgeschichte ausfällt und welche Neuerungen trotzdem noch in dem Titel stecken.
Ein rollender Stein setzt kein Moos an
Man könnte meinen, nach zwei Reisen durch die Zeitgeschichte dürften den Entwicklern von Ace Team langsam die Inspirationsquellen ausgehen. Mit den mythologischen Figuren Sisyphus und Atlas konnten wir bereits historisch relevante Persönlichkeiten wie Van Gogh oder Ivan den Schrecklichen zu chaotischen Duellen mit unserem Felsen der Zeitalter herausfordern. Sogar ein Tischkickerduell mit Gott persönlich war dabei - wie soll man das denn bitte toppen?
Quelle: PC Games
Die Cutscenes im Monty-Python-Stil sorgen für viele Lacher während der Storykampagne.
Im dritten Teil schlüpfen wir in die Stiefel von Elpenor, einem eher zweitrangigen Gefährten des Odysseus. Der Kampf mit dem Zyklopen läuft gehörig schief und so kommt es, dass wir wegen eines missglückten Zaubers Poseidons im Strudel der Zeit gefangen sind. Fortan gilt es, im Duell gegen Persönlichkeiten wie Julius Cäsar, Wilhelm Tell oder sogar das Fliegende Spaghettimonster Sterne zu sammeln, um Poseidon zu einem finalen Kampf herauszufordern und das Raum-Zeit-Kontinuum wiederherzustellen. Der Humor ist dabei, typisch für die Reihe, wieder auf exzellent absurdem Niveau. Die im Monty-Python-Stil animierten Figuren sorgen in den Cutscenes für so einige Lacher.
Auch die Bosskämpfe sind, wie in den Vorgängern auch, ein kreatives Highlight. Ein stark von Mortal Kombat inspirierter Kampf gegen den Vitruvianischen Menschen zum Beispiel hat unsere Lachmuskeln bis aufs Äußerste strapaziert. Die Kämpfe stellen eine gern gesehene Abwechslung zu den ansonsten eher ähnlich gestalteten Missionen dar. Nach knappen drei Stunden ist das Abenteuer zwar schon vorbei, der Humor und das gelungene Gameplay aber machen die Kampagne dennoch zu einem kurzweiligen Genuss.
The Rolling Stones
Quelle: PC Games
Der Humpty-Dumpty-Spielmodus ist offensichtlich an Alice im Wunderland angelehnt. Mit einem sehr zerbrechlichen Ei müsst ihr hier den Weg ins Ziel schaffen.
Der Storymodus bietet einen guten Einstieg in die verschiedenen Spielmodi von Rock of Ages 3: Wer die Vorgänger kennt, findet sich bei den Kriegsmissionen, in welchen man zuerst Tower-Defense-artig eine Verteidigung um seine Strecke bauen muss und danach mit dem Felsen die gegnerische Burg angreift, oder bei den Hindernisparcours, die einfache Rennen gegen die KI darstellen, schnell zurecht. Auch neue Missionsarten gibt es. Bei Skee-Felsen müsst ihr auf der Strecke bestimmte Ziele zerstören und am Ende, ähnlich wie beim Minigolf, im Ziel für einen bestimmten Punkte-Multiplikator mit eurem Felsen einlochen. In Humpty-Dumpty gilt es, mit einem leicht zerbrechlichen Ei das Ziel erreichen. Dies erfordert zwar eine gewisse Vorsicht, durch einen Doppelsprung sind die Eier aber an manchen Stellen leichter zu manövrieren als die Felsen.
Im Allgemeinen ist die Steuerung der Felsen sehr zugänglich. Nach ein paar Versuchen hat man meistens rausgefunden, an welchen Stellen man am besten bremsen oder springen sollte. Auch das Tower-Defense-Gameplay ist simpel und bedienungsfreundlich gestaltet. So könnt ihr euren Kontrahenten diverse Hindernisse wie zum Beispiel Wachtürme, Katapulte oder sogar riesige Kriegselefanten in den Weg stellen. Neue Ausbaumöglichkeiten lassen sich im Verlauf der Story freispielen. Auch verschiedene Felsen mit jeweils eigenen Fähigkeiten warten darauf, von euch erspielt zu werden.
Quelle: PC Games
Der Leveleditor ist sehr intuitiv gestaltet und ermöglicht euch sehr viele Wege, eure ganz eigene Strecke nach Belieben zu individualisieren.
Die größte Neuerung im Vergleich zum Vorgänger ist aber der neue Level-Editor. Hier könnt ihr aus 16 Hintergründen auswählen, die auch in der Kampagne zum Einsatz kommen. Für alle Spielmodi könnt ihr dann mit dem intuitiven Editor Strecken erstellen. Einzelne Streckenabschnitte lassen sich sehr gezielt in Höhe, Breite und Schräge modifizieren. Auch diverse Hindernisse können überall auf den Kursen platziert werden. Die selbstkreierten Level machen dabei den Großteil der Onlinekomponente aus: Die Strecken können geteilt und gemeinsam mit bis zu vier anderen Mitspielern berollt werden.
Felsige Rolle rückwärts
Quelle: PC Games
Es sind nicht nur Felsen, mit denen wir uns auf den Strecken fortbewegen. Unser Kontrahent steuert hier zum Beispiel einen Schafs-Ball. Absurd!
Leider kann Rock of Ages 3 das hohe Niveau nicht in allen Aspekten beibehalten. Ein großer Kritikpunkt ist das uninspirierte Leveldesign der Kampagnenmissionen. Der Leveleditor ist hierbei Fluch und Segen zugleich: Die Entwickler haben sich beim Design der Hauptmissionen offensichtlich an ihrem eigenen Feature bedient. Im Vergleich zu den Levels im Vorgänger spielen sich die Strecken in Rock of Ages 3 meistens alle gleich - besondere Gimmicks vermisst man sehr. Abgesehen von den Bosskämpfen fühlt sich das Spiel deutlich unkreativer an als der Vorgänger.
Die Online-Multiplayer-Komponente wird geplagt von einigen Bugs und Balancing-Problemen. Dadurch kann schnell Frust aufkommen, wenn man etwa in einem Rennen führt und dann plötzlich durch den Boden fällt. Hier herrscht definitiv Nachpatch-Bedarf!
