Resolutiion im Test: Melancholische Pixel-Art-Postapokalypse aus deutschem Hause

Test Aleksandar Mitrevski Lukas Schmid
Resolutiion im Test: Melancholische Pixel-Art-Postapokalypse aus deutschem Hause
Quelle: Monolith of Minds

Mit Resolutiion erscheint ein neues Action-Adventure im Pixel-Art-Style nach Art bereits bekannter Titel wie Hyper Light Drifter oder Stormbringer. Ob es das Spiel mit der düsteren Atmosphäre vom deutschen Indie-Entwicklerstudio Monolith of Minds schafft, sich von der breiten Masse ähnlicher Titel abzuheben, das verraten wir euch im Test.

Den Fehler haben wir anfangs auch immer gemacht, aber ihr lest es richtig: Resolutiion, mit zwei "i"s, ist kein Tippfehler, sondern der Titel eines neuen Action-Adventures im Pixel-Art-Style des deutschen Studios Monolith of Minds. Seit 2015 war der Titel bei den Indie-Entwicklern, die sich selbst als eine "Horde wilder Pixelgrafiker, die von zwei grimmigen Brüdern angeführt wird" bezeichnen, in Arbeit. Als Publisher dienen Deck 13 Interactive, die in letzter Zeit durch The Surge und den Nachfolger im größeren Rampenlicht standen.

Mit Resolutiion versprechen die Entwickler ein tiefgründiges und actionreiches 2D-Action-Adventure im Stile der alten Zelda-Spiele. Eine komplexe Story, ein actiongeladenes Kampfsystem und ein atmosphärischer Soundtrack sollen die Spieler im rund 20-stündingen Abenteuer fesseln und zum Nachdenken anregen.

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Kann das Indie-Abenteuer jedoch halten, was es verspricht, oder ist es nur eine billige Kopie anderer Pixel-Art-Titel wie etwa Hyper Light Drifter oder Stormbringer?

Das nicht-so-ewige Imperium

Beschweren kann man sich kaum: Was das Artdesign angeht, sieht Resolutiion einfach fantastisch aus. Quelle: PC Games Beschweren kann man sich kaum: Was das Artdesign angeht, sieht Resolutiion einfach fantastisch aus. Wer heutzutage ein Action-Adventure im Pixel-Art-Style veröffentlicht, der kommt nicht darum herum, mit der großen Flut der bereits erschienenen Genrevertreter verglichen zu werden. Dabei ist es leicht, als Newcomer direkt zu einem Abklatsch anderer populärer Titel desselben Genres erklärt zu werden. Dieser Verallgemeinerung wird Resolutiion keinesfalls gerecht: Von der ersten Minute an strotzt das Spiel nur so vor Kreativität.

Gemeinsam mit dem schottischen Pixel Artist Chris Rafferty kreierten Monolith of Minds eine düstere und zugleich faszinierende Spielwelt mit Hilfe der 2D-Enigne von Godot. So führt euch euer Weg durch die verschiedensten Areale in der dystopischen Welt von Resolutiion. Futuristische Himmelsstädte, dunkle Wälder, versunkene Unterwasserwelten und fleischgewordene Monstrositäten sind dabei nur einige der begehbaren Schauplätze. Die Szenerien rangieren von melancholisch-schön, über mysteriös, bis hin zu regelrecht horrorhaft. Zusammen mit dem einzigartigen Charakterdesign sorgt die Spielwelt für eine dichte Atmosphäre, in der sich man sich sofort und gerne verliert. Der Soundtrack von Gerrit Wolf, obwohl kein Meilenstein, untermalt die verschiedenen Schauplätze mit einer Mischung aus Synthwave und E-Gitarren Sounds passend.

Gesucht: Einsamer Wolf mit amnesischer Vorgeschichte

Die Story von Resolutiion wird sehr vage erzählt und wirft euch ohne große Vorerklärung direkt in das Geschehen der Spielwelt. Als Valor, ein mechanisch augmentierter Killer mit einem kleinen Gedächtnisproblem, habt ihr die Aufgabe, eine KI sicher in feindliches Gebiet zu transportieren, um so ein Terroristennetzwerk von innen heraus zu zerschlagen. Im Laufe der Geschichte erhaltet ihr aber langsam eure Erinnerung zurück und so stellt sich euch die Frage, ob der bisherige Weg auch der Richtige war.

Unter der Oberfläche der Geschichte verstecken sich viele politische, religiöse und philosophische Aspekte, die die Spieler nachhaltig zum Denken anregen. Die Dialoge mit den NPCs sind interessant geschrieben und mit viel Witz versehen. Zudem beliefern sie die Spieler mit einer Menge Einblicke in die tiefe und verstrickte Lore aus der Welt von Resolutiion. Gepaart mit der faszinierenden Spielwelt sorgt die tiefgründige Story für viel Motivation beim Durchspielen. Man will unbedingt alle Erinnerungen Valors wiederfinden und nach guten 20 Stunden Spielzeit das "Richtige" der mehreren Enden zu Gesicht bekommen.

