PC Games Geheimtipp: Eines der besten Roguelikes im neuen Gewand

Special Daniel Link
PC Games Geheimtipp: Eines der besten Roguelikes im neuen Gewand
Quelle: Gearbox

In unseren PC Games Geheimtipp stellen wir euch grandiose Spiele vor, die ihr sonst vielleicht verpasst hättet.

Wusstet ihr eigentlich, dass es neben Spielen wie Call of Duty und den neuesten Sony-Releases noch andere Videospiele gibt? Verrückt, nicht wahr? Einen dieser sagenumwobenden Titel möchten wir - genauer gesagt möchte ich - euch heute vorstellen, denn eines der besten Spiele der letzten zehn Jahre erhielt vor Kurzem ein Remaster.

Wer Roguelites mag, hat bestimmt schon mal was von Risk of Rain 2 gehört. Weder ich noch die knappen 170.000 Nutzerbewertungen auf Steam, von denen stolze 96 Prozent positiv ausfallen, können damit aufhören, von Hopoo Games Geniestreich zu schwärmen.

Die immense Anzahl an Gegenständen, das spaßige Gameplay, der grandiose Soundtrack und noch viele weitere Dinge verhalfen Risk of Rain 2 zu der außergewöhnlichen Beliebtheit, die es heutzutage bei Spielern genießt. Wie der Name bereits vermuten lässt, gab es vor Risk of Rain 2 jedoch ein anderes Spiel, ohne den numerischen Zusatz im Namen

Im Jahre 2013 veröffentlichte Hopoo Games das 2D-Roguelike Risk of Rain. Fans des Nachfolgers werden mit dem Konzept bereits vertraut sein. Auf einem fremden Planeten wähle ich einen von verschiedenen Charakteren, besiege mit diesem zahlreiche Feinde, um deren Taschengeld zu klauen, damit Kisten zu öffnen, und dadurch Gegenstände zu erhalten.

Der Pilot aus Risk of Rain Returns kämpft gegen eine Krabbe und zwei Einsiedlerkrebse. Quelle: Gearbox Fühle ich mich stark genug, aktiviere ich den Teleporter, besiege einen Boss und gehe anschließend zur nächsten Stage. Das geht dann so weiter, bis ich den finalen Boss zur Strecke gebracht habe und der Spieldurchlauf damit erfolgreich beendet ist.

Das ist zumindest mein Plan, normalerweise sterbe ich vor meinem glorreichen Sieg jedoch irgendwo an einem Wisp. Risk of Rain ist nämlich wesentlich herausfordernder als sein Nachfolger.

Der Sprung auf 3D war ein mutiger Schritt für Hopoo Games, doch Risk of Rain 2 baute ebenfalls auf den Stärken des originalen Spiels auf, etwa die Vielfalt bei den Gegenständen und das charmante Charakterdesign.

Zwar lassen sich die Spiele in der Praxis kaum vergleichen, sie besitzen jedoch die gleiche DNS, den gleichen kreativen Geist. Dieser wurde nun in ein Remaster des originalen Spiels kanalisiert, der den Klassiker für ein neues Publikum interessant machen soll.

Der Pilot aus Risk of Rain Returns nutzt seinen Fallschirm, um zwei Steingolems auszumanövrieren. Quelle: Gearbox Mit Risk of Rain Returns haben Hopoo Games ihre alte Erfolgsformel modernisiert, erweitert und verbessert. So haben es unter anderem zahlreiche neue Gegenstände in das Remaster geschafft.

Viele davon kennt man bereits aus Risk of Rain 2, doch die neuen Items fügen sich so nahtlos in Risk of Rain Returns ein, dass man glatt davon ausgehen könnte, sie wären im Originalspiel schon vorhanden gewesen und erst später für Risk of Rain 2 verwendet worden.

Dann gibt es nicht nur brandneue Charaktere, sondern auch noch extra Fähigkeiten für die Besatzung. Diese schaltet man größtenteils über die sogenannten Providence Trials frei.

Das sind kleine, in sich geschlossene Herausforderungen. Hier muss ich etwa mit dem Dash des Piloten eine Rennstrecke so schnell wie möglich abschließen, Zielscheiben mit den Spitzhacken des Miners treffen, oder 15 Widersacher mit dem Chef in leckere Mahlzeiten verwandeln.

DIe Providence Trials aus Risk of Rain Returns, über die man neue Fähigkeiten freischaltet. Quelle: Gearbox Wer keine Lust auf die Trials hat, kann die meisten Fähigkeiten aber auch im ganz normalen Spieldurchlauf freischalten. Etwa, indem man eine bestimmte Anzahl an Schaden mit dem Schild des Enforcers blockiert.

