16 Tage 16 Bit: Tag 14 - Boogerman
Special
An Tag 14 unserer Retro-Reihe 16 Tage 16 Bit wird es ganz schön eklig, denn Chris spielt Boogerman auf dem Sega Mega Drive. Das Spiel setzt voll auf Pipi-Kacka-Humor und obwohl unser Redakteur ein paar mal tatsächlich schmunzeln muss, ist er sich dennoch sicher, dass die meisten Gags des spiels voll in die Hose gehen.
Ich bin Chris, Redakteur, bei PC Games und nutze die momentane Zeit, um Spiele aus der 16-Bit-Ära nachzuholen oder neu zu erleben. Euch lasse ich an meinen Erlebnissen dabei teilhaben. Herzlich willkommen zu 16 Tage 16 Bit.
Tag 14: Boogerman
Egal, ob Kleinkind, Professor, Bauarbeiter oder die Queen von England - jeder Mensch lacht über einen gut getimten Furz! Nun, so sehe ich das zumindest, denn auch heute noch mit 33 Jahren amüsiert es mich immer, wenn man in einem Videospiel gepflegt einen fahren lassen kann. Ich habe aber eben auch einen elitären Humor. Nun ja, jedenfalls ist es da eigentlich ziemlich verwunderlich, dass ich nie Boogerman gespielt habe, ein Game, in dem es quasi nur um Rülpser, Fürze, Popel und Rotz geht. Glücklicherweise konnte ich diese Wissenslücke nun schließen.
Quelle: PC Games
16 Tage 16 Bit: Tag 14 - Boogerman (2)
Obwohl ein Spiel, in dem man einer Schnecke voll ins Gesicht furzen kann, so etwas gar nicht nötig hätte, gibt es sogar eine Story. Superheld und Millionär Snotty Ragsdale untersucht eine Maschine von Professor Stinkbaum, die angeblich sämtliche Umweltverschmutzungen in die Dimension X-Crement auslagert. Natürlich geht etwas schief und ein Arm klaut den Energiekern der Maschine. Snotty Ragsdale schlüpft also in die bunten Klamotten seines Alter Egos: Boogerman!
Der Name des Helden ist auch Programm. Zwar kann man die meisten der ekelhaften Gegner auch damit beseitigen, indem man ihnen auf den Kopf springt, doch man kann sie eben auch um die Ecke bringen, indem man sie anrülpst, anfurzt oder mit Popeln beschnippst - Mmmhh, lecker! Sammelt man Milch ein, darf man zudem kurzzeitig dicke Rotzklumpen spucken und findet man Chili-Schoten rülpst und pupst man Feuerbälle. Ihr merkt schon, die Entwickler waren ganz kreative Gesellen.
Selbst mir altem Kindskopf ist schon bald ziemlich langweilig, denn auch die stürmischste Stinkböe wird schnell zum lauen Lüftchen, wenn der Rest nicht stimmt. Pipi-Kacka-Humor kann witzig sein, wenn er auf etwas aufbaut, aber hier geht alles in die Hose. Außerhalb des genannten Ekelzeugs fehlte es den Entwicklern an Ideen und in Sachen Gameplay ist der Titel nicht mehr als ein gerade mal durchschnittliches Jump & Run.
Quelle: PC Games
16 Tage 16 Bit: Tag 14 - Boogerman (5)
Man springt rum, sammelt Pömpel ein, bläht herum und manchmal darf man sich selbst im Klo runterspülen, um in einen Bonusbereich zu gelangen. Sämtliche Spielelemente sind leider nur beim ersten Mal witzig. Außer natürlich, dass man Schnecken ins Gesicht furzen kann - das ist und bleibt ein Kracher!
Nicht mal die Bossgegner wissen zu begeistern. Klar, musste ich kurz grinsen, als ich gegen einen Hühner-schwingenden Hillbilly kämpfen musste, aber der Fight an sich ist halt doch eher lahm. Der zweite Bossgegner ist sogar noch langweiliger und den dritten hab ich gar nicht mehr gesehen, denn ich muss zugeben, dass ich im vierten Level des dritten Abschnitts irgendwann komplett die Lust verloren hatte. Boogerman ist in Sachen Grafik und Leveldesign so unkreativ und trotzdem muss man immer vier Level pro Abschnitt überstehen, bis man zum Boss kommt. Ürgs.
Ich könnte jetzt den tollen Witz reißen, dass Boogerman wahrlich ein echtes Scheißspiel ist, aber sooo schlecht ist es ja nicht mal. Es ist halt einfach belanglos, mittelmäßig und lebt einzig vom Ekel-Faktor. Selbst als Kind hätte ich deshalb wohl relativ schnell den Spaß am Spiel verloren. Wer beim Absetzen eines ordentlichen Stinkebrummers kichern muss, kann sich Boogerman mal anschauen, ansonsten ist Nasebohren bessere Unterhaltung.
