Identitätswandel - Von Riot Game zu Riot Games

Special Martin Glienke Sascha Lohmüller
Identitätswandel - Von Riot Game zu Riot Games
Quelle: Riot Games

Wir wollen in diesem Artikel beleuchten, wie Riot Games von einem Entwickler mit gerade mal einem Spiel zu einer Marke heranreifen konnte, die mittlerweile eine Vielzahl an Comics, Spielen und Geschichten umfasst. Wenn ihr diesen Artikel gelesen habt, dann habt ihr bestimmt Bock auf die Welt von League of Legends!

Casual- vs. Competitive-Balancing - Unzufriedenheit vorprogrammiert?

League hat seit jeher die Problematik, dem Profi-, wie auch dem Gelegenheits-Spieler ein ähnliches Erlebnis zu liefern. Dass das Balancing in einem Spiel mit so vielen Champions und Items ein Problem sein kann, liegt auf der Hand. Allein der Versuch, dass alle Vorgehensweisen und Spielstile tatsächlich spielbar sind, ist eher zu vergleichen mit einem Drahtseilakt und in der Realität beim besten Willen kaum umzusetzen. Das Spiel wird zwar alle zwei Wochen gepatcht, aber optimal sind die Buffs und Nerfs nie. Je nachdem, wie sich Riot Games entscheidet, wird einem Teil der Spielerschaft auf die Füße getreten. Und das mag niemand gerne.

Von stumpfen Charakter-Designs zum fantastischen World Building

Zwar ist League of Legends finanziell sehr erfolgreich und eines der meistgespielten Spiele der Welt, jedoch eignet sich ein MOBA nicht wirklich gut, um eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Abgesehen davon war Riot anfangs gar nicht daran interessiert, eine sinnhafte Hintergrundgeschichte für die spielbaren Charaktere zu liefern. Es wurde zwar irgendwie versucht, einen Grund dafür zu finden, wieso sich die ganzen Charaktere kloppen, jedoch wirkt diese sogenannte Beschwörer-Lore mehr als nur albern.

Miss Fortune und ihre Begleiter sind erschrocken. Quelle: Airship Syndicate/Riot Forge Gerade am Anfang der Entwicklungsgeschichte von LoL waren die meisten Charaktere nur aufgewärmte Versionen von altbekannten Stereotypen. Das änderte sich vor allem ab 2016 zunehmend, denn ab da ist sehr viel mehr Kreativität in die Erschaffung von einzigartigen Charakteren geflossen als noch am Anfang. Die früheren Champions bestanden meistens aus generischen Rittern, Zauberern und Monstern. Später kam dann die sprichwörtliche Inkarnation des Todes in der Form eines Wolfs und eines Lamms hinzu. Ein arroganter Weltraumdrache, der die Sterne erschaffen hat, ist nach wie vor einer der beliebtesten Champions. Und nicht vergessen sollten wir den maskierten Killer Jhin, der ein Faible für künstlerische Hinrichtungen und die Zahl Vier hat.

Spinoff-Projekte - Schachbrett, Spielkarten und Handys

In den letzten Jahren entwickelte Riot Games selbst einige Spiele, die auch direkt über den eigenen Client angeboten werden. Da diese ebenfalls kostenlos spielbar sind, ist ein Einstieg sehr simpel.

Der Release von Teamfight Tactics (TFT) war ein großer Schritt in der Popularität der League-of-Legends-IP. Angelehnt ist dieses Spiel an das Auto-Chess-Genre, in dem wir ein Team aus unterschiedlichen Helden zusammenstellen und diese dann automatisch gegen andere Boards von Gegenspielern kämpfen. So können wir uns eine eigene Aufstellung überlegen und auf verschiedene Synergien und Items zurückgreifen. Bei einer Niederlage verlieren wir Lebenspunkte. Ein Match dauert also so lange, bis alle bis auf einen Spieler ihre Lebenspunkte verloren haben.

Spieler legen Karten auf dem Spielfeld ab. Quelle: Riot Games  Legends of Runeterra (LOR) ist ein Versuch, die Welt Runeterra, in der die Lore-Events passieren, in einem digitalen Kartenspiel umzusetzen. So wurden Charaktere und Geschichte in einem digitalen Kartenspiel umgesetzt, angelehnt an Magic: The Gathering. In diesem ebenfalls kostenlosen Spiel sammeln wir Spielkarten und entdecken so die vielfältige Welt von League of Legends. Wir stellen unser Deck aus verschiedenen Champions, Charakteren und Zaubern zusammen und liefern uns Duelle mit anderen Spielern. Auch hier gewinnt der Spieler, der zuerst die Lebenspunkte seines Gegenübers auf null reduzieren kann.

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