Return to Monkey Island im Test mit Video: Da scheiden sich die Geister(piraten)
Test 24,50 €
Riesige Vorfreude und ein hässlicher Streit um die Grafik begleiten den Release von Return to Monkey Island. Kann Altmeister Ron Gilbert wirklich an das kultige Monkey Island 2 anknüpfen - oder sind die Erwartungen der Fans einfach zu hoch? Wir haben das Piratenabenteuer doppelt durchgespielt und verraten im Test (ohne Spoiler), worauf ihr euch freuen könnt.
Ein bisschen Kritik gibt's lediglich für ein paar Puzzles, die mehrfach zum Einsatz kommen. Ihr müsst zum Beispiel mehrmals Schlösser untersuchen und die passenden Schlüssel anfertigen lassen, was immer nach dem gleichen Muster abläuft. Da stellt sich dann das Gefühl von Wiederholung ein. Außerdem müsst ihr manchmal in alte Räume zurückkehren, wo dann plötzlich neue, wichtige Items rumliegen - das kommt zwar nicht oft vor, kann aber auch mal nerven.
Super dagegen: Wie schon in Monkey Island 2 und 3 gibt's auch hier wieder zwei Schwierigkeitsgrade. Wir haben für diesen Test natürlich den harten Modus durchgespielt, der mehr und kniffligere Rätsel bietet als der Einsteigermodus, aber trotzdem nie überfordert. Unser Tipp: Falls ihr nicht sicher seid, welchen Modus ihr bei Spielstart wählen sollt, raten wir euch definitiv zur schwierigen Variante! Und solltet ihr doch mal partout nicht weiterkommen, könnt ihr euch im Inventar nun ein Buch mit mehrstufigen Rätselhilfen anschauen. (Wer das Feature nicht nutzen will, findet hier in Kürze eine umfangreiche Komplettlösung zu Return to Monkey Island!)
Knobeln mit Komfort
Quelle: Terrible Toybox
Return to Monkey Island im Test
Auch eine praktische Hotspot-Anzeige ist diesmal mit an Bord, ihr braucht den Bildschirm also nicht mehr mühsam absuchen wie in Thimbleweed Park. Überhaupt spielt sich Return to Monkey Island (jetzt kaufen 24,5 € ) wesentlich moderner als die früheren Teile, was man gleich an Guybrushs Lauftempo merkt: Schon im Normalfall ist unser Lieblingspirat äußerst flott unterwegs, doch per Doppelklick rast der Gute dann förmlich über den Screen - das sieht dann zwar nicht elegant aus, sorgt aber zumindest für sehr kurze Laufwege.
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Egal, ob wir gerade etwas sammeln, untersuchen, austüfteln oder kombinieren, die Point-and-Click-Steuerung wurde merklich gestrafft. Aktionsverben wie in Thimbleweed Park findet ihr hier nicht. Stattdessen werden die beiden Maustasten je nach Hotspot unterschiedlich eingesetzt. Der linke Mausklick steht meistens einfach für "untersuchen" und der rechte für eine vorgeschriebene Aktion wie nehmen, benutzen oder ansprechen. Außerdem bekommt ihr Guybrushs Gedanken zu vielen Hotspots gleich angezeigt - dadurch ist oft schon vor dem ersten Klicken klar, was er eigentlich im Sinn hat. Auch im Inventar wurde ausgemistet, wenn ihr hier einen Gegenstand auswählt, seht ihr nun gleich am Cursor, ob ihr etwas kombinieren könnt oder nicht - zeitaufwendiges Rumprobieren fällt dadurch flach. Allerdings geht damit eben auch ein bisschen Charme der früheren Teile verloren, denn das Interface nimmt uns hier fast schon zu viel Denkarbeit ab. Auch so witzige Ideen wie in Curse of Monkey Island, in dem man einfach mal ein bisschen Helium einatmen konnte, finden sich hier nicht - die Steuerung lässt solchen herrlichen Quatsch nämlich gar nicht erst zu.
Ein Nebeneffekt des flotteren Spieldesigns: Das Abenteuer könnte einem kürzer vorkommen, als es tatsächlich ist. Je nachdem, wie lange man an einer Aufgabe knabbert, dürftet ihr sieben bis zehn Stunden beschäftigt sein, zumindest auf dem schweren Modus. Echte Rätselprofis sind vielleicht schon schneller durch, doch für ein klassisches Adventure geht der Umfang trotzdem absolut in Ordnung.
Etwas mehr Spielzeit könnt ihr übrigens noch mit den kleinen Quizkarten rauskitzeln, die zufällig in manchen Screens verteilt werden (die Staubkörner aus Thimbleeed Park lassen grüßen). Wenn ihr die Quizkärtchen einsammelt, werden die Dinger automatisch in eurem Rätselbuch eingeheftet. Die Fragen sind zum Teil ziemlich knifflig und richten sich klar an Monkey-Island-Experten, sind aber (soweit wir wissen) nie verpflichtend. Man kann man sie also beantworten oder einfach links liegen lassen, auf das eigentliche Spiel hatte das in unserem Test keinerlei Auswirkungen. (Update: Wir sich herausgestellt hat, bringen die Quiz-Karten nicht nur Achievements, sondern sie schalten auch ein Easter Egg frei, mit dem Guybrush für sehr kurze Zeit eine Bonusinsel erkunden kann. Spielerisch ist das allerdings bedeutungslos.)
Und auch das ist nett: Wer die Vorgänger nicht mehr so richtig im Gedächtnis hat, kann sich im Hauptmenü ein Fotoalbum anschauen, um ein paar Erinnerungen aufzufrischen. Dazu noch ein kleiner Tipp, sobald ihr das Spiel durchgespielt habt: Schaut euch das Album unbedingt erneut an, denn nach dem Abspann wartet hier ein kleines Extra auf euch.
