Im Gamesaktuell-Test haben wir uns das neue Rollenspiel Risen 2: Dark Waters vorgenommen und erzählen euch, was wir gut fanden und wo dem Spiel noch etwas Feinschliff gut getan hätte. Mehr zu Risen 2 lest ihr auch in der kommenden Games Aktuell 5/2012.
Das hat uns an Risen 2 nicht gefallen
Fehlende Komfortoptionen
In The Witcher 2 oder Skyrim hilft euch stets ein Kompass oder eine Minimap, damit ihr den Weg zu den Questgebieten findet. Bei Risen 2 nicht. Das haben die Entwickler zwar den Fans der Serie zuliebe gemacht, aber es ist nervig, immer wieder die Übersichtskarte zu laden, damit man die Position eines bestimmten Punktes findet. Wir hätten es besser gefunden, wäre ein Kompass zumindest optional gewesen! Dazu sind die Hinweise auf die Lösungswege in den Quests recht gering. Wer ein Rollenspiel wie Mass Effect 3 gewohnt ist, wird es am Anfang in Hauptquests von Risen 2 schwer haben.
Bugs
Quelle: Deep Silver
Leider sind uns auch ein paar Bugs aufgefallen. Insgesamt kommt Risen 2 jedoch recht fehlerfrei daher.
Die Gothic-Macher sind für ihre Programmierfehler berüchtigt. Mit Risen 1 lieferten die Jungs von Piranha Bytes ihr erstes technisch ausgereiftes Spiel ab. Zum Glück setzt Risen 2 diesen Trend fort, kommt aber nicht ganz ohne Bugs aus. So schwerwiegend wie etwa in Gothic 3 fallen diese nicht auf, es gibt zum Beispiel keine Fehler, die den Spielfortschritt behindern. Jedoch fielen uns recht häufig aufploppende Objekte in der Entfernung auf und als wir uns einigen Büschen näherten, wuchsen ihnen wie aus Geisterhand zusätzliche Blätter. Auch KI-Aussetzer trübten die Spielatmosphäre das eine oder andere Mal. Einige Monster reagierten zum Beispiel erst mit Verzögerung auf unsere Angriffe oder sahen teilnahmslos zu, wie wir ihre Kameraden abmurksten.
Relativ kurze Spielzeit
Bei einem actiongeladenen Ego-Shooter würden wir uns nicht über eine Spielzeit von 30 Stunden beklagen. Bei Risen 2 schon, denn einen guten Teil der Zeit verbringt ihr mit recht belanglosen Nebenquests oder beim Erkunden der Flora und Fauna der sechs Inseln.
Kampfsystem
Quelle: Deep Silver
Das Kampfsystem in Risen 2 kam uns zu simpel vor.
Das actionbetonte Kampfsystem fällt im Vergleich zu Skyrim eher mau aus, da die Gefechte zu leicht ausfallen. Das liegt daran, dass etwa schnell aufeinander folgende Degenstiche die Angriffsanimationen der Fieslinge stoppen und man sie so leicht in die Ecke drängen kann - diesen Fehler nutzt man bei großer Übermacht gerne aus! Wenn ihr statt Klingenwaffen Musketen einsetzt, trübt die KI das Geschehen. Die Feinde laufen blind auf euch zu und ihr braucht ihnen nur auszuweichen und anschließend eure Waffe abzufeuern. Danach liegt der Gegner zumeist mausetot am Boden. Mit ein wenig Feintuning könnte das Kampfsystem aber verbessert werden.
Seichte Story
Wir möchten euch nicht spoilern, aber: Die Handlung von Risen 2 um die Titaten-Gefahr bleibt unserer Meinung nach über das ganze Spiel hinweg klischeehaft. Zudem sind die meisten Charaktere recht oberflächlich und auch das finale Duell wird viel zu hastig abgehandelt. Außerdem zog uns nur ein einziges Mal eine dramatische Story-Entwicklung den Boden unter den Füßen weg. Positiv sind jedoch die kantigen Dialoge mit den Charakteren und die gelungene deutsche Sprachausgabe.
