16 Tage 16 Bit: Tag 9 - Saturday Night Slam Masters

Special Christian Dörre
16 Tage 16 Bit: Tag 9 - Saturday Night Slam Masters
Quelle: PC Games

An Tag 9 unserer Retro-Reihe 16 Tage 16 Bit steigt PCG-Redakteur Chris in den virtuellen Wrestlingring von Capcoms Beat em Up Saturday Night Slam Masters und verteilt ein paar saftige Schellen, wird aber ebenfalls ordentlich verprügelt. Kann der Prügelklassiker heute noch überzeugen, wenn man ihn zum ersten Mal spielt?

Ich bin Chris, Redakteur bei PC Games und in letzter Zeit hole ich 16-Bit-Spiele nach, die ich damals verpasst habe oder neu erleben möchte. Euch lasse ich hier an meinen Erfahrungen teilhaben bei 16 Tage 16 Bit.

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Tag 9: Saturday Night Slam Masters

Seit frühester Kindheit bin ich Wrestlingfan und dementsprechend habe ich auch so ziemlich jedes Videospiel zum Showsport seit Mitte der 90er gezockt. Ein von vielen als "absoluter Klassiker" bezeichneter Titel schaffte es jedoch nie in den Modulschacht meiner Konsolen. Bis jetzt! Endlich, ja endlich hole ich Capcoms Saturday Night Slam Masters nach, von dem so viele Leute so sehr schwärmen. Und das vermutlich auch zu Recht, obwohl ich bereits nach kurzer Zeit weiß, dass ich nicht ganz in diese Jubelarien miteinstimmen werde, denn Slam Masters ist trotz Wrestling-Prämisse ein klassisches Beat em Up - und ich bin richtig schlecht in Beat em Ups.

16 Tage 16 Bit: tag 9 - Saturday Night Slam Masters (4) Quelle: PC Games 16 Tage 16 Bit: tag 9 - Saturday Night Slam Masters (4) Natürlich wusste ich, worauf ich mich einlasse, aber ich wollte es zumindest mal versuchen, wo der Titel doch als so gut gilt. Die Beat-em-Up-Meister von Capcom verfrachteten damals ihre Paradedisziplin in die Wrestlingwelt und das klappte wirklich außerordentlich gut. Auch wenn ich auf dem leichten Schwierigkeitsgrad spielen muss, trotzdem immer wieder eins auf die Schnauze bekomme und es auch nach einiger Zeit immer noch nicht hinkriege, gewisse Aktionen auszuführen, kann ich nicht abstreiten, dass Saturday Night Slam Masters ein tolles Spiel ist. Vor allem fängt es die Welt des Wrestlings besser ein als viele andere richtige Wrestlingspiele zu dieser Zeit.

So geht die nur rudimentär erzählte Story von Slam Masters sogar auf die Territorialzeit des Sports ein und man kämpft im "Crash Carnival" genannten Turnier um den Championtitel in weltweiten Wrestling-Hotspots wie Mexico City, Tokio oder (damals vollkommen berechtigt) Hannover - auch wenn die deutsche Stadt im Spiel falsch geschrieben ist. Die Promotion, für die man antritt, heißt sogar CWA, hat jedoch nichts mit der Catch Wrestling Association von Big Otto Wanz zu tun, sondern steht für Capcom Professional Wrestling Association.

Das Teilnehmerfeld des Turniers besteht Wrestling-typisch aus muskelbepackten Hünen, High-Flyern, Technikern und sogenannten Big Men. Mike Haggar aus Final Fight kann ebenfalls ausgewählt werden, doch ich mag vor allem die Figur Alexander the Grater, die ganz klar Big Van Vader nachempfunden wurde.

Die Steuerung ist relativ simpel: Es gibt eine Taste für Angriffe, eine zum Springen und eine zum Pinnen. Im Gegensatz zu anderen Beat em Ups geht der Gegner nämlich nicht automatisch KO, wenn die Energieleiste runtergeprügelt wurde, sondern muss eben erst noch gecovert werden.

Die Offensivaktionen unterscheiden sich je nachdem, wie man zum Gegner steht, wie lange man die Taste gedrückt hält und in welche Richtung man das Steuerkreuz drückt. So führt man beispielsweise Schläge und Tritte, aber auch Suplexes und Powerbombs aus. Das ist schon echt cool, aber viel zu oft funktionieren die Moves, die ich ausführen will einfach nicht. Vermutlich liegt das an meiner Unfähigkeit in dem Genre klassischer Beat em Ups (bei Brawlern bin ich immerhin super!), aber es geht mir auf die Nerven, wenn mir deshalb die Fresse poliert wird.

16 Tage 16 Bit: tag 9 - Saturday Night Slam Masters (7) Quelle: PC Games 16 Tage 16 Bit: tag 9 - Saturday Night Slam Masters (7) Mit einigen Charakteren habe ich gegen manche Gegner einfach keine Chance. Immerhin darf ich nach einer Niederlage auch einen neuen Wrestler wählen, der vielleicht eher die Schwächen des Kontrahenten ausnutzen kann. Teilweise entstehen auch echt coole Kämpfe mit spektakulären Aktionen oder einfach einem offenen Schlagabtausch.

Das ist echt cool, aber so richtiges Wrestling-Feeling kommt trotzdem nicht auf. Mir fehlen die typischen Transitions und ein echter Match-Fluss. Saturday Night Slam Masters ist eben ein Beat em Up und trotz der Thematik kein Wrestlingspiel. Vielleicht bin ich da zu streng, denn die echten Wrestlingspiele aus der Zeit setzten den Sport auch nicht gerade glorreich um, aber ich bewerte den Capcom-Titel halt aus der heutigen Perspektive und ohne Nostalgie-Bonus.

Abschließend kann ich sagen, ich mag Saturday Night Slam Masters, obwohl sich beim Zocken Lust und Frust für mich die Waage hielten. Ich kann gut verstehen, warum der Titel so beliebt ist, aber mir reicht mein kurzer Ausflug in den CWA-Ring für dieses Format.

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