Running-Simulator

Die Sprintfunktion, im Spiel Screentearing genannt, kostet euch Stamina (blauer Balken) und ermöglicht es euch, gegnerischen Angriffen leichter zu entkommen. Quelle: PC Games Die Sprintfunktion, im Spiel Screentearing genannt, kostet euch Stamina (blauer Balken) und ermöglicht es euch, gegnerischen Angriffen leichter zu entkommen. Die Story und die Spielwelt stimmen also, aber wie verhält es sich mit dem 2D-Schnetzeln in Resolutiion? Beim Gameplay besticht das Spiel durch viele einzigartige Ideen, speziell bezüglich der Ausrüstungsgegenstände. Statt der genretypischen Ausweichrolle gibt es in Resolutiion eine Sprintfunktion. Zudem könnt ihr euch in einen gelben Wurm verwandeln, mit dem ihr euch durch kleine Tunnel zwängen könnt. Und ein Musikinstrument lässt euch die Kontrolle über Bolshie übernehmen, einen ebenfalls gelben Wurm, der in einer Art Minigame als Schnellreisesystem dient. Diese besonderen Fähigkeiten kosten euch Stamina, die als Leiste unterhalb des HP-Balkens visualisiert ist. Diese kreativen Ideen heben Resolutiion von anderen Pixel-Art-Spielen ab.

Die Bosse sind ebenfalls gut designt und stellen eine happige, aber keinesfalls unfaire Herausforderung dar. Meist braucht es einen Moment, bis man die Mechanik des zu bezwingenden Obermotzes herausgefunden hat. Durch die Abwechslung bleiben die Bosskämpfe zudem immer spannend. Die Kämpfe gegen normale Gegner gestalten sich jedoch nicht allzu abwechslungsreich. Diese werden schnell langweilig, da die Begegnungen immer nach demselben Schema ablaufen - auf einen Ausweichschritt folgen immer dieselben Nahkampfangriffe. Fehlende Loot Drops der Gegner und die Absenz eines Erfahrungspunkte- und Skillsystem lassen die Kämpfe überflüssig erscheinen. Hier hat man einige Chancen vertan.

Kartenlesen für Anfänger

Die Map in Resolutiion ist groß und leider alles andere als übersichtlich. Quelle: PC Games Die Map in Resolutiion ist groß und leider alles andere als übersichtlich. Für ein Pixel-Art-Indiegame ist der Umfang von Resolutiion immens: Mit zehn Gebieten bietet die Map so einige Geheimnisse, die es zu erkunden gibt. In klassischer Metroidvania-Manier könnt ihr mit dem Erhalten neuer Gegenstände vorher unzugängliche Orte der Karte freischalten. Upgrades für euren Charakter, Lore-Dialoge und Collectibles warten in den Ecken und Kanten der Spielwelt darauf, von euch entdeckt zu werden. Hin und wieder wird das Action-Gameplay auch durch fordernde Puzzle-Passagen aufgelockert. Diese sind gern gesehen und sorgen für die nötige Portion Abwechslung.

Das Design der Karte ist hingegen weniger gelungen. Höhen- und Tiefenebenen sind nicht gut unterscheidbar und das rote Fadenkreuz zur Positionsdarstellung irritiert mehr, als dass es eine Hilfe wäre. Die Möglichkeit, selbst Map Marker zu setzen haben wir beim Testen auch vermisst. Besonders in verschachtelten Gebieten hätten uns diese Möglichkeit die Orientierung leichter gemacht.
Trotz der Schwächen im Kampfsystem und des unintuitiven Mapdesigns ist Resolutiion ein sehr gelungenes 2D-Action-Adventure. Die Geschichte des vergesslichen Killers weiß durch ihre Tiefgründigkeit und den besonderen Art-Style zu überzeugen.

Meinung und Fazit

Meinung

Wertung zu Resolutiion (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Resolutiion (NSW)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Tiefgründige Story mit einem interessanten KonzeptAusgezeichnetes Art DesignViel UmfangBolshie der WurmFordernde BosskämpfePassende SounduntermalungKreative Ideen bezüglich der Ausrüstungsgegenstände
Sehr langsamer EinstiegUnintuitives Map DesignLangweile Kämpfe gegen StandardgegenerUndurchsichtiges Charakter-Upgradesystem
Fazit

Faszinierende Story-Erfahrung im Pixel-Art-Style

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