Eine alternative Fähigkeit des Snipers verlangte von mir, den finalen Boss des Spiels zu besiegen, während ich einen Rückwärtssalto vollführte. Nachdem das die ersten fünf Male nicht funktioniert hatte, fiel mir auf, dass ich den Salto vermutlich im Spiel ausführen sollte, wonach es dann doch endlich geklappt hatte.

Auch am Regelwerk wurde ziemlich geschraubt. Anders als im Original muss ich nicht mehr alle Gegner besiegen, um den Teleporter zu aktivieren. Stattdessen reicht es, den Boss ins Jenseits zu befördern und den Timer auslaufen zu lassen. Wer das alte Regelwerk präferiert, kann dieses jedoch ganz einfach in den Optionen aktivieren.

Auch im Hinblick auf die Optik unterscheidet sich Risk of Rain Returns deutlich vom originalen Titel. Risk of Rain sah im Jahre 2013 zwar schon ziemlich hübsch aus, doch das Remaster hebt die Pixel-Art des Roguelites auf eine völlig neue Stufe.

Nicht viele Spiele schaffen es, mit so kleinen Sprites so viel Charme und Persönlichkeit herüberzubringen, wie es in Risk of Rain Returns der Fall ist. Gelegentlich zoome ich so weit wie möglich ins Spiel rein, einfach nur, um mir die verschiedenen Animationen anzusehen.

Der Pilot kämpft gegen zwei große, humanoide Monster. Quelle: Gearbox Normalerweise spiele ich Risk of Rain Returns aufgrund von einigen fragwürdigen Designentscheidungen jedoch mit der maximalen Kameradistanz.

Einige Kritikpunkte gibt es bei Risk of Rain Returns, wie bei allen anderen Spielen, nämlich auch. Angefangen mit der ewigen Suche nach dem Teleporter. Das Konstrukt ist auf jeder Karte irgendwo versteckt und muss erst mal von mir aufgespürt werden.

Irgendwelche Markierungen oder Ähnliches gibt es nicht. Es ist daher in den meisten Fällen von Vorteil, in den Optionen herauszuzoomen, um eine größtmögliche Fläche der Spielwelt auf einmal zu sehen. Das hilft natürlich auch dabei, die ganzen versteckten Kisten, Schreine und andere Spielereien zu finden.

Das bedeutet aber auch, dass ich weniger von der wirklich hübschen Pixel-Art zu Gesicht bekomme, da die Sprites irgendwann schlichtweg zu klein werden. Im Kampf zoome ich dann jedoch wieder heran, da ich die Animationen der Gegner sonst kaum erkennen kann. Kein Problem im Singleplayer, da das Spiel automatisch pausiert, im Mehrspieler-Modus hingegen ist der Ablauf etwas frustrierender.

Hinzu kommt, dass die einzelnen Stages einfach verdammt groß sind. Ich verbringe viel zu viel Zeit damit, einfach herumzulaufen. Da man insgesamt über weniger Mobilität verfügt als in Risk of Rain 2, nehme ich zusätzlich nur einen Bruchteil der Truhen mit, die irgendwo am Rand der Karte versteckt sind.

Der Spielercharakter wird von zwei Bossgegnern eingekreist. Quelle: Gearbox Weiterhin setzt das Spiel auch etwas zu sehr auf Seile, Leitern und ähnliche Dinge, wodurch das Navigieren der Stages schnell frustrierend werden kann.

Besser wird's auch dadurch nicht, dass die Steuerung des Spiels ein wenig eigen ist. In anderen Spielen feuern Figuren ihre Waffen normalerweise immer in Richtung des Mauszeigers ab. In Risk of Rain Returns hängt das aber an der Blickrichtung des Charakters. Will ich nach links schießen, muss ich also auch nach links schauen.

Bildergalerie

Dass Risk of Rain Returns ohnehin schon ein ziemlich herausforderndes Spiel ist, macht die ganzen kleinen Probleme nur noch nerviger. Glücklicherweise kündigten die Entwickler aber bereits an, dass sie an Lösungen für all diese Sachen arbeiten. Die Möglichkeit in Richtung des Mauszeigers anzugreifen, soll etwa schon in einem baldigen Patch eingeführt werden.

Trotz der kleinen Probleme ist Risk of Rain Returns schon jetzt die beste Version, um das Roguelite aus dem Jahre 2013 zu erleben. Wer das Originalspiel bereits mochte, wird mit der Neuauflage definitiv eine Menge Spaß haben. Auch für alle, die Risk of Rain 2 schon rauf und runter gespielt haben, ist Risk of Rain Returns definitiv einen Blick wert. Risk of Rain Returns erschien am 8. November 2023 für den PC via Steam und die Nintendo Switch. Dort schlägt es derzeit mit 14,99 Euro zu Buche.